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»Wir geben niemals auf«

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Oleksandr Sintschenko, hier nach dem Titelgewinn mit Manchester City, will mit der Ukraine zur WM. FOTO: IMAGO © Imago Sportfotodienst GmbH

(sid). Der Krieg in der Heimat spielt auch in Glasgow mit. »Wir bekommen ständig Nachrichten von unseren Soldaten«, berichtete Mittelfeldspieler Taras Stepanenko vor dem Duell der ukrainischen Fußballer mit Schottland am Mittwoch (20.45 Uhr/DAZN) im Hampden Park der BBC: »Sie haben nur einen Auftrag für uns: Bitte macht alles, um zur WM zu kommen.«

Sie werden es versuchen, das auf jeden Fall, auch wenn die Voraussetzungen alles andere als ideal waren und sind. Nach dem Angriff Russlands auf die Ukraine habe er einen Monat lang nicht trainiert, erzählte Stepanenko, der bei Schachtar Donezk unter Vertrag steht. Er und seine Teamkollegen haben sich im Trainingszentrum des slowenischen Verbandes nahe Ljubljana vorbereitet, ab und an gab es Spiele wie am 10. Mai gegen Borussia Mönchengladbach. Nun müssen zwei Siege her, um sich für die WM-Endrunde in Katar (21. November bis 18. Dezember) zu qualifizieren. Bei einem Sieg gegen die Schotten wartet am Sonntag in Cardiff das Playoff-Finale gegen Wales. Von der WM-Teilnahme träumt die ganze Ukraine - es wäre ein Hoffnungsschimmer in düsteren Zeiten.

Oleksandr Sintschenko weiß, wie es sich anfühlt, wenn Träume in Erfüllung gehen. Vor gut einer Woche wurde er mit Manchester City englischer Meister. Doch dies ist kein Vergleich zu den Emotionen, die das Spiel am Mittwoch auslöst. »Das Spiel ist eines der wichtigsten meines Lebens«, sagte Sintschenko. So sieht es auch Stepanenko. »Es geht hier nicht nur um ein Fußballspiel. Wir müssen mit Seele und Herz spielen«, betonte er. »Die Ukraine lebt noch«, sagte Sintschenko, »sie wird kämpfen bis zum Ende. Dies ist unsere Mentalität. Wir geben niemals auf.«

Die Schotten wiederum stecken in einer Zwickmühle. Sie haben der Verlegung des Spiels zugestimmt, »wir haben ihnen geholfen, wo wir konnten«, sagte Kapitän Andrew Robertson. Und klar, fügte der Abwehrspieler in Diensten des FC Liverpool an, »jeder will, dass die Ukraine gewinnt, und wenn es ein anderes Land wäre, würde ich das auch wollen. Aber leider spielen sie jetzt gegen mein Land.« Die Sympathien für den Gegner müssten deshalb Grenzen haben: »Am Mittwoch müssen wir bereit sein, um unsere Träume zu kämpfen.« Und die sind nun mal identisch mit jenen der Ukrainer.

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