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Bremens Trainer Florian Kohfeldt war nach der Niederlage in Leipzig bedient. Foto: Robert Michael/dpa

Niederlage in Leipzig

Werder hoffnungslos unterlegen - aber Kohfeldt bleibt

Kann das gutgehen? Werder Bremen verliert auch in Leipzig völlig verdient, die Hoffnung schwindet. Dennoch wollen die Norddeutschen weitermachen wie bisher. Am Samstag droht die nächste Pleite. Immerhin fehlt ein wichtiger Spieler nicht ganz so lange.

Leipzig (dpa) - Wie schlecht es um Werder Bremen bestellt ist, ließ sich an einem Nebensatz von Julian Nagelsmann festmachen.

"Irgendwann", sagte der Trainer von RB Leipzig nach dem völlig verdienten 3:0 (2:0) der Sachsen gegen den Abstiegskandidaten, "haben wir durch die Wechsel signalisiert, dass wir ein bisschen was testen wollten". Zum Zeitpunkt des Leipziger Doppelwechsels waren aber erst 60 Minuten gespielt - spätestens ab dann war Werder nur noch der Sparringspartner, von dem nichts mehr zu erwarten war.

"Auch Bremen hat versucht, noch ein Tor zu erzielen", schob Nagelsmann zwar hinterher, das war aber mehr höflich als wahr. Die Norddeutschen waren in Leipzig hoffnungslos unterlegen, nach dem dritten RB-Tor unmittelbar nach der Halbzeitpause war die Partie endgültig entschieden. Der Tabellen-17. hat nun acht der vergangenen neun Ligaspiele verloren, seit knapp 700 Minuten kein Tor selbst erzielt. Zumindest im Moment will Werder trotzdem weitermachen wie bisher - mit Trainer Florian Kohfeldt.

"Ich habe mich in den letzten Tagen und Wochen auch schon dazu geäußert und daran hat sich nichts geändert", sagte der sichtlich enttäuschte Bremer Geschäftsführer Frank Baumann. Er erwarte, dass Kohfeldt "weiter mit der Mannschaft arbeitet, ihr Handlungsoptionen aufzeigt. Das tut er. Das erlebe ich jeden Tag", sagte der Ex-Profi. "Deswegen haben wir nach wie vor die Überzeugung, dass Florian der Richtige ist." Manche von Baumanns Ausführungen klangen regelrecht gequält: "Jedes Spiel ist eine neue Hoffnung."

Kohfeldt selbst übte sich in Durchhalteparolen. Als er spät am Samstag seine Spieler anschaute, waren diese "natürlich enttäuscht, keine Frage", berichtete der 37-Jährige. Aber eben "nicht ratlos. Und schon mal gar nicht aufgebend." Die Profis machten zudem nach dem Spiel deutlich, klar zu ihrem Trainer zu stehen. "Ich habe das Gefühl im Verein und der Mannschaft, dass er nicht zur Diskussion steht. Das gibt es nicht oft im Fußball. Aber wir glauben an den Trainer", sagte Mittelfeldspieler Davy Klaassen.

Dennoch deutet nur wenig daraufhin, dass Bremen in den verbleibenden zwölf Spielen die Wende gelingt. Die Kohfeldt-Mannschaft strahlte in Leipzig keinerlei Torgefahr aus. "Ich erinnere mich nicht an eine Bremer Chance", sagte RB-Torschütze Patrik Schick, der in der 39. Minute nach Lukas Klostermann (18.) und vor Nordi Mukiele (46.) getroffen hatte. Das Bremer Kurztrainingslager - das Team war bereits am Mittwoch nach Leipzig gereist - hatte zumindest auf das Ergebnis keine Auswirkungen.

"Wenn man sich das Spiel anschaut, denkt man, das hat nichts gebracht", sagte Abwehrspieler Milos Veljkovic. "Aber das hat es. Wir haben uns vorgenommen, stark zu bleiben und Charakter zu zeigen." Die nächste Gelegenheit dazu bietet sich den Bremern am kommenden Samstag (15.30 Uhr/Sky) gegen Borussia Dortmund - allerdings dann ohne Abwehrspieler Kevin Vogt, der sich in Leipzig eine Knieverletzung zuzog. Immerhin ergab die Diagnose am Sonntag, dass die Verletzung nicht ganz so schlimm ist und der aus Hoffenheim ausgeliehene Vogt wohl nur zwei Wochen lang pausieren muss.

Gegen den BVB war Werder Anfang des Monats immerhin der 3:2-Coup im DFB-Pokal gelungen. "Wir müssen dafür sorgen, dass wir Ergebnisse liefern, und wir sind davon überzeugt, dass wir das mit Florian erreichen. Dann wird die Stimmung auch nicht komplett kippen", sagte Baumann, der zudem feststellte. "Es ist nicht zu erwarten, dass wir nach Leipzig fahren und sieben, acht Chancen pro Halbzeit bekommen. Deswegen sollte man die Kirche im Dorf lassen. Wir wissen, gegen wen wir gespielt haben."

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