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Rapinoe

Angreiferin, Anführerin, Aktivistin

Die vielen Facetten der Megan Rapinoe

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(sid). Donald Trump dürften die Bilder nicht gefallen haben, die da aus Frankreich über die heimischen Bildschirme flimmerten. Megan Rapinoe wird als Matchwinnerin gefeiert, Megan Rapinoe formt freudestrahlend das Victory-Zeichen mit den Fingern, Megan Rapinoe hält die Trophäe für die beste Spielerin im Arm.

Ausgerechnet diese Rapinoe, die aus Protest gegen den US-Präsidenten die Nationalhymne nicht mitsingt und dem Anführer der freien Welt über die sozialen Netzwerke gerne mal ein "F*** you" entgegenschleudert, hat die USA ins Viertelfinale der Frauenfußball-WM geschossen. Die Spielführerin des Titelverteidigers verwandelte zwei Elfmeter (7./75.) im Achtelfinale gegen Spanien (2:1), wurde kurz vor Schluss unter dem großen Applaus der US-Fans ausgewechselt und sprach hinterher über das bevorstehende Duell am Freitag mit Gastgeber Frankreich am Freitag. Doch der Fußball ist für die 33-Jährige mittlerweile vor allem ein Mittel zum Zweck.

Die Weltmeisterin und Olympiasiegerin mit den pinkfarbenen Haaren nutzt ihre Bekanntheit, um als Aktivistin auf die Missstände in ihrer Heimat aufmerksam zu machen. Bevor sie ihre Stimme aber wieder zum Singen der Hymne erhebt, muss noch viel passieren. Erst müsse das Strafrecht reformiert sowie die Rechte der Lesben und Schwulen gestärkt werden, betonte Rapinoe - vorher werde ihr kein Ton über die Lippen kommen. Aufgrund dieser Einstellung ist die Offensivspielerin des Seattle Reign FC, die sich 2013 als erste US-Nationalspielerin offen zu ihrer Homosexualität bekannte, bei ihren patriotischen Landsleuten nicht sonderlich beliebt. Schließlich war die gebürtige Kalifornierin die erste weiße Person und die erste Frau, die sich 2016 dem "Knie-Protest" von Football-Quarterback Colin Kaepernick gegen Rassismus und Polizeigewalt anschloss. Das gefiel dem US-Establishment gar nicht. Rapinoe durfte erst wieder in der Nationalmannschaft mitspielen, als sie beim Star-Spangled-Banner aufrecht stehen blieb.

Dem US-Verband USSF blieb Rapinoe dennoch als "Quälgeist" erhalten. Sie war eine von fünf Spielerinnen, die den Verband wegen Geschlechterdiskriminierung verklagte. Als Rapinoe und Co. im Frühjahr von einem Bundesgericht das Recht zugesprochen wurde, weiter juristisch gegen die schlechtere Bezahlung im Vergleich zu den männlichen Kollegen vorgehen zu dürfen, schloss sich das gesamte Team den Vorkämpferinnen an. Vorangehen will Rapinoe auch wieder am Freitag auf dem Platz. (Foto: AFP)

Quelle: Gießener Allgemeine

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