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Vergangenheit treibt an

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Der Auftrag aus der Heimat kommt von höchster Stelle und soll Frankreich 20 Jahre nach dem Triumph von Paris zum zweiten Stern führen. »Es steckt großes Potenzial in dieser Mannschaft. Warum soll sie denn nicht den Titel gewinnen?«, sagt Zinédine Zidane, der große Fußball-Held von 1998. Und auch sein damaliger Kollege Laurent Blanc hofft vor dem WM-Auftakt der Equipe tricolore gegen Australien am Samstag (12 Uhr/ZDF) in Kasan auf den großen Coup: »Es liegt jetzt an ihnen, ihre eigene Geschichte zu schreiben.«

Der Auftrag aus der Heimat kommt von höchster Stelle und soll Frankreich 20 Jahre nach dem Triumph von Paris zum zweiten Stern führen. »Es steckt großes Potenzial in dieser Mannschaft. Warum soll sie denn nicht den Titel gewinnen?«, sagt Zinédine Zidane, der große Fußball-Held von 1998. Und auch sein damaliger Kollege Laurent Blanc hofft vor dem WM-Auftakt der Equipe tricolore gegen Australien am Samstag (12 Uhr/ZDF) in Kasan auf den großen Coup: »Es liegt jetzt an ihnen, ihre eigene Geschichte zu schreiben.«

Die Erwartungshaltung ist groß in Frankreich – ob bei den Fans oder bei Präsident Emmanuel Macron. Euphorie, die Didier Deschamps nicht stoppen will, gleichzeitig warnt der Coach aber auch. »Unsere Mannschaft ist noch sehr jung. Mannschaften wie Brasilien, Deutschland oder Spanien haben viel mehr Erfahrung«, sagt Deschamps, der 1998 als Kapitän den WM-Pokal in Empfang nahm. Das junge Alter vieler Profis im Team sieht der Coach aber nicht als Nachteil: »Die Spieler sind hier, weil sie die Qualität dafür haben.« Verbandschef Noël Le Graët gibt das Halbfinale als Ziel aus.

Mit großen Erwartungen ist Frankreich in der Vergangenheit oft zu Turnieren gefahren – und enttäuscht wieder heimgekommen. Ein Eklat wie bei der WM 2010 im südafrikanischen Knysna, als es im Quartier zu einer Spielerrevolte gegen Trainer Raymond Domenech gekommen war, sei mit dieser Mannschaft aber unmöglich, sagt Le Graët. Das Team sei zwar jung, aber auch schon sehr erwachsen und verantwortungsvoll.

Exemplarisch sagt Jungstar Kylian Mbappé vor dem Auftakt: »Wir müssen unser Ego beiseite stellen.« Es wurde gescherzt und gelacht in Teamquartier in Istra vor den Toren Moskaus. »Wir können es nicht abwarten, ins Turnier zu starten«, sagte Kapitän Hugo Lloris. Eine Stimmung, die auch Paul Pogba ansteckte, der nach einem schlimmen Jahr bei Manchester United und den Pfiffen der eigenen Fans im Kreis der Mannschaft allmählich wieder aufblüht. »Wir brauchen Paul«, sagt Deschamps wohlwissend, dass er nicht viele Führungsspieler hat. Zur Ruhe trägt bei, dass die Stars vor dem Turnier weitgehend ihre Zukunft geregelt haben. Antoine Griezmann erklärte am Donnerstag in einem etwas skurrilen Fernseh-Video zur besten Sendezeit, dass er trotz des Super-Angebots vom FC Barcelona bei Atlético Madrid bleiben wird. Dort darf er zukünftig seinen Kollegen Thomas Lemar begrüßen, der wohl von AS Monaco kommt. »Das Wichtigste ist, dass er jetzt den Kopf frei hat für die WM«, sagte Deschamps über Griezmann.

Sorgenfrei ist Deschamps aber nicht. So überragend der Angriff mit Griezmann, Mbappé und Ousmane Dembélé auch ist, so unsicher scheint die Defensive. Beim WM-Titel 1998 kassierte Frankreich nur zwei Gegentore. Dazu im Vergleich: In den letzten sieben Länderspielen ließen die Franzosen acht Treffer zu. Die beiden Außenverteidiger Benjamin Mendy und Djibril Sidibé sind nach ihren Knieverletzungen noch nicht in WM-Form. Das könnte die Chance für den Stuttgarter Benjamin Pavard sein.

Dank an Gruppengegner

Und genau diese Schwachstelle will Auftaktgegner Australien mit schnellem Konterspiel nutzen. »90 Minuten Defensive machen keinen Sinn, dann haben wir keine Chance und der Druck wird zu gro?, sagte Nationaltrainer Bert van Marwijk.

Perus Nationaltrainer Ricardo Gareca hat derweil Ex-Bundesligaprofi Paolo Guerrero vor dem WM-Start eine gute Verfassung bescheinigt. »Egal, was vorher passiert ist, er ist gut vorbereitet und fit. Er kann ebenso spielen wie alle anderen«, sagte Gareca vor dem Auftaktmatch der Gruppe C gegen Dänemark am Samstag (18 Uhr/ZDF) in Saransk. Ob der Angreifer gegen die Dänen in die Startelf rückt, ließ der Coach offen. Guerrero darf nach einer Entscheidung des Schweizer Bundesgerichts teilnehmen. Eine zunächst verhängte Dopingsperre gegen den Ex-Spieler von Bayern München und des Hamburger SV war provisorisch ausgesetzt worden. Gareca bedankte sich bei den Kapitänen der Gruppen-Gegner Dänemark, Frankreich und Australien, die sich für die Zulassung Guerreros eingesetzt hatten. »Vielen Dank für die Unterstützung! Das ist sehr positiv für ihn und die ganze Mannschaft«, so Gareca.

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