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Stenmark im Visier

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Eine Klasse für sich: Mikaela Shiffrin aus den USA setzt sich nach dem ersten auch im zweiten Riesenslalom auf dem Kronplatz durch. Nach ihrem 84. Weltcup-Sieg fehlen ihr nur noch zwei Erfolg zum Uraltrekord von Ingemar Stenmark. © DPA Deutsche Presseagentur

(sid). Die Lobeshymnen waren gerade abgeklungen, da fuhr die neue Ski-Königin ihren Untertanen schon wieder auf und davon. Einen Tag, nachdem sie mit ihrem 83. Weltcup-Sieg den Rekord bei den Frauen aufgestellt hatte, ließ Mikaela Shiffrin sogleich den 84. folgen. Trotz einer beinahe schlaflosen Nacht gewann sie am Kronplatz in Südtirol auch den zweiten Riesenslalom, zwei Erfolge fehlen ihr nun nur noch zur Bestmarke von Ingemar Stenmark (86), dem zweifachen Olympiasieger aus Schweden.

Nach ihrem souveränen Sieg vor Ragnhild Mowinckel aus Norwegen (+0,82 Sekunden) und Olympiasiegerin Sara Hector aus Schweden (+1,19) war Shiffrin dann erst mal platt. Wie in Trance sank sie in den Schnee, das erste Interview brach sie erschöpft und fast geistesabwesend ab, nachdem sie zuvor gesagt hatte: »Ich habe so Gas gegeben und nur gehofft, dass ich auf den richtigen Seiten der Tore fahre. Es ist ein unglaubliches Gefühl.« Die Erschöpfung war auch mehr als verständlich nach dem Sieg am Dienstag, mit dem sie ihre ehemalige Teamkollegin Lindsey Vonn überholte. Der Abend sei ja »wirklich schön« gewesen, berichtete Shiffrin, so viele Leute hätten ihr gratuliert, sie habe so viel Zuspruch erfahren. Allerdings: »Die Nacht war nicht leicht. Ich wollte einschlafen, aber es hat nicht geklappt. Ich bin um Mitternacht aufgewacht, um drei, um fünf.« Auf der Piste wirkte sie dann ausgeschlafen.

»So gut bin ich wirklich noch nie gefahren«, versicherte Shiffrin, als sie sich wieder ein wenig gefangen hatte nach dem Rennen. Zugleich beteuerte sie bei Eurosport, dass sie nach wie vor »keine Zahl als Ziel habe«. Vor diesem Winter habe sie gedacht, »viermal, fünfmal zu gewinnen wäre das Maximum«. Jetzt sind es bereits zehn Saisonsiege, »es ist eigentlich schon genug, ich fahre einfach so gerne Ski. Ich denke mir: Ich brauche es nicht, aber ich will es«.

Bei den Slaloms im tschechischen Spindleruv Mlyn kann Shiffrin bereits den Rekord von Stenmark einstellen. Sie glaube nicht, ließ Vonn verlauten, »dass Stenmark die Benchmark« sei. Shiffrin werde »einen neuen Standard setzen - und wir können nur abwarten, wie hoch sie hinauskommen kann«. Hoch, glaubt Norwegens Ski-Star Aleksander Aamodt Kilde: »Sie liebt es einfach, besser zu werden«, sagte er über seine Freundin. Shiffrin hatte freilich erst mal nur einen Wunsch. »Ich will einfach nur schlafen.«

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