Die stärksten Olympia-Momente

  • vonDPA
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Tränen, Umarmungen, grenzenloser Jubel: Die am Wochenende zu Ende gehenden Olympischen Winterspiele in Pyeongchang haben für viele bewegende Momente gesorgt. Nicht alle waren schön.

Bruno Massot beugt sich liebevoll und völlig erschöpft über seine Gold-Partnerin Aljona Savchenko. Nach ihrem Olympiasieg auf Ski starrt Snowboard-Weltmeisterin Ester Ledecka fassungslos auf die Anzeige. Felix Loch kauert nach dem verschenkten Gold minutenlang regungslos auf seinem Schlitten – die Winterspiele in Pyeongchang haben für einige bemerkenswerte und bewegende Momente gesorgt. Schöne und schaurige. Eine Auswahl.

Erschöpfendes Glück: Nach der letzten Figur liegt Aljona Savchenko völlig entkräftet aber glücklich auf dem Eis, ihr Tanzpartner Bruno Massot beugt sich über sie für eine Umarmung. Mit der Kür ihres Lebens holen die Eiskunstläufer sensationell noch Gold, das erste für Deutschland im Paarlauf seit 66 Jahren.

Fassungslosigkeit: Ester Ledecka steht da und starrt auf die Anzeige. Eine halbe Minute lang passiert: Nichts. Dann sagt der Kameramann im Ziel: »Du bist die Gewinnerin.« »Nein«, antwortet Ledecka und lächelt verlegen. Gold im Super-G. Als krasse Außenseiterin hat die Tschechin auf ihren Ski die komplette Weltelite düpiert. Denn Ledecka ist zwar Weltmeisterin. Das allerdings auf dem Snowboard.

Häufchen Elend: Sekundenlang bleibt Felix Loch nach seinem verpassten Gold-Hattrick zusammengesunken auf seinem Schlitten sitzen. Die Hände weit von sich gestreckt und den Kopf weit unten macht er sich klein. Das dritte Rodel-Gold nach 2010 und 2014 ist verschenkt, der Fehler im vierten Lauf zu viel. Papa und Cheftrainer Norbert Loch tröstet.

Ekstase: Wie wild geworden rennt Francesco Friedrich auf den noch fahrenden Zweierbob der Kanadier zu, brüllt die Konkurrenten gemeinsam mit seinem Anschieber Thorsten Margis an. Für die Nordamerikaner ergibt das keinen Sinn – bis klar ist: Beide Bobs haben Gold und sind Olympiasieger.

Usain Bolt: Eric Frenzel, Johannes Rydzek, Vinzenz Geiger und Fabian Rießle stehen auf dem Podest und zeigen den Usain-Bolt-Bogen. So überlegen wie der Sprinter aus Jamaika seine 100-Meter-Rennen bestreitet, gewinnen die Nordischen Kombinierer ihre Staffel. Silber holt Österreich – mit 52 Sekunden Rückstand.

Helm ab: Shaun White reißt sich den Helm vom Kopf, schleudert ihn in die Luft und brüllt in Richtung der tobenden Menge am Fuße der Halfpipe – doch der zweite Lauf reicht noch gar nicht für Gold. Den Olympiasieg macht der Snowboard-Superstar erst mit seinem dritten Run perfekt. Für den gibt es 97,75 Punkte. Und das dritte Halfpipe-Gold.

Eisparty: Erst gespannte Stille, dann das laute Gebrüll überglücklicher Männer: Der Satz des Schiedsrichters ist noch nicht ganz zu Ende, da stürmen die deutschen Eishockey-Spieler auf Torwart Danny aus den Birken und feiern den Sensations-Sieg gegen Weltmeister Schweden. Halbfinale. Bei Olympia.

Nervenzerreißend: Claudia Pechstein verlor für einen Moment die Nerven. Völlig ausgelaugt nach ihrem 5000-Meter-Rennen, hielt ihr ein Volunteer das Formular für die Doping-Kontrolle vor Augen. Die Berlinerin zerriss das Papier wütend – und absolvierte die Kontrolle eine halbe Stunde später wie vorgeschrieben.

Respekt: Die Männer stehen aufgereiht im Ziel und jubeln. Nach 15 Kilometern Langlauf schiebt sich German Madrazo erschöpft auf Rang 116 über die Linie – und wird von den anderen Exoten gefeiert. Pita Taufatofua aus Tonga, der Mann mit dem eingeölten Oberkörper bei der Eröffnungsfeier, steht da. Ebenso die Vertreter Kolumbiens, Marokkos und Portugals. Glückwünsche gibt es aber auch von Olympiasieger Dario Cologna aus der Schweiz.

Gückstränen: Andreas Wellinger weint. Schon als die Medaille für den Skispringer feststeht, kommen die Tränen. Als es Gold ist, gibt es kein Halten mehr. Die Teamkollegen herzen den 22-Jährigen. Olympiasieger. Noch Tage später erzählt Wellinger, dass er es nicht begreifen kann.

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