DFB-Gegner Österreich

Spiel des Jahres mit deutschem Trainer

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Marko Arnautovic hat nichts von seinem unterhaltsamen Größenwahn verloren. Am Mittwoch spielte er mit Österreich gegen Russland, er bereitete das 1:0, das Siegtor von Alessandro Schöpf vor, ließ sich davon nicht durch massive körperliche Intervention des Gegners abbringen und baute in die Aktion noch ein wenig Zauberfüßlerei ein. »Man hat versucht, mich zurückzuhalten. Doch das ist nicht einfach«, sagte der ehemalige Bremer, der in dieser Saison für West Ham United spielte.

Marko Arnautovic hat nichts von seinem unterhaltsamen Größenwahn verloren. Am Mittwoch spielte er mit Österreich gegen Russland, er bereitete das 1:0, das Siegtor von Alessandro Schöpf vor, ließ sich davon nicht durch massive körperliche Intervention des Gegners abbringen und baute in die Aktion noch ein wenig Zauberfüßlerei ein. »Man hat versucht, mich zurückzuhalten. Doch das ist nicht einfach«, sagte der ehemalige Bremer, der in dieser Saison für West Ham United spielte.

Er wird wohl zu Manchester United wechseln. Jose Mourinho, der Startrainer des englischen Rekordmeisters, war im Innsbrucker Stadion. Arnautovic: »Mein Ex-Trainer.« Als Jungspund hatte Arnautovic »The Special One« bei Inter Mailand erleben dürfen, er war nur der x-te Reservist, nannte sich am Ende der Saison 2009/10 aber Champions-League-Sieger. Arnautovic halt. Mit 29 ist er in einer späten Karrierephase, in der die Österreicher ihn aber wieder lieben. Meinungsmacher und TV-Experte Herbert Prohaska sagt: »Von seinem Fuß geht das Besondere aus.« Und der neue Trainer des österreichischen Teams, Franco Foda, erklärt: »Marko ist unglaublich. Er hat Zug, er hält vorne die Bälle, er kann natürlich auch für Manchester United spielen.« Er wollte seinen Offensivmann am Mittwoch dennoch früher auswechseln – denn er benötigt ihn am heutigen Samstag für das Spiel in Klagenfurt gegen Deutschland. Das ist zwar auch nur ein Freundschaftsspiel wie gegen Russland und das noch folgende gegen Brasilien. Aber es ist das mit der stärksten emotionalen Bedeutung. Die deutsch-österreichische Fußballgeschichte besteht nun mal (bald ist »40 Jahre Cordoba«), Österreicher spielen gerne in der deutschen Bundeslia, und Franco Foda ist Deutscher (Pfälzer).

»Unsere Mini-WM« nennen die Österreicher die Drei-Spiele-Serie, für die alle aus dem Urlaub zurückgekehrt sind. Sie können sich selbst beweisen, dass sie es im Kreuz gehabt hätten, bei der WM zu spielen, wenn ihnen die Qualifikation gelungen wäre. Mit Foda vielleicht eher als mit dem Vorgänger Marcel Koller. Der Schweizer hatte sich nach guten Jahren (Qualifikation für die EM 2016) verbraucht, Foda, seit gut zwei Jahrzehnten mit einer kurzen Unterbrechung in Graz, als Spieler erst, dann als Co- und Cheftrainer bei Sturm, übernahm im Januar 2018. Die bis jetzt vier Spiele hat er alle gewonnen. Die Vereinstrainer schätzen die Kommunikation mit dem 52-Jährigen, der der Meinung ist, man dürfe nicht nur auf die Stars im Ausland schauen.

Zwar genießen Arnautovic und David Alaba von den Bayern einen Sonderstatus, doch Foda brachte auch schon einen aus der Liga nach oben: Peter Zulj, 23. In der Hinrunde war er noch Fodas Spieler in Graz, nun ist er Nationalspieler unter Foda. Der Trainer hat ihn bekehrt. Zulj: »Ich habe ein paar Jahre nur so vor mich hingelebt, zu wenig für meinen Fußballtraum getan. Ich musste mich erst körperlich auf 100 Prozent bringen.« In der österreichischen Liga wurde er »Spieler der Saison«. Foda sagt: »Meine These: Spieler, die in der Liga stark sind, können auch Nationalteam spielen.«

»Große Umschaltmomente« erkannte Franco Foda in der Vorstellung seiner Mannschaft, »ungeheure Willenskraft«. Österreich ist bereit, in sein Spiel des Jahres zu gehen. Günter Klein

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