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Schumachers Weltmeister-Ferrari für Rekordsumme versteigert: „Fahrbereit, falls Sie sich trauen“

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Von: Marcus Giebel

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Michael Schumacher hat einen weiteren Rekord aufgestellt. Oder besser: einer seiner Ferrari aus der erfolgreichen Ära. Bei einer Auktion übertraf das Fahrzeug die Erwartungen deutlich.

München - Rennautos liefern beeindruckende Zahlen. Nicht nur beim Blick auf die Geschwindigkeit und andere Daten, wenn das Material bis zum Anschlag beansprucht wird. Auch der Wert der Boliden ist enorm - erst recht, wenn es ein treuer Begleiter eines Superstars war. Etwa von Michael Schumacher, nicht nur Rekord-Weltmeister in der Formel 1, sondern auch Liebling der Massen.

Nun kam das Fahrzeug unter den Hammer, in dessen Cockpit er seinen sechsten von sieben Titeln in der Königsklasse des Motorsports einfuhr und damit vorübergehend zum Rekord-Champion aufstieg. Der F2003-GA mit der Chassis-Nummer 229 wurde bei einer Auktion von Sotheby’s in Genf nach Addition von Steuern und Gebühren für 14,6 Millionen Schweizer Franken verkauft. Umgerechnet sind das 14,7 Millionen Euro.

Das finale Angebot lag demnach bei 13 Millionen Schweizer Franken, was 13,1 Millionen Euro entspricht. Nach Angaben des traditionsreichen Auktionshauses ist dies ein „Weltrekordpreis für ein modernes Formel-1-Auto“.

Schumacher-Ferrari versteigert: Rekord-Weltmeister gewann 2003 darin fünf von neun Rennen

In der F1-Saison 2003 gewann Schumacher sechs der 16 WM-Läufe und damit weniger als in jedem anderen Titeljahr. Allerdings fuhr der Ferrari-Star laut Sotheby’s in jenem Jahr nur neun Rennen in dem nun versteigerten Chassis und feierte dabei fünf seiner sechs Siege. Damit sei es eines von nur vier Chassis aus der erfolgreichen Schumacher-Ferrari-Ära, das mindestens fünf Rennsiege errang.

Ein wahrer Erfolgsgarant auf vier Rädern also, ohne den der Titel 2003 womöglich nach Finnland gegangen wäre. Erst in einem dramatischen WM-Finale von Suzuka wehrte der Kerpener den Angriff des aufstrebenden McLaren-Fahrers Kimi Räikkönen endgültig ab und rettete zwei Punkte Vorsprung ins Ziel.

Sotheby‘s versteigert Schumacher-Fahrzeug: F2003-GA übertrifft Erwartungen bei Auktion deutlich

Eine äußert knappe Angelegenheit also. Hinsichtlich des Auktionspreises setzte sich der mittlerweile fast 20 Jahre alte Renner dagegen deutlicher an die Spitze. Denn hier übertrumpfte er den ebenfalls von Schumi pilotierten F2001 aus der Saison 2001, der 2017 dem damaligen Besitzer 6,35 Millionen Euro eingebracht hatte.

Dieser Wert wurde nun verdoppelt. Dabei übertraf der Endpreis für den F2003-GA, der von einem nicht identifizierbaren Telefonanbieter in einer mehr als 40-minütigen Runde geboten wurde, die Erwartungen deutlich. Denn im Vorfeld war der Weltmeister-Ferrari auf einen Wert von 7,5 bis 9,5 Millionen Schweizer Franken geschätzt worden - also zwischen 7,6 und 9,6 Millionen Euro. Auch das wäre ja schon ein Rekord gewesen.

Michael Schumacher in seinem Ferrari
Rekordpreis für ein Siegerauto: Im F2003-GA mit der Chassis-Nummer 229 gewann Michael Schumacher fünf von neun Rennen und holte seinen sechsten WM-Titel in der Formel 1. © IMAGO / Thomas Melzer

Weltmeisterauto von Schumacher unterm Hammer: „Es ist fahrbereit, falls Sie sich trauen“

Anscheinend hat Sotheby’s im Vorfeld erfolgreich getrommelt. Demnach sei das Chassis in diesem Jahr in der Fabrik in Maranello komplett überholt worden, der 3-Liter-V10-Motor habe seither lediglich 148 Meilen - also 238 Kilometer - auf dem Buckel. Ein Auktionator fügte hinzu: „Es ist fahrbereit, falls Sie sich trauen und falls Sie reinpassen.“

Der neue Besitzer sollte jedoch wissen, wohin er sein Fahrzeug pilotieren darf. Vor nicht allzu langer Zeit hatte ein F1-Bolide von Ferrari für Aufsehen gesorgt, der mitten im Straßenverkehr über eine Autobahn brauste.

Apropos Schlagzeilen mit roten Rennern: Erst im August hatte Schumachers F300 aus dem Jahr 1998 - also kein Weltmeisterauto - bei einer Versteigerung durch RM Sotheby’s 6,22 Millionen US-Dollar, damals umgerechnet 6,2 Millionen Euro, eingebracht. Das in Kanada ansässige Auktionshaus hat sich auf Autos spezialisiert, steht im Teilbesitz von Sotheby’s und war nun auch an der Rekord-Auktion in Genf beteiligt. (mg)

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