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Russland im Sport unerwünscht

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imago1010180713h_010322_4c © Imago Sportfotodienst GmbH

Rote Karte für Russland: FIFA, UEFA und IOC greifen durch - und werfen Russland aus ihren Wettbewerben. Die Fußball-WM in Katar wird somit ohne den Gastgeber der Endrunde 2018 stattfinden.

Die Fußball-WM findet ohne Russland statt, die großen Verbände zeigen dem russischen Sport die Rote Karte. Die FIFA und die UEFA schlossen am Montagabend in einer gemeinsamen Erklärung alle russischen Mannschaften aus ihren Wettbewerben aus. Zudem forderte das Internationale Olympische Komitee in einer bemerkenswerten Abkehr von seiner bisherigen Politik die internationalen Fachverbände auf, russische Sportler von ihren Wettkämpfen auszuschließen.

FIFA und UEFA teilten mit, dass ihre Entscheidung »bis auf Weiteres« gelte, sie bedeuten jedoch definitiv das Aus für die Endrunde in Katar für den Gastgeber der WM 2018. Russland hätte in den WM-Playoffs am 24. März gegen Polen antreten sollen. Der polnische Verband hatte allerdings bereits ausgeschlossen, zu diesem Spiel anzutreten.

IOC entzieht Putin Olympischen Orden

Das bislang russlandfreundliche IOC machte mit seiner Forderung eine Rolle rückwärts - und der zuvor so zögerliche Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) gleich mit. Sportlerinnen und Sportler aus Russland und dessen Kriegspartner Belarus sei die Teilnahme an allen internationalen Sportveranstaltungen zu verbieten. Dem russischen Präsidenten Wladimir Putin entzog das IOC den 2001 verliehenen Olympischen Orden.

Der seit Tagen zögerliche DOSB schwenkte umgehend auf die Linie des IOC ein. Er teilte in einer Stellungnahme mit: »Auch der Sport muss seiner Verantwortung nachkommen und entsprechende Einschränkungen in Kauf nehmen.« Er folgte damit den Forderungen des Vereins Athleten Deutschland, der nach dem Angriff Russlands auf die Ukraine bereits am Samstag den »vollständigen Ausschluss« von Russlands und Belarus »aus dem Weltsport« verlangt hatte.

RB Leipzig im Viertelfinale

Die Entscheidung der UEFA hat unmittelbare Folgen für RB Leipzig: Das Achtelfinale der Europa League gegen Spartak Moskau wird nicht stattfinden, die Sachsen stehen dadurch automatisch im Viertelfinale. Russland wird auch von der Frauen-EM in England im Juli ausgeschlossen, wo es in der Gruppenphase gegen die Boykott-Befürworter Schweden und Schweiz sowie die Niederlande gespielt hätte.

Zuvor hatte die UEFA bereits Putins Heimstadt St. Petersburg das Finale der Champions League entzogen, zudem kündigte der Verband wie Schalke 04 den Vertrag mit dem russischen Großsponsor Gazprom.

Die UEFA folgt den Boykott-Ankündigungen zahlreicher Nationalverbände, auch der Deutsche Fußball-Bund (DFB) befürwortet die gemeinsame Haltung. »Ich kann mir nicht vorstellen, dass es Spiele gegen Russland geben wird. Das kann und darf es nicht geben. Es geht um Krieg. Da muss man eine klare Haltung einnehmen«, sagte der DFB-Präsidentschaftsbewerber Peter Peters.

Auch die FIFA gab unter dem großen Druck nach und griff durch. Bislang hatte Präsident und Putin-Freund Gianni Infantino Russland nur die Gelbe Karte gezeigt: Spiele auf neutralem Boden, ohne den Namen Russland, ohne Hymne und Nationalflagge. Dazu wird es aber nun nicht kommen.

Der Deutsche Eishockey-Bund (DEB) hat schon reagiert. Er unterstützt die Forderung der baltischen Verbände nach einer Suspendierung Russlands durch den Weltverband IIHF. »Solange dieser unfassbare Krieg nicht aufhört«, sagte DEB-Präsident Franz Reindl, »kann auch der Sport nicht einfach weitermachen«. Das IIHF-Council beriet am Montagabend über Konsequenzen - auch für Belarus.

Russlands Kriegspartner Belarus war natürlich zunehmend in den Fokus der Boykott-Aufrufe geraten, nicht zuletzt in dem Brief, den die Vereinigung Global Athletes im Namen ukrainischer Sportlerinnen und Sportler sowie des Vereins Athleten Deutschland an das IOC und das Internationale Paralympische Komitee (IPC) geschickt hat. Beide Verbände wurden darin zur sofortigen Suspendierung der Nationalen Olympischen sowie Paralympischen Komitees aufgefordert.

»Wenn das IOC und das IPC sich weigern, tätig zu werden, ermutigen sie die Verletzung internationaler Gesetze sowie ihrer eigenen Charta durch Russland und Belarus«, heißt es in dem Statement. »Ihre Tatenlosigkeit wird an jeden Sportler und an die Welt die Botschaft senden, dass sie die Interessen von Russland und Belarus über die der Athleten stellen.«

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