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In der Russland-Falle

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Lässig sitzt Gianni Infantino in einem Ledersessel. Sein weißer Hemdkragen ist aufgeknöpft. Der FIFA-Präsident lächelt – und erzählt von Russland als freundlichem WM-Gastgeber. Vor seinem Abflug zur Gruppenauslosung nach Moskau hat Infantino in einem Video des Fußball-Weltverbandes noch einmal seine Sicht der Dinge für die erste WM unter seiner Regie im kommenden Sommer kundgetan. In 3:28 Minuten gibt es keine Kritik an der international nicht nur durch den Dopingskandal heftig umstrittenen Sport-Großmacht.

Lässig sitzt Gianni Infantino in einem Ledersessel. Sein weißer Hemdkragen ist aufgeknöpft. Der FIFA-Präsident lächelt – und erzählt von Russland als freundlichem WM-Gastgeber. Vor seinem Abflug zur Gruppenauslosung nach Moskau hat Infantino in einem Video des Fußball-Weltverbandes noch einmal seine Sicht der Dinge für die erste WM unter seiner Regie im kommenden Sommer kundgetan. In 3:28 Minuten gibt es keine Kritik an der international nicht nur durch den Dopingskandal heftig umstrittenen Sport-Großmacht.

»Was Doping angeht, werden natürlich alle Spieler in allen Teams während des Wettbewerbs und auch außerhalb des Wettbewerbs getestet. Wir sind sicher, dass sich alle dieser Situation bewusst sind«, sagt Infantino mitten in seinen Ausführungen.

Seine Strategie ist durchschaubar – und aus seiner Sicht sogar verständlich. In seinen knapp zwei Jahren im höchsten FIFA-Amt musste der Schweizer den durch die Blatter-Korruptions-Ära erschütterten Verband erst einmal wieder stabilisieren. Moralisch gelang das durch eigene anrüchige Manöver wie die Umformierung der Ethikkommission nur bedingt. Finanziell darf es nicht misslingen.

Jedes neue Konfliktfeld, dass das Premiumprodukt WM in Misskredit bringen könnte, muss umkurvt werden. Sonst gerät die einzige große Einnahmequelle der FIFA in Gefahr. Also muss Infantino auch Russland vor jeder Kritik schützen. Fast schon bizarr war der Auftritt des 47-Jährigen vor dem Eröffnungsspiel des Confed Cups in der Krestowski-Arena von St. Petersburg, als er nach Präsident Wladimir Putin eine kurze Eröffnungsrede hielt und anschließend unbeholfen in die Menge winkte.

DFB-Chef Reinhard Grindel, der im Confed-Cup-Sommer eine andere Anti-Doping-Strategie einforderte, wurde von Infantino abgewatscht. »Er hat jeden Tag eine gute Idee«, blaffte der Schweizer und amüsierte damit bei der Bilanz-PK der WM-Generalprobe die russischen Veranstalter.

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