Goncalo Paciencia (l.) rettet Schalke einen Punkt. FOTO: DPA
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Goncalo Paciencia (l.) rettet Schalke einen Punkt. FOTO: DPA

Remis gegen Union

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Da war mehr drin für die Frankfurter Eintracht, die Köln mit einem 1:1 im Gepäck am Sonntagabend wieder verlassen hat. Das Remis bedeutet allerdings auch, dass die Hessen ungeschlagen bleiben.

(sid). Schalke 04 hat beim Heimdebüt von Trainer Manuel Baum den erhofften Befreiungsschlag verpasst und steckt nach dem 20. Spiel in Folge ohne Sieg weiter tief in der Krise. Die Knappen kamen gegen Union Berlin nicht über ein 1:1 (0:0) hinaus, holten durch den Treffer des eingewechselten Goncalo Paciencia (69.) aber immerhin den ersten Punkt in dieser Saison. Der Ex-Schalker Marvin Friedrich (55.) hatte die Gäste in Führung gebracht.

"Es war ein schwieriges Spiel für uns. Wir haben einen langen Weg vor uns, aber auf einem langen Weg muss man auch kleine Schritte vorwärts nehmen. Wir müssen das Positive mitnehmen. Wir haben diesen Punkt", sagte Torschütze Paciencia. Durch das Unentschieden gab Schalke die Rote Laterne zwar an den punktlosen FSV Mainz 05 ab, ist aber mit einem desaströsen Torverhältnis von 2:16 Toren nur 17. der Tabelle.

Union zog durch das zweite Remis auf Platz zehn vor, Torhüter Andreas Luthe aber bekannte kurz nach dem Spiel bei Sky: "Im Moment fühlt es sich so an, als ob wir zwei Punkte verschenkt haben."

(sid). Zweites Spiel, zweiter Dreierpack: Sturmtalent Youssoufa Moukoko hat die U19 von Borussia Dortmund in der A-Jugend-Bundesliga mit drei Toren zum Derbysieg bei Schalke 04 geführt. Der erst 15 Jahre alte Offensivspieler erzielte beim 3:2 (2:1)-Auswärtserfolg alle Treffer (10./40./62.) für die Gäste.

Allerdings wurde Moukokos Gala von wüsten Beschimpfungen und womöglich auch rassistischen Beleidigungen nach dessen drittem Treffer überschattet. Auf Videoaufnahmen sind deutlich Drohungen wie "Ich brech dir alle Knochen!" oder "Leg dich ins Grab!" zu hören. Auch Schimpfwörter fallen, ein Zuschauer brüllt: "Verpiss dich, du..." - der Rest ist nicht klar zu hören.

"Wir können uns bei Youssoufa Moukoko für die Aussagen einiger Fans (...) nur entschuldigen", schrieb Schalke bei Twitter: "Bei allen Emotionen im Derby - solche Beleidigungen verurteilen wir aufs Schärfste und lehnen sie ausdrücklich ab." Der Klub kündigte an, er werde "die notwendigen Maßnahmen" ergreifen.

Der Youngster steht im Bundesliga-Kader von Trainer Lucien Favre, für das Oberhaus ist er aber erst nach seinem 16. Geburtstag am 20. November spielberechtigt.

Im Sport, erst recht in der Spitze mit den ganzen Hochleistungsathleten, entscheiden mitunter Zentimeter, Bruchteile einer Sekunde oder simple individuelle Fehlleistungen über Triumph, Niederlage oder irgendwas mittendrin. Das ist keine Weisheit und keine brandneue Erkenntnis. Im Fall des Fußball-Bundesligaspiels zwischen dem krisengeschüttelten 1. FC Köln und der im Aufwind segelnden Frankfurter Eintracht lagen nicht mal zwei Minuten zwischen der wahrscheinlichen Vorentscheidung zugunsten der Gäste aus Hessen und einem Erfolgserlebnis für die Platzherren aus dem Rheinland, das letztlich das Endresultat, ein schnödes 1:1, bedingte.

Und das kam so: Nach 50 Spielminuten passte der agile Frankfurter Funkturm Bas Dost den Ball in die Mitte, 1:0 führte die Eintracht bereits verdient, und da kam Daichi Kamada herangewuselt, einschussbereit, die Kugel kam perfekt angerauscht, und der Japaner ist ja ein feiner Techniker, der ab und an aber von einer seltsamen Ladehemmung befallen wird, wenn es gilt, den Ball ins Tor zu schießen. Kamada traf das Spielgerät folgerichtig gar nicht, säbelte ein sauberes Luftloch, und als es ihm irgendwie noch einmal vor die Füße hoppelte, drosch er es im Nachschuss weit über den Querbalken ins Fangnetz. Die riesige Chance zum 2:0 war vertan, verpufft im Nichts. Dumm gelaufen.

Es war nämlich ziemlich klar, dass die bis dahin matten Kölner nichts Zählbares in Müngersdorf behalten hätten, wenn die Eintracht da nachgelegt und auf 2:0 gestellt hätte. "Das war definitiv die Schlüsselsituation", bilanzierte denn auch Sportdirektor Bruno Hübner. "Die Kölner hatten bis dahin nicht einen einzigen Schuss abgegeben. Ich glaube, dass wir ihnen da den K.o. hätten geben können. Sie hätten nicht mehr an sich geglaubt, wir wären immer stärker geworden." Doch Konjunktiv bleibt nun mal Konjunktiv.

Schließlich kam es so, wie es im Fußball oft kommt. Nicht mal 120 Sekunden später kombinierten sich der Ex-Frankfurter Marius Wolf und Kingsley Ehizibue auf rechts durch, die Eintracht-Abwehr samt Sebastian Rode war nicht auf der Höhe, und in der Mitte war es Ondrej Duda, der mutterseelenalleine am Elfmeterpunkt auftauchte und den Ball zum Ausgleich ins Netz zimmerte. Eintracht-Torwart Kevin Trapp hatte da Pech, ein paar Zentimeter fehlten nur und der Schlussmann hätte den strammen Schuss noch mit dem Knie parieren können. Künstlerpech.

Was zu diesem Zeitpunkt schon manch einer zumindest dunkel ahnte: Dudas Volltreffer sollte das letzte Tor an diesem Nachmittag in diesem erst zähen und niveauarmen, später recht unterhaltsamen Fußballspiel bleiben. 1:1, einen Punkt für jeden, nicht Fisch, nicht Fleisch.

Die Eintracht verließ die Domstadt mit gemischten Gefühlen, eigentlich hätte sie diese Partie gewinnen können, vielleicht sogar müssen, sie war über 90 Minuten gesehen die erwachsenere, bessere Mannschaft. "Wir reisen mit zwei verlorenen Punkten ab", urteilte Trainer Adi Hütter. "Darüber ärgere ich mich ein bisschen."

In diese Kerbe schlug auch Neuzugang Amin Younes, der ein ansprechendes Debüt mit dem Adler auf der Brust feierte, gut 20 Minuten mittun durfte und anschließend hin- und hergerissen war: "Eigentlich hatten wir alles unter Kontrolle, wir haben auch nicht verloren, aber das fühlt sich trotzdem ein bisschen schlecht an." Ging ihm nicht alleine so.

Grund, um Trübsal zu blasen, war das für die Frankfurter Entourage aber nicht, obwohl der Satz auf Platz zwei nicht gelang. "Wir wollten hier zwar unbedingt gewinnen, was uns nicht gelungen ist. Aber wir sind ungeschlagen, auf Platz vier, mit acht Punkten sind wir gut aus den Startlöchern gekommen. Insgesamt bin ich zufrieden", sagte Hütter.

Die Frankfurter hatten es sich aber selbst zuzuschreiben, keinen Schritt in Richtung Tabellenspitze gemacht zu haben. Sie waren in der ersten Halbzeit, gerade im Gefühl der Überlegenheit, nicht entschlossen genug, den verunsicherten Kölnern das Nervenkostüm noch mehr zu zerlöchern, was mit erzielten Toren am besten gelingt. Das Spiel, obzwar mit 63 Prozent Ballbesitz geführt, war nicht zwingend genug. Die Gelegenheiten der Hessen waren überschaubar, aber deutlich gefährlicher als die der Rheinländer: Die brachten nicht mal einen Torschuss zustande. Dennoch mussten sie nachhelfen, um die Eintracht zu beflügeln. FC-Verteidiger Sebastiaan Bornauw hatte Daichi Kamada im Strafraum umgesenst, was in Echtzeit nur schwer, nach Ansicht der TV-Bilder aber klar zu erkennen war. André Silva bewies Nervenstärke vom Punkt und verwandelte sicher.

Quelle: Gießener Allgemeine

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