In Hoffenheim noch als Joker gekommen, darf Marco Reus (M.) in Rom wieder von Beginn an ran für Dortmund. FOTO: AFP
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In Hoffenheim noch als Joker gekommen, darf Marco Reus (M.) in Rom wieder von Beginn an ran für Dortmund. FOTO: AFP

Reise-Risiko und Fan-Ausschluss

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Die rasch steigenden Corona-Zahlen bereiten den beiden deutschen Klubs vor ihrem Start in der Champions League am Dienstag zusätzliche Erschwernisse.

Borussia Dortmund äußerte große Bedenken wegen der Reise nach Rom, RB Leipzig musste seine Zuschauerzahl noch einmal kräftig reduzieren: Die ansteigenden Zahlen an Corona-Infektionen bereiteten den deutschen Vereinen vor ihrem Start in der Champions League am Dienstag Probleme. Nichtsdestotrotz - beide Klubs brauchen zum Auftakt dringend Siege.

Der BVB zeigte vor dem Spiel bei Lazio Rom (21 Uhr/Sky) keinerlei Sinn für die Sehenswürdigkeiten in der "ewigen Stadt". Beim Blitztrip will Borussia Dortmund nur siegen, gesund bleiben und schnell wieder heim. "Wir müssen sehr aufpassen. Es ist gefährlich", sagte Trainer Lucien Favre angesichts der aktuellen Lage vor dem Abflug der "BVB-Blase": "Es werden mehr Fälle kommen. Es ist nicht gut, zu reisen."

Das Reisen ist allerdings sowohl bei den vielen Länderspielen, die nicht nur Favre ein Dorn im Auge sind, als auch im wesentlich beliebteren Multimillionengeschäft der Königsklasse unvermeidlich. Ein Auftaktsieg bei Lazio Rom am Dienstag, allen Abwehrsorgen zum Trotz, wäre bereits ein Riesenschritt Richtung Achtelfinale.

Angesichts der großen Belastung in den englische Wochen ist Favre zum Rotieren gezwungen. Für die Offensive hat der Schweizer genug Alternativen, ließ er beim 1:0-Sieg am Wochenende in Hoffenheim Erling Haaland und den späteren Siegtorschützen Marco Reus doch lange auf der Bank. Die Abwehr hingegen bereitet dem Coach Sorgen. Mats Hummels ist der letzte Turm in einer Defensive, der reihenweise gestandene Profis fehlen: Manuel Akanji war an Corona erkrankt, Dan-Axel Zagadou und Nico Schulz sind verletzt, Emre Can ist rotgesperrt. Lukasz Piszczek bekam in Hoffenheim einen Finger ins Auge und musste sogar ins Krankenhaus. "Es ist Improvisationskunst gefragt", sagte Sportdirektor Michael Zorc.

Auch RB Leipzig muss vor dem Spiel gegen den türkischen Erdogan-Klub FK Basaksehir (21 Uhr/DAZN) mit verstärkten Widrigkeiten leben. Statt wie erhofft vor 8500 Zuschauern wird RB sein Heimspiel nur vor 999 Fans austragen. Die Leipziger Behörden hatten dies am Montag wegen der rasch steigenden Infektionszahlen in und um Leipzig empfohlen.

Ungeachtet der erneuten Reduzierung muss RB sein Auftaktspiel gewinnen, will der Spitzenreiter der Bundesliga das Ziel Achtelfinale nicht aus den Augen verlieren. Bei einer Niederlage könnte der Traum vom Einzug in die K.-o.-Runde schnell platzen, heißen die weiteren Gegner doch Paris St. Germain und Manchester United. "Wir wissen, dass wir eine anspruchsvolle Gruppe erwischt haben", sagte Trainer Julian Nagelsmann, der aber auch erklärte, dass sich sein Team nach den zuletzt guten Leistungen in der Liga nicht zu verstecken braucht. "Wir sind alle hungrig und haben letzte Saison gesehen, was man erreichen kann", sagte Keeper Peter Gulacsi. Gegner Basak- sehir gibt Rätsel auf. Mitte Juli sorgte der vom türkischen Staatspräsidenten Recep Tay-yip Erdogan protegierte Klub mit dem Gewinn des Meistertitels europaweit für Schlagzeilen, dann folgte der Absturz. In der Liga rangiert der Titelträger nach fünf Spielen im Tabellenkeller. Immerhin gelang nun beim 2:0 gegen Trabzonspor der erste Sieg.

Quelle: Gießener Allgemeine

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