Urteil bringt keine Klarheit

Pokalzoff geht weiter

(dpa). Der Zoff um den bayerischen Gegner des FC Schalke 04 im DFB-Pokal geht auch nach einem Urteil des Landgerichts München I weiter. Die auf Kartellrecht spezialisierte 37. Zivilkammer hat die einstweilige Verfügung von Türkgücü München vom 11. September "teilweise aufgehoben und abgeändert". Die Vorsitzende Richterin Gesa Lutz gab dem Bayerischen Fußball-Verband (BFV) mit dem Urteil vom Mittwoch auf, die Meldung des 1. FC Schweinfurt 05 für die erste Pokalrunde zu widerrufen und über die Meldung erneut zu entscheiden.

"Fußballtechnisch steht alles auf Anfang. Wir müssen Türkgücü nicht verpflichtend melden, wir müssen uns neu überlegen, wen wir melden, und müssen das erneut begründen", erläuterte BFV-Geschäftsführer Jürgen Igelspacher. Drittligist Türkgücü München hat den BFV wegen der Nicht-nominierung für die erste Runde im DFB-Pokal ver- klagt. Der Verband hatte während der Corona-Zwangspause den Regionalliga-Spitzenreiter Türkgücü als Aufsteiger in die 3. Liga gemeldet und als Kompromiss den zweitplatzierten 1. FC Schweinfurt 05 zum Cup-Wettbewerb zugelassen.

Türkgücü erwirkte dagegen kurz vor der Partie der Schweinfurter gegen Schalke 04 eine einstweilige Verfügung - das Spiel wurde verschoben. Türkgücü-Geschäftsführer Max Kothny sagte nach der Urteilsverkündung: "Ich gehe davon aus, dass wir zum DFB-Pokal gemeldet werden, außer der Bayerische Fußball-Verband versucht sich wieder, auf die Schweinfurter Seite zu begeben und die Spielordnung erneut zu ändern." Türkgücü geht es u. a. um das Antrittsgeld von 140 000 Euro. Außerdem ist der Verein beleidigt, weil Schweinfurt im August die Tauglichkeit Türkgücüs für die 3. Liga angezweifelt hatte.

Beide Streitparteien, also BFV und Türkgücü, können vor dem Oberlandesgericht München Berufung einlegen. Nach Einschätzung einer Gerichtssprecherin wählte die Kammer mit dem Urteil einen "salomonischen Mittelweg". Der BFV hat der Kammer zufolge nun zwei Möglichkeiten: Entweder er benennt Türkgücü auf der Grundlage der Spielordnung vom 5. Mai oder er ändert die Spielordnung erneut. Klar ist: Der Zoff wird weitergehen.

Quelle: Gießener Allgemeine

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