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Die Miami Dolphins um Trent Harris (r.) bringen Tom Brady und die New England Patriots um ein Freilos in der ersten Playoff-Runde. FOTO: AFP

Patriots plötzlich Außenseiter

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(dpa). Rein statistisch ist die Saison für Superstar Tom Brady und die New England Patriots bereits gelaufen. Denn nach der Pleite gegen das bis dahin viertschlechteste NFL-Team aus Miami hat der von der Quarterback-Legende angeführte Titelverteidiger das Freilos in der ersten Playoff-Runde noch aus der Hand gegeben. Statt am kommenden Wochenende den von der harten regulären Saison geschundenen Körper zu schonen, müssen die Patriots am Samstag gegen die Tennessee Titans ran.

"Wir hatten die große Chance auf eine Pause und wir haben sie nicht genutzt. Wir müssen im nächsten Spiel viel besser sein", sagte Brady nach dem 24:27 gegen die Dolphins. Bei jedem seiner sechs Super-Bowl-Siege war der Spielmacher mit einem Freilos in die Playoffs gestartet. Zuletzt mussten die Patriots 2009 in der sogenannten Wildcard-Runde ran und wurden im eigenen Stadion von Baltimore vorgeführt.

Nun verbleibt es den Kansas City Chiefs, den Green Bay Packers, den San Francisco 49ers und jenen Ravens aus Baltimore, der Konkurrenz bei der Arbeit zuzuschauen und die nächsten Gegner zu analysieren. Das aufregendste Wildcard-Duell verspricht das der New Orleans Saints gegen die Minnesota Vikings zu werden. Zudem treffen die Philadelphia Eagles auf die Seattle Seahawks und die Houston Texans auf die Buffalo Bills.

Doch im Rampenlicht steht einmal mehr Brady. Nicht nur seine unterdurchschnittliche Vorstellung gegen die Dolphins, bei der nur 16 seiner 29 Pässe ihr Ziel fanden, macht den Fans in Boston Sorgen. Während die Defensive bisher das Prunkstück war, ist die Offensive ihre Meister-Tauglichkeit oft schuldig geblieben. Die Patriots verloren drei ihrer vergangenen fünf Spiele, ließen die in Richtung Playoffs nötige Bissigkeit vermissen. Der US-Sportsender ESPN räumt der einstigen Über-Mannschaft nur eine Chance von gut acht Prozent ein, den Super Bowl Anfang Februar in Miami zu erreichen. Allerdings sind die Patriots eben kein x-beliebiges Team. Und dazu gehört auch, dass Headcoach Bill Belichick schon oft einen Ausweg fand, wenn man mit dem Rücken zur Wand stand. "Hoffentlich zeigen wir das im nächsten Spiel", sagte der sichtlich verstimmte 67-Jährige: "Wir haben immer noch die Chance, etwas zu erreichen."

Die schlechte Laune des ohnehin selten lächelnden Masterminds muss wie eine Drohung für die Konkurrenz sein. Der Weg zum Super Bowl wird dennoch verdammt hart. Bei einem Sieg gegen die Titans müssten die Patriots anschließend zu Kansas City. Und gegen das Team um den 2019er MVP Patrick Mahomes unterlag man erst Anfang Dezember. Keine guten Aussichten. Zumindest rein statistisch.

Quelle: Gießener Allgemeine

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