3. Liga Fußball

Origi rettet Liverpool Zweitliga-Trio marschiert SV Wehen Wiesbaden beendet Lottes Serie Hoeneß kündigt Abschied von Ribéry und Robben an

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Nach wechselhaftem Saisonverlauf scheinen der HSV und der 1. FC Köln ihrem Anspruch als klare Favoriten der 2. Fußball-Bundesliga langsam gerecht zu werden. Auch wenn sich die Freude beim HSV aktuell auf die Ergebnisse reduziert.

England: Der FC Liverpool hat dank eines Last-Minute-Sieges im Merseyside-Derby den Anschluss an die Tabellenspitze gewahrt. Die Mannschaft von Teammanager Jürgen Klopp gewann gegen den FC Everton mit 1:0 (0:0) und bleibt mit 36 Punkten erster Verfolger von Primus Manchester City (38). Divock Origi erzielte den Siegtreffer in der sechsten Minute der Nachspielzeit nach einem Torwartfehler von Evertons Jordan Pickford. Auch der FC Arsenal feierte einen Derbysieg. Im furiosen Verfolgerduell gewannen die Gunners ohne Mesut Özil nach Rückstand mit 4:2 (1:2) gegen Tottenham Hotspur. Pierre-Emerick Aubameyang (10./56.) erzielte einen Doppelpack, Alexandre Lacazette (75.) und Lucas Torreira (77.) entschieden die Partie.

Spanien: Real Madrid hat mit einem Pflichtsieg gegen den FC Valencia wieder Sichtkontakt zur Liga-Spitze hergestellt. Nach dem 2:0 (1:0)-Heimerfolg liegen die Königlichen nun als Tabellenfünfter vorerst nur noch drei Punkte hinter Spitzenreiter FC Sevilla. Ein Eigentor des dänischen Mittelfeldspielers Daniel Wass nach Flanke von Dani Carvajal ebnete den Gastgebern schon in der achten Minute den Weg zum siebten Saisonsieg. Lucas Vazquez machte nach einem Konter in der 83. Minute alles klar.

Italien: Juventus Turin bleibt in der Serie A in dieser Saison ungeschlagen und eilt weiter vorneweg. Ohne die deutschen Nationalspieler Emre Can und Sami Khedira siegten die Norditaliener am Samstagabend beim AC Florenz mit 3:0 (0:1). Rodrigo Bentancur brachte Juve in der 31. Minute in Führung. Nach der Pause erhöhte Innenverteidiger Giorgio Chiellini auf 2:0 (69.), ehe Superstar Cristiano Ronaldo die Partie per Handelfmeter endgültig zugunsten des Spitzenreiters und Serienmeisters entschied (79.).

Schottland: Celtic Glasgow hat zum 18. Mal den Ligapokal gewonnen. Im Finale im Glasgower Hampden Park setzte sich die Mannschaft von Teammanager Brendan Rodgers gegen den FC Aberdeen mit 1:0 (1:0) durch. Das Tor des Tages erzielte Ryan Christie in der Nachspielzeit der ersten Halbzeit (45.+6).

Japan: Lukas Podolski bekommt prominente Unterstützung beim japanischen Club Vissel Kobe. David Villa, der mit Spanien 2008 Europameister wurde und zwei Jahre später den WM-Titel gewann, wechselt zur kommenden Saison zum Tabellenzehnten der japanischen J-League.

Der Hamburger SV wankt, aber fällt nicht. Der 1. FC Köln siegt sich auch ohne Star-Zugang Anthony Modeste durch den Karneval. Und Union Berlin ist einfach nicht zu schlagen. Mit höchst unterschiedlichen Ansätzen marschiert das Trio aus den Millionenstädten durch die 2. Fußball-Bundesliga. Die Absteiger aus Hamburg und Köln haben sich am 15. Spieltag etwas von den Nichtaufstiegsplätzen abgesetzt und die direkte Erstliga-Rückkehr damit fest im Blick – Schritt halten kann nur Union.

Die Hamburger bleiben nach dem 2:1 beim Schlusslicht FC Ingolstadt zwar mit 31 Punkten Tabellenführer, gingen mit ihrer Leistung aber sehr selbstkritisch um. "Wir haben vergessen, Fußball zu spielen", mahnte Kapitän Aaron Hunt. Und Trainer Hannes Wolf erklärte: "Wir müssen für die nächsten Spiele daran arbeiten, dass es bei Führungen am Ende nicht mehr so spannend wird."

Spannend machten es die Kölner (30) zuletzt nicht. Nach einer Krise mit vier Spielen ohne Sieg gewannen sie zuletzt 8:1 gegen Dresden, 3:0 in Darmstadt und nun 4:0 gegen Fürth. Und das weiter ohne den zurückgeholten Torjäger Modeste, der am Samstag wegen privater Verpflichtungen nicht einmal im Stadion war. Angesichts der starken Form des Sturm-Duos Jhon Cordoba und Simon Terodde, der nach seinem Doppelpack am Samstag schon 19 Saisontore auf dem Konto hat, stellt sich aber die Frage, ob Modeste nach endlich erlangter Spielerlaubnis überhaupt direkt einen Platz im Team findet.

Das Kölsche Motto für die nächsten Wochen ist nach drei Siegen seit der Sessions-Eröffnung am 11.11. klar. "Wir wollen diesen Rückenwind über die fünfte Jahreszeit mitnehmen", sagte Trainer Markus Anfang.

Die Berliner (27) sind nach dem 3:1 gegen Darmstadt derweil weiter ohne Liga-Niederlage. Trainer Urs Fischer lobte: "In den ersten 70 Minuten haben wir keine Fehler gemacht." Einen Hinweis darauf, ob es beim Dreikampf bleibt oder noch ein viertes Team kurzfristig oben mithalten kann, gibt es möglicherweise am 10. Dezember. Dann treffen zum Abschluss des 16. Spieltags der VfL Bochum und der FC St. Pauli aufeinander. Aktuell ist Bochum (24) nach dem 0:0 in Magdeburg Fünfter, St. Pauli (25) nach dem 1:1 gegen Dresden Vierter. Fürth (23) musste erst einmal abreißen lassen.

Im Tabellenkeller steckt weiter Ingolstadt (8) als Letzter fest. Am Sonntag stellten die Schanzer, die sich eigentlich nach oben orientieren wollten, in Jens Keller den neuen Hoffnungsträger vor. Der Ex-Schalker ist schon der dritte Trainer in dieser Saison.

Vorletzter ist nun der SV Sandhausen (10) nach dem 1:2 gegen den 1. FC Heidenheim hinter dem punktgleichen Aufsteiger Magdeburg. Die direkt davor stehenden Duisburger (13) kassierten ein bitteres 0:4 gegen Kiel. Bielefeld (14) verpasste beim 2:2 in Paderborn den ersten Sieg seit September in letzter Sekunde. Auch Aue (15) holte beim 1:1 gegen Regensburg nur einen Punkt im Abstiegskampf.

Der SV Wehen Wiesbaden hat den Anschluss an die Spitzengruppe der 3. Fußball-Liga geschafft. Die Mannschaft von Trainer Rüdiger Rehm, der unter der Woche seinen Vertrag bis 2021 verlängert hatte, setzte sich am Samstag mit 2:0 (2:0) gegen die Sportfreunde Lotte durch und liegt damit nur noch drei Punkte hinter dem Relegationsplatz. "Ich glaube, dass das ein hochverdienter Sieg war. Wir hatten eine große Anzahl an Chancen", sagte Rehm nach dem "sehr, sehr effektiven Spiel" seines Teams.

Die Wiesbadener sorgten zudem für ein nachträgliches Geburtstagsgeschenk für ihren Chefcoach, der am 22. November 40 Jahre alt geworden war und dies am Abend des Sieges feierte. So freute sich Rehm auf einen "lustigen Abend mit sehr vielen Freunden".

Der SVWW beendet mit einer souveränen Vorstellung Lottes Serie von sechs Spielen ohne Niederlage. Zugleich empfahl sich der Club für die Partie am kommenden Samstag bei Spitzenreiter VfL Osnabrück. Torjäger Manuel Schäffler sorgte nach 26 Minuten mit seinem neunten Saisontreffer für die Führung. Jules Schwadorf erhöhte noch vor der Pause (43.), als die Gäste nach einem Einwurf von Alf Mintzel nicht aufpassten. Erst in der Nachspielzeit vergab Lotte-Kapitän Adam Straith per Kopf eine dicke Chance zum 1:2.

Uli Hoeneß hat das Ende der erfolgreichen Ära der Fußballstars Franck Ribéry und Arjen Robben beim FC Bayern München angekündigt.

Die beiden Flügelspieler "machen sehr wahrscheinlich ihr letztes Jahr", sagte der 66 Jahre alte Präsident im Rahmen seines Fanclub-Besuches im oberfränkischen Kersbach. Der 35 Jahre alte Franzose Ribéry spielt seit 2007 für den deutschen Rekordmeister, der ein Jahr jüngere Niederländer Robben seit 2009. Der größte Erfolg des FC Bayern mit der "Robbéry" genannten Flügelzange war neben zahlreichen Meisterschaften der Gewinn der Champions League 2013 im Endspiel gegen Borussia Dortmund.

Die Vorkommnisse bei der Jahreshauptversammlung des FC Bayern München wirken bei Hoeneß derweil noch nach. "Dieser Abend geht nicht spurlos an einem vorüber", sagte er. Hoeneß war auf der Versammlung speziell von einem Mitglied in einem Redebeitrag scharf kritisiert worden, teilweise auch polemisch. Es kam im Audi Dome auch zu Buhrufen und Pfiffen gegen den Präsidenten, der eine Debatte auf diesem Niveau ablehnte. "Heute Abend gibt es Ansätze, wie ich mir den FC Bayern nicht wünsche", hatte Hoeneß erklärt.

Er könne nicht einfach zur Tagesordnung übergehen, sagte er zwei Tage später. Er werde vielmehr in Ruhe die Entwicklung in den kommenden Monaten beobachten. Er sei schockiert und auch überrascht gewesen. So etwas habe er in 40 Jahren FC Bayern noch nicht erlebt. "Ich hoffe, dass es sich wieder ändert, sonst ist das nicht mehr mein FC Bayern." Hoeneß‹ Amtszeit als Vereinspräsident läuft im November 2019 ab.

Quelle: Gießener Allgemeine

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