Der Würzburger Torwart Fabian Giefer rettet vor dem Kieler Janni Serra. FOTO: DPA
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Der Würzburger Torwart Fabian Giefer rettet vor dem Kieler Janni Serra. FOTO: DPA

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Der Norden gibt den Ton an

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Den spanischen Giganten Barça und Real misslingt die Generalprobe für den Königsklassen-Start ebenso wie Jürgen Klopps Liverpool. Timo Werner und Kai Havertz sind trotz ihrer Torpremieren für Chelsea enttäuscht. In den Niederlanden trifft Mario Götze.

(dpa). Zwei Nordclubs rocken die 2. Fußball-Bundesliga. Nach vier Spieltagen führt Holstein Kiel vor dem Hamburger SV die Tabelle an. Mit dem 2:0 (1:0) bei den Würzburger Kickers zogen die Kieler wieder am HSV vorbei, dem am Tag zuvor mit dem glücklichen 1:0 (1:0) bei der SpVgg Greuther Fürth der dritte Sieg in Serie gelungen war. Damit bleibt der HSV das einzige Team mit makelloser Bilanz, hat allerdings eine Partie weniger als die Konkurrenten absolviert. Auf den dritten Rang verbesserte sich Erzgebirge Aue nach dem 2:1 (0:0) über den 1. FC Heidenheim.

Dagegen musste Mitfavorit Hannover einen weiteren Rückschlag hinnehmen. Nach dem 0:1 (0:1) beim SC Paderborn verpassten die Norddeutschen den Sprung auf Rang zwei und verhalfen dem Bundesliga-Absteiger aus Ostwestfalen zum ersten Saisonsieg. "Wir haben für unseren Geschmack in den ersten 55 Minuten nicht das Spiel absolviert, was wir uns vorgestellt hatten. Es hat der Mut gefehlt", sagte Hannover Trainer Kenan Kocak. Steffen Baumgart hingegen war total zufrieden. "Am Ende sind wir einfach froh und glücklich, dass wir das Ding über die Ziellinie gebracht haben", sagte der SCP-Coach.

Zur Verwunderung vieler Fachleute liegen die Störche aus Kiel weiter vorn. Janni Serra (22.) sorgte nach artistischer Vorarbeit von Jae-Sung Lee für den verdienten Sieg. Ein Eigentor von Lars Dietz (75.) beseitigte alle Zweifel am verdienten Sieg. "Wir gehen hier als Sieger vom Platz, weil wir unsere beiden sehr gut herausgespielten Großchancen genutzt haben. Das war extrem wichtig", meinte Matchwinner Serra. Selbstkritisch fügte er aber hinzu, dass der Dreier "nicht wirklich verdient" war. "Denn wir hatten wenig Rhythmus im Spiel und wenig Druck auf den Ball", meinte er.

Nach zwei vergeblichen Anläufen und dem nun besten Saisonstart seit 46 Jahren reifen bei den Hamburgern Träume von einer Rückkehr in die Bundesliga. Trotz des Platzverweises von Innenverteidiger Toni Leistner (53.), der gerade erst seine Meisterschaftssperre von zwei Partien wegen seiner Attacke auf einen Zuschauer abgesessen hatte, rettete das Team von Daniel Thioune nach dem Treffer von Khaled Nareyden den glücklichen Erfolg über die Zeit. Das bewertet der Trainer als Zeichen guter Moral: "Es war ein Sieg des Willens, der Bereitschaft und des Ekligseins."

Zwei weitere Spiele des vierten Spieltags stehen noch aus. Am Montag (20.30 Uhr/Sky) trifft der FC St. Pauli auf den 1. FC Nürnberg. Die Partie des VfL Osnabrück gegen den SV Darmstadt 98 wurde wegen zweier Coronafälle beim VfL auf den 28. Oktober (18.30 Uhr) verlegt.

Kurz vor dem Start der neuen Königsklassen-Saison haben sich einige der internationalen Favoriten noch nicht in Topform präsentiert. Die spanischen Spitzenclubs FC Barcelona und Real Madrid verloren ihre Partien am Wochenende. In England schob Liverpool-Coach Jürgen Klopp ebenso Frust wie die deutschen Fußball-Nationalspieler Timo Werner und Kai Havertz mit dem FC Chelsea. Eine erfolgreiche Generalprobe feierte dagegen Bayern-Gegner Atlético Madrid. In Eindhoven trifft Mario Götze, doch in der Champions League ist PSV Eindhoven nicht dabei.

Torgarant:Beim FC Barcelona ausgemustert, bei Atlético Madrid schon jetzt fast unverzichtbar: Luis Suárez entwickelt sich bei seinem neuen Club mehr und mehr zum Torgaranten. "Jetzt fokussieren wir uns auf die Champions League", kündigte Suárez nach dem 2:0-Sieg bei Celta Vigo an, den er mit seinem dritten Ligator eingeleitet hatte. Königsklassen-Gegner am Mittwoch ist der FC Bayern - doch nach der gelungenen Generalprobe reist der Club selbstbewusst nach München. Gar nicht rund lief es vor dem Start der neuen Königsklassen-Saison dagegen bei den Topclubs Real Madrid und FC Barcelona. Real verlor 0:1 gegen den FC Cádiz, Barça ist nach einem 0:1 beim FC Getafe nur noch Neunter.

Traumstart:Ex-Weltmeister Mario Götze hat bei seinem neuen Verein in den Niederlanden einen Traum-Einstand gefeiert. Mit seinem Tor zum 1:0 legte der 28-Jährige die Grundlage für den klaren 3:0 (3:0)-Erfolg der PSV Eindhoven beim PEC Zwolle. Das Team des deutschen Trainers Roger Schmidt blieb damit ungeschlagen und übernahm am fünften Spieltag mit 13 Punkten die Tabellenführung in der Eredivisie. Götze nutzte schon nach neun Minuten einen ungenauen Rückpass von Zwolle-Profi Clint Leemans und überwand den deutschen Torwart Michael Zetterer.

Tor-Frust:Ihre Torpremieren in der Premier League konnten die Stimmung von Kai Havertz und Timo Werner auch nicht retten. "Wir sind sehr frustriert über das Ergebnis", sagte Havertz nach dem 3:3 (2:1) gegen den FC Southampton. Havertz traf zum 3:2 und damit ebenso erstmals in der Premier League wie Werner, der die Treffer zum 1:0 und 2:0 erzielt hatte. Doch am Ende überwog bei beiden der Ärger über die verschenkten Punkte: "Wir haben 3:2 geführt und müssen das Ergebnis dann halten und zu Hause gewinnen, aber das haben wir nicht geschafft", sagte Havertz.

Gefrustet war auch Liverpool-Coach Jürgen Klopp nach dem 2:2 im Derby gegen den FC Everton. "Es wird schwerer und schwerer, das hinzunehmen", sagte er, nachdem eine fragwürdige Abseitsentscheidung des Videoschiedsrichters sein Team kurz vor Schluss um den möglichen Sieg gebracht hatte.

(sid). Florian Wellbrock ist sehr nachdenklich geworden. "Eine Ansteckung könnte mehr kosten als meinen Olympiatraum", sagte der Doppel-Weltmeister nach der coronabedingten Absage der für Ende des Monats geplanten Schwimm-DM in Berlin: "Angesichts der aktuellen Unsicherheiten ist mir Vorsicht definitiv lieber als Nachsicht."

Der Deutsche Schwimm-Verband (DSV) hatte die Meisterschaften als "Zeichen des Aufbruchs und Rückkehr zur Normalität" in schwierigen Zeiten verkauft. Am Samstag wurde das Event ersatzlos gestrichen - die Coronazahlen steigen rasant, die Meldezahlen sanken Richtung Beckengrund.

Die Absage wirft nochmals ein grelles Scheinwerferlicht auf die Profi-Serie ISL, die für ein Event Schwimmstars aus der ganzen Welt in den Corona-Hotspot Budapest einfliegen ließ. Der DSV hatte seine Athleten wegen "nicht kalkulierbarer Risiken" ausdrücklich vor einer Teilnahme gewarnt.

Wellbrock wollte bei der DM starten, in Budapest aber nicht. Die Angst vor einer Ansteckung mit COVID-19 und möglichen Spätfolgen selbst bei jungen Topsportlern ist groß. "Niemand weiß bislang genau, welchen Einfluss das auf die künftige Leistungsfähigkeit hat", mahnte der 23-Jährige: "Wenn die Lunge dadurch künftig nur ein Prozent weniger leistet, gefährdet das die Karriere."

Ex-Weltmeister Marco Koch (30), Brustschwimmer und einer der DSV-Stars, sieht das anders: Er ist in Budapest. "Das ist der Grund, dass wir zu Hause zwei Tests machen mussten und hier für weitere Tests gleich weggesperrt wurden", sagte er am Sonntag. "Ich habe noch von keinem Vorfall hier innerhalb der Blase gehört."

Allerdings hatten beispielsweise der italienische Freistil-Superstar Federica Pellegrini, Peking-Olympiasiegerin Femke Heemskerk (Niederlande) und Ungarns junger Schmetterling-Weltrekordler Kristof Milak ihre Teilnahme nach positiven Coronatests absagen müssen. Pellegrini berichtete von starken Schmerzen, Milak von Fieber, Schwäche und Gewichtsverlust.

(dpa/lhe). Am fünften Spieltag hat es den SV Wehen Wiesbaden in der 3. Fußball-Liga erwischt. Nach dem 0:1 (0:1) gegen den SV Waldhof Mannheim und der ersten Saisonniederlage haderten am Samstag Trainer und Spieler mit den vergebenen Chancen. "Das Ergebnis ist frustrierend, tut uns weh und passt uns gar nicht", meinte Chefcoach Rüdiger Rehm. "Natürlich sind wir unglaublich enttäuscht."

Die Gäste nutzten den ersten Angriff gleich zum Tor des Tages durch Joseph Boyamba, der mit einem Schuss aus der Drehung ins Eck traf (2. Minute). Der meist überlegene SVWW mühte sich eineinhalb Stunden lang um den Ausgleich, vergab aber einige hochkarätige Chancen oder scheiterte am starken Waldhof-Keeper Jan-Christoph Bartels. "Jetzt nicht verzweifeln!", empfahl Stürmer Johannes Wurtz. "Am Dienstag geht es schon wieder weiter, da hauen wir auswärts Uerdingen weg."

Quelle: Gießener Allgemeine

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