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Manuel Neuer brennt auf einen Einsatz am Samstag im Pokal-Finale.

Neuer ist nicht mehr unantastbar

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(dpa). Manuel Neuer gibt alles, ohne dabei zu überdrehen. Nach sechs Wochen Wettkampfpause wegen einer Wadenverletzung will der Kapitän am Samstag (20.00 Uhr/ARD und Sky) im Berliner Olympiastadion unbedingt wieder im Tor des FC Bayern München stehen, um im heißen DFB-Pokalfinale gegen RB Leipzig eine persönlich komplizierte und bisweilen auch frustrierende Fußballsaison zu einem guten Ende zu bringen. "Ich konnte bei der Meisterschaft nicht mithelfen", sagte der Nationaltorhüter nach dem 5:1 am letzten Bundesliga-Spieltag gegen Eintracht Frankfurt, als er zuschauen musste. Zum Gewinn von Titel Nummer zwei will er einen aktiven Beitrag leisten. "Die Schale haben wir. Nun wollen wir noch den Pokal holen!"

Die Torwartkluft hatte Neuer vor einer Woche nur zum Empfang der Meistertrophäe in der Münchner Arena übergestreift. Davor hatte er wieder seinem Vertreter Sven Ulreich zuschauen müssen. "Ich gehe davon aus, dass ich gegen Leipzig wieder im Tor stehen werde, wenn alles gut geht in dieser Woche", sagte Neuer danach mit Blick auf das Endspiel um den "Pott", das die Saison mit dem Verein abschließt.

In den geheimen Trainingseinheiten bis zur Abreise des deutschen Rekordpokalsiegers am Donnerstagabend in die Hauptstadt dosierte Neuer die Belastung, um das geplante Comeback nicht zu riskieren. Beobachter der Einheiten gewannen einen positiven Eindruck. Neuers linke Wade, in der am 14. April beim Bundesligaspiel in Düsseldorf Muskelfasern gerissen waren, scheint wieder voll belastbar. "Wenn Manuel gesund ist und das Okay der medizinischen Abteilung bekommt, wird er spielen", sagte Bayern-Trainer Niko Kovac.

Auch Joachim Löw ist gespannt. Der Bundestrainer wird Tribünengast im Olympiastadion sein. Löw hatte seinen Kapitän am Mittwoch nur unter Vorbehalt in den Kader für die im Juni noch anstehenden EM-Qualifikationsspiele in Weißrussland und gegen Estland berufen.

Löw ist vorsichtig geworden bei Neuer. Auch beim FC Bayern wird inzwischen bei ihm genau hingeschaut. Anfangs hatte es geheißen, die Wadengeschichte sei eine Sache von zwei Wochen. Tatsächlich verpasste Neuer dann sechs Partien. Ulreich vertrat ihn ordentlich. Und der Ersatztorwart, den leichte muskuläre Probleme plagen sollen, würde auch gegen Leipzig gerne auflaufen. "Ich bereite mich so vor, als ob ich spiele", sagte er nach dem Gewinn der Meisterschaft.

Unantastbar ist Neuer nicht mehr. In München wird schon über mögliche Nachfolger geraunt. U21-Nationaltorhüter Alexander Nübel, wie Neuer aus der Knappenschmiede des FC Schalke 04, gilt auf Sicht als Kandidat im Bayern-Kasten.

Derweil will Bayern München Fußball-Nationalspieler Leroy Sane von Manchester City verpflichten. Eine Meldung des Fachmagazins kicker bestätigte Präsident Uli Hoeneß am Donnerstag. "Wir beschäftigen uns mit der Personalie", sagte Hoeneß nach Angaben der "Süddeutschen Zeitung".

Hoeneß hatte am vergangenen Samstag angekündigt, dass der FC Bayern seinen "relativ großen Umbruch" weiter vorantreiben wolle: "Wir werden nicht damit aufhören, die Mannschaft zu verändern", sagte er. Der kicker hatte am Montag berichtet, dass Manchesters Teammanager Pep Guardiola Sane angeblich loswerden wolle.

Quelle: Gießener Allgemeine

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