Neue deutsche Welle

  • vonSID
    schließen

Zaudern kennt Pascal Ackermann nicht. Der Pfälzer sucht das Risiko, auch wenn’s mal schiefgeht. "Lieber vorne sterben, als hinten nix erben, das ist die Art, wie ich fahre", sagte der deutsche Meister nach seinem Klassikersieg am 1. Mai bei Eschborn–Frankfurt. Es ist eine draufgängerische Art, die zum positiven Naturell des aufstrebenden Sprinters passt.

Zaudern kennt Pascal Ackermann nicht. Der Pfälzer sucht das Risiko, auch wenn’s mal schiefgeht. "Lieber vorne sterben, als hinten nix erben, das ist die Art, wie ich fahre", sagte der deutsche Meister nach seinem Klassikersieg am 1. Mai bei Eschborn–Frankfurt. Es ist eine draufgängerische Art, die zum positiven Naturell des aufstrebenden Sprinters passt.

Schlechte Laune liegt dem 25-Jährigen fern, lachend, fröhlich, optimistisch genießt er seinen Beruf. "Ich habe einfach unglaublichen Spaß am Radfahren", erklärte Ackermann, der mit Max Schachmann und Emanuel Buchmann den Kern der neuen deutschen Welle bildet. "Die sogenannte zweite Reihe, die eigentlich keine mehr ist, hat sich enorm entwickelt. Darauf bin ich stolz", sagte Ackermanns Teamchef Ralph Denk.

In Zeiten, in denen Siege von Marcel Kittel, John Degenkolb oder den Routiniers Andre Greipel und Tony Martin rar geworden sind, preschen vor allem die drei (Super-)Männer des deutschen Rennstalls Bora-hansgrohe nach vorne. Schachmann und Buchmann haben im Frühjahr reichlich auf sich aufmerksam gemacht – da will Ackermann nicht nachstehen. "Für mich war das eine Riesenerleichterung, die letzten Wochen liefen definitiv nicht so wie geplant", sagte er.

Als Schachmann und Buchmann den süßen Duft des Sieges und toller Resultate genossen, kämpfte sich Ackermann durch eine kleine Delle. "Ich hatte vier Stürze in fünf Rennen", erzählte er – und besonders der letzte vor gut einer Woche bei der Tour of the Alps hätte böse enden können. Ackermann erlitt eine Venenverletzung am Arm, von der "zum Glück" nur ein dicker Bluterguss blieb, der sich durch Physiotherapie schnell behandeln ließ: "Das war der Moment, wo ich mich gefragt habe: Bin ich wirklich fit für den Giro?"

An der Alten Oper erhielt Ackermann in der Mainmetropole eine klare Antwort. "Für mich ist das eine Riesenmotivation. Jetzt hoffe ich, dass es auch gut beim Giro läuft", sagte er. Landsmann Nils Politt (Katusha-Alpecin), der als Zweiter bei Paris–Roubaix sein Frühjahrsglanzlicht erlebte, hat da keine Zweifel. "Pascal ist in Giro-Form, Chapeau!", sagte er.

Bora-Teamchef Denk bestärkte der wichtige Prestigeerfolg ebenfalls in der Hoffnung, dass Ackermanns Premiere bei der Italien-Rundfahrt erfolgreich wird: "Wir sind optimistisch", sagte er. Die Zeit bis zur Anreise nach Bologna, wo die zweitgrößte Rundfahrt der Welt am 11. Mai beginnt, nutzt Ackermann ("Ich brauche die Regeneration"), um Kraft zu tanken für die vor ihm liegende Schinderei.

Dann aber wird er wieder mit großem Spaß das Risiko suchen, so wie es seine Art ist. Selbst wenn Ackermann noch nicht wirklich weiß, was der Etappenplan ihm tatsächlich beschert: "Ich habe noch nicht reingeguckt, aber mir wurde gesagt: Die ersten beiden Wochen sind gut für dich."

Für Ackermann, der eineinhalb Autostunden von Frankfurt aufgewachsen ist, war der deutsche Klassiker ebenfalls ein Höhepunkt im übervollen Radsport-Kalender. "Es ist etwas ganz, ganz anderes, hier ein Rennen zu gewinnen. Es war immer mein Traum, hier den Sieg einzufahren", sagte er. Schon mit elf Jahren war er beim Nachwuchsrennen gestartet und habe die Profis "immer beneidet". Das ist nun vorbei. "Jetzt bin ich froh, selbst mal ganz oben zu stehen", sagte Ackermann.

Quelle: Gießener Allgemeine

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare