Biathlon / Leichtathletik

Laura Dahlmeier hat den Berglauf für sich entdeckt

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Idriss Gonschinska ist gerade jeden Abend im TV zu sehen. Bei den Leichtathletik-WM-Übertragungen aus Doha. Dort, wo es so unfassbar heiß ist, spricht der Generaldirektor des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV) auf einmal über eine Ikone aus dem Wintersport: Laura Dahlmeier, die Ex-Biathletin. Die kann der DLV als Neuzugang verbuchen. Die 26-Jährige hat eine neue Sportart entdeckt: das Trailrunning - oder konservativer ausgedrückt: den Berglauf. Der ist eine offizielle leichtathletische Disziplin, im November findet in Argentinien die WM auf der Langstrecke, garniert mit vielen Höhenmetern, statt. Dahlmeier hat sich so nebenbei beim Zugspitzlauf dafür qualifiziert - und die Nominierung angenommen. "Laura Dahlmeier ist ein großer Name im deutschen Sport, und wir sind stolz, dass sie das DLV-Nationaltrikot tragen wird", sagt Gonschinska. Die siebenmalige Biathlon-Weltmeisterin meint: "Es hat sich durch Zufall ergeben."

Garmisch-Partenkirchen und Umgebung sind Zentren des Trailrunnings. Ein in dieser Ausprägung relativ junger Sport, den vor allem die Sportartikel- und Outdoorindustrie forciert. Gelaufen wird mit einem Rucksack (es gibt Pflichtausrüstung mit Erste-Hilfe-Set, Trinkreserven, Verpflegung, Schlechtwetterkleidung, Stirnlampe, Handy) in der Natur, auch weit über die klassische Marathondistanz hinaus, in der Regel führt man Stöcke mit sich und startet auch mal vor Tagesanbruch.

Das Höchste für alle Trailrunner ist die Teilnahme am Ultratrail du Mont Blanc. Die Strecke rund ums Massiv des französischen Alpenriesen ist 171 Kilometer lang, man muss 10 200 Höhenmeter bewältigen (also den Mount Everest von Meereshöhe aus plus Zugabe). Man kann sich dafür nicht einfach anmelden, sondern muss Qualifikationspunkte sammeln.

Die Zeiten, die gelaufen (oft auch gegangen) werden, sind mit denen auf flachen Strecken nicht vergleichbar, an den Labstationen verweilt man ein wenig. Laura Dahlmeier ist bisher noch auf den soften Trails unterwegs, sie gewann die 38,7-km-Variante des Zugspitz-Ultratrails in 4:15:38 Stunden und den traditionellen Karwendel-Marsch (52 km, 2280 Höhenmeter) in 4:51:03 - ein Streckenrekord für Damen. Laura Dahlmeier ist ein Naturtalent im Wortsinn. "Ich habe nicht die gleichen Ambitionen wie im Biathlon, wo ich um den Sieg gelaufen bin", sagt Dahlmeier. Passt: Beim Trailrunning geht es ums intensive Erleben. Der Weg - oft über Felsen - ist das Ziel. Günter Klein

Quelle: Gießener Allgemeine

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