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Lewandowski als Werbemaschine

Lewandowski als Werbemaschine

Sportlich gesehen war die Weltmeisterschaft für Polens Fußballstar Robert Lewandowski eine Pleite, in Sachen Business dürfte sich das Turnier für ihn und Ehefrau Anna als Werbemaschinen trotzdem lohnen: Das Abbild des Nationalspielers ziert ein ganzes Warschauer Hochhaus, eine Hunderte Meter lange Fotostrecke zieht sich außerdem am renommierten Lazienki-Park entlang. Darauf wirbt Lewandowski für den chinesischen Konzern Huawei und das polnische Modelabel Vistula – nur zwei der zahlreichen Werbepartner, mit denen der 29-Jährige Berichten zufolge bis zu zehn Millionen Euro im Jahr dazuverdient. "Lewandowski ist der bestverkaufte Name in Polen", stellen Experten des Warschauer Press Service Medien Monitoring (PSMM) in einer Analyse fest. Auch im Fernsehen ist das kaum zu übersehen: Darin preist er unter anderem Rasierer von Gilette, Shampoo von Head & Shoulders und Mobilfunkdienste von T-Mobile an. Bis vor Kurzem warb der Nationalspieler noch für den US-Riesen Coca-Cola, nun steht er beim polnischen Sportgetränkehersteller Oshee unter Vertrag.

Tragische WM-Reise

In Gedanken sind Verónica, Mía und Diego immer dabei. Der Mexikaner Gilberto Martínez hatte mit seiner Familie eine Reise zur Fußball-WM nach Russland geplant, doch wenige Wochen vor dem Turnierstart kamen seine 42 Jahre alte Frau, seine sechsjährige Tochter und deren zwei Jahre älterer Bruder bei einem Autounfall in den USA ums Leben. Martínez nahm psychologische Hilfe in Anspruch und entschied sich, den WM-Traum für seine Familie zu verwirklichen. Bei jedem Spiel der Mexikaner hat der 41-Jährige die Fan-IDs seiner Angehörigen und ein T-Shirt dabei. VERO, DIEGO, MIA steht in Großbuchstaben darauf und: "SIEMPRE CONMIGO" – "IMMER BEI MIR". Die Partie gegen Deutschland (1:0) am mexikanischen Vatertag sei für ihn sehr schlimm gewesen, erzählt Martínez der argentinischen Zeitung "Clarín". "Es gab harte Momente. Der Moment des Tores, die Hymne, als das Spiel endete." Auch das mexikanische Nationalteam hat schon von der besonderen Reise seines Fans erfahren. Eintracht Frankfurts Nationalspieler Marco Fabián wendete sich in einem Twitter-Beitrag an Martínez. "Mein ganzer Respekt und meine ganze Bewunderung für Gilberto Martínez (...)", schrieb er. "Deine Engel werden immer bei dir sein."

100 000 Chinesen

Rund 100 000 chinesische Fußballfans sind zur Weltmeisterschaft nach Russland gereist. Das teilte die chinesische Botschaft der Agentur Tass zufolge am Mittwoch mit. China hatte sich allerdings gar nicht für die WM-Endrunde qualifiziert. Die Angaben standen indes im Widerspruch zu Zahlen des Fußball-Weltverbandes: Der FIFA zufolge haben Chinesen rund 40 000 Eintrittskarten für Spiele gekauft. Außerhalb Russlands wurden demnach die meisten Karten in den USA (rund 90 000) gekauft.

Küssender Kicker

Die Isländer sind raus. Aber es bleibt wieder ein sehr sympathischer Eindruck, den die Insel-Fußballer in Russland hinterlassen haben. Als einer von ihnen, Aron Einar Gunnarsson, sich nach der 1:2-Niederlage gegen Kroatien ein Küsschen – besser: einen dicken Kuss – von seiner Freundin abholt, nutzen die Island-Fans die Chance für ein Foto oder Selfie mit dem küssenden Kicker. (dpa)

Quelle: Gießener Allgemeine

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