Köln feiert Karneval und Kantersieg Hrubesch-Serie hält Manchester City gewinnt Stadtderby

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Trainer Markus Anfang kam als Koch verkleidet auf den Trainingsplatz, Simon Terodde alberte als gelber Minion herum, Torhüter Timo Horn verteilte als Horrorclown Kölsch: Der 1. FC Köln feierte am Sonntag das furiose 8:1 (2:0) gegen Dynamo Dresden passend zum Karnevalsauftakt ausgelassen. Dass der Hamburger SV dennoch Tabellenführer der 2. Liga blieb, interessierte die FC-Fans am "Elften im Elften" herzlich wenig.

Trainer Markus Anfang kam als Koch verkleidet auf den Trainingsplatz, Simon Terodde alberte als gelber Minion herum, Torhüter Timo Horn verteilte als Horrorclown Kölsch: Der 1. FC Köln feierte am Sonntag das furiose 8:1 (2:0) gegen Dynamo Dresden passend zum Karnevalsauftakt ausgelassen. Dass der Hamburger SV dennoch Tabellenführer der 2. Liga blieb, interessierte die FC-Fans am "Elften im Elften" herzlich wenig.

"Heute ist der 11.11. – wir sind Kölner, da gehört es sich, das auch zu feiern", sagte Anfang: "Die jecke Zeit ist dafür da, dass du jeck bist. Die Jungs gehen zusammen weg, und wir als Funktionsteam gehen auch zusammen in die Stadt." Um 11.11 Uhr wurde offiziell die fünfte Jahreszeit am Rhein eingeläutet.

Getroffen hatten am Samstag im Ringelpiez-Trikot Jhon Cordoba (3./51.), Terodde (42./46./61.), Nationalspieler Jonas Hector (56./83.) und Louis Schaub (78.). Baris Atik (72.) gelang das Ehrentor für Dynamo. Die Kölner stellen damit ihren Zweitliga-Rekordsieg gegen Wacker Burghausen aus dem Jahr 2005 ein.

"Ich hätte mir natürlich gewünscht, dass wir die acht Tore von Samstag auf die letzten Spiele verteilt hätten, dann hätten wir jetzt mehr Punkte", sagte Anfang: "Aber so war es auch schön, die Jungs haben wie entfesselt gespielt."

Beim HSV wurde deutlich verhaltener gefeiert. Zwar war das 3:1 (1:1) bei Erzgebirge Aue der vierte Sieg im vierten Pflichtspiel unter dem neuen Trainer Hannes Wolf. Der schwere Sturz eines Hamburger Fans vom Zaum im Stadion trübte aber die Stimmung. "Es ist schwierig, sich richtig zu freuen. Das sah nicht gut aus", sagte Sportvorstand Ralf Becker. Der Zustand des HSV-Anhängers sei aber stabil, teilte der Klub mit.

Die HSV-Tore erzielten Pierre-Michel Lasogga (21.), Khaled Narey (63.) und der kurz zuvor eingewechselte Bakery Jatta (68.). Clemens Fandrich (23.) sorgte für das zwischenzeitliche 1:1. "Das heißt nicht, dass wir uns jetzt zurücklehnen und tagelang feiern", sagte Wolf: "Aber natürlich war das ein guter Start. Darüber freuen wir uns."

Der Aufstieg sei immer noch weit weg. "Wir brauchen Punkte. Wir können nicht immer über den Mai reden, über dieses Ziel und den letzten Schritt", sagte der Trainer. Lasogga äußerte sich offensiver: "Wir können jetzt definitiv den Grundstein legen. Jetzt wollen wir den ersten Platz verteidigen und bis zum Ende dableiben."

Auf den dritten Platz kletterte am Sonntag Union Berlin durch ein 4:0 (3:0) gegen die SpVgg Greuther Fürth. Joshua Mees (5./10.) und Sebastian Polter (29./56.) trafen jeweils doppelt. Der FC St. Pauli (am Samstag 1:1 gegen den 1. FC Heidenheim) fiel zurück auf Position vier.

Die bemitleidenswerten Dresdner versuchten derweil, nach der Klatsche in Köln Aufbauarbeit zu leisten. "Wenn ich einige Spieler heulen sehe wie die Schlosshunde, weiß ich, dass ich Jungs trainiere, die mit ganz viel Herz und Leidenschaft dabei sind", sagte Trainer Maik Walpurgis. Im Tabellenkeller trennten sich Schlusslicht FC Ingolstadt und Arminia Bielefeld 1:1 (0:0). Der 1. FC Magdeburg unterlag Jahn Regensburg 2:3 (1:1).

Die Siegesserie der deutschen Fußball-Frauen unter Bundestrainer Horst Hrubesch hält an. Auch im siebten und vorletzten Spiel unter der Leitung des 67-Jährigen gewann die DFB-Mannschaft am Samstag in Osnabrück mit 5:2 (2:2) gegen Italien. Lina Magull hatte die Gastgeberinnen vor 5904 Zuschauern bereits nach sechs Minuten in Führung gebracht, Sara Däbritz erhöhte (18.). Die Italienerinnen kamen mit ihren beiden einzigen Chancen vor der Pause durch Barbara Bonansea (29.) und Daniela Sabatino (43.) zum Ausgleich. Giulia Gwinn mit ihrem ersten Länderspieltor sorgte fünf Minuten nach Wiederbeginn für das 3:2. Die eingewechselte Lena Petermann traf nach einer Stunde zum 4:2, Leonie Maier gelang der Treffer zum 5:2-Endstand (86.).

"Wir können noch viel mehr Tore machen, bei fünf Toren kann man aber auch nicht meckern. In der ersten Hälfte müssen wir die eine oder andere Chance mehr nutzen", sagte Sara Däbritz, die schon auf den Abschied von Hrubesch schaut: "Wir sind demütig, es war eine sehr tolle und prägende Zeit mit Horst. Ich konnte viel von ihm lernen fürs Spiel und fürs Leben. Wir versuchen, das letzte Spiel mit ihm zu genießen und ihm einen schönen Abschied zu bereiten."

Hrubesch machte seine Ankündigung wahr und gab gleich einer Reihe von jungen Spielerinnen Einsatzchancen. So feierten die Hoffenheimerinnen Maximiliane Rall und Lena Lattwein sowie Sydney Lohmann vom FC Bayern München ihr Debüt im DFB-Trikot. Für die verletzte Stammtorhüterin Almuth Schult stand Merle Frohms aus Freiburg in ihrem zweiten Länderspiel im Tor.

Das deutsche Team begann mit großer Geschwindigkeit und viel Druck. Der Ball wurde direkt gespielt und die Gäste damit in Nöte gebracht. Der frühen Führung ging ein schöner Pass von Alexandra Popp in den Lauf von Magull voraus. Immer wieder versuchte vor allem Svenja Huth dank ihrer Schnelligkeit und Ballsicherheit, die Kolleginnen in gute Positionen zu bringen. Doch nach einer Viertelstunde hatte sich der Weltranglisten-Zwölfte auf das deutsche Spiel eingestellt.

Dennoch hätten Magull (35.) und Popp (42.) schon vor der Pause erhöhen können. Stattdessen kassierte der Olympiasieger den Ausgleich, weil zweimal nach hohen Bällen die Innenverteidigung ausgehebelt wurde. Frohms war bei den Treffern chancenlos.

Nach dem Seitenwechsel spielte die Hrubesch-Mannschaft wieder wie in der Anfangsviertelstunde und belohnte sich sofort mit dem 3:2. Die Freiburgerin Gwinn wurde mustergültig von Magull freigespielt, umkurvte noch Torhüterin Laura Giuliani und vollendete. Auch das 4:2 entsprang einer schönen Kombination über links. Die eingewechselte Carolin Simon flankte, Petermann musste nur noch einschießen. Maier sorgte schließlich für den Schlusspunkt.

Der englische Fußballmeister Manchester City hat das Stadtderby gegen Rekordmeister Manchester United für sich entschieden. Die in dieser Premier-League-Saison noch unbesiegte Mannschaft von Trainer Pep Guardiola gewann am Sonntagabend mit 3:1(1:0) gegen den Lokalrivalen. City bleibt damit Tabellenführer und hat zwei Punkte Vorsprung auf den Zweitplatzierten FC Liverpool.

David Silva (12. Minute), Sergio Agüero (48.) und der deutsche Nationalspieler Ilkay Gündogan (86.) schossen im eigenen Stadion die Tore für den Spitzenreiter. Den Treffer für United erzielte Anthony Martial (58.) per Strafstoß, nachdem Stürmer Romelu Lukaku im Strafraum von Torwart Ederson zu Fall gebracht worden war. Beide Teams mussten auf ihre verletzten Mittelfeldstars verzichten. Bei City fehlte Kevin De Bruyne, bei United Paul Pogba.

Der FC Arsenal kam gegen Aufsteiger Wolverhampton Wanderers überraschend nur zu einem 1:1 (0:1). Henrich Mchitarjan (86.) rettete der Mannschaft des ehemaligen deutschen Nationalspielers Mesut Özil einen Punkt, nachdem Ivan Cavaleiro (13.) die Gäste früh in Führung gebracht hatte. Arsenal bleibt Fünfter der Tabelle.

Der FC Liverpool ist derweil weiter ungeschlagen. Die Mannschaft von Jürgen Klopp setzte sich mit 2:0 (1:0) gegen den Tabellenletzten FC Fulham durch und feierte damit den neunten Sieg im zwölften Spiel.

Mohamed Salah (41. Minute) und der frühere Bayern-Profi Xherdan Shaqiri (53.) erzielten die Tore für die Reds, die zuvor mehrmals am starken Fulham-Torwart Sergio Rico gescheitert waren. Weniger als eine Minute vor Salahs Führungstreffer hatte Alexander Mitrovic ein Tor für Fulham erzielt, das allerdings wegen einer vermeintlichen Abseitsstellung aberkannt wurde.

In der spanischen Primera Division hat der FC Barcelona sein zweites Saisonspiel verloren. Die Mannschaft von Superstar Lionel Messi und DFB-Nationaltorhüter Marc-André ter Stegen kassierte eine überraschende 3:4 (0:2)-Heimniederlage gegen Betis Sevilla. Den Gastgebern reichten auch die drei Treffer von Messi (67. Minute/Foulelfmeter/90.+2) und Arturo Vidal (79.) nicht.

Den vierten Saisonsieg für die Gastgeber machten Firpo Junior (20.), Joaquin (34.), Giovani Lo Celso (71.) und Sergio Canales (83.) perfekt. Ivan Rakitic sah bei Barcelona in der 81. Minute die Gelb-Rote Karte.

Quelle: Gießener Allgemeine

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