TV-Experte bei RTL

Klinsmann geht in seiner Rolle auf

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Jürgen Klinsmann muss immer wieder grinsen, als er mit ausladenden Gesten über Fußball philosophiert. Kurz vor seiner Rückkehr auf die große Bühne ist der Vater des Sommermärchens von 2006 in seinem Element. Immer noch ist er der schwäbelnde "Klinsi", der mit seiner Aura einen ganzen Raum ausfüllt. Nur eins ist neu: Statt eine Umkleidekabine voller Profis auf den Sieg einzuschwören, urteilt der 54-Jährige vor Millionen von Fans am Bildschirm über die Nationalmannschaft.

Jürgen Klinsmann muss immer wieder grinsen, als er mit ausladenden Gesten über Fußball philosophiert. Kurz vor seiner Rückkehr auf die große Bühne ist der Vater des Sommermärchens von 2006 in seinem Element. Immer noch ist er der schwäbelnde "Klinsi", der mit seiner Aura einen ganzen Raum ausfüllt. Nur eins ist neu: Statt eine Umkleidekabine voller Profis auf den Sieg einzuschwören, urteilt der 54-Jährige vor Millionen von Fans am Bildschirm über die Nationalmannschaft.

"Ich bin kein Kritiker und kein Besserwisser. In keinster Weise. Ich diskutiere halt gerne über Fußball", sagt der Welt-und Europameister vor seinem Debüt als neuer TV-Experte bei RTL am Mittwoch (20.45 Uhr) beim Länderspiel Deutschlands gegen Serbien. Zu diskutieren wird es bei der derzeitigen Lage der Dinge reichlich geben. Da ist das Ergebnis schon fast egal. Und auch, wenn er sich scheinbar nicht als Kritiker sieht, will Klinsmann seinen früheren Co-Trainer Joachim Löw nicht in Watte packen. "Das Schöne am Fußball ist, dass du immer über Fakten redest – über das, was du siehst", sagte er: "Wenn das gut ist, dann gibst du Komplimente. Wenn es schlecht ist, musst du es kritisch ansprechen."

Klinsmann geht ganz offensichtlich in der Expertenrolle auf. Das ist schnell zu merken, als er markige Worte für den Zustand des Fußballs in seinem Heimatland findet. Das WM-Aus und der Abstieg in der Nations League seien beides "Katastrophen" gewesen, ein Champions-League-Viertelfinale ohne deutsche Beteiligung nennt der gebürtige Göppinger "ein verheerendes Bild für die Bundesliga". Bei so viel Meinung könnte der Zuschauer auf die Idee kommen, Klinsmann würde gerne selbst schnellstmöglich das TV-Mikrophon wieder gegen Trillerpfeife und Stoppuhr tauschen. Aber der frühere Stuttgart- und Bayern-Profi ist eben auch Familienmensch und nimmt Rücksicht. Denn daheim im kalifornischen Huntington Beach büffelt seine Tochter Laila in der High School. "Ich habe immer gesagt, dass – solange sie drüben zur Schule geht – nur ein Nationaltrainerjob in Frage kommt. Da war Amerika optimal", sagt Klinsmann. Doch Nationalcoach der USA ist er schon seit 2016 nicht mehr, danach ergab sich bislang nichts. Ganz neu ist die Aufgabe für Klinsmann nicht. Für ZDF und RTL hat er schon 2002 und 2010 Weltmeisterschaften begleitet – und letztes Jahr berichtete er gemeinsam mit Gary Lineker für die BBC aus Russland.

Quelle: Gießener Allgemeine

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