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„Nicht Netflix, sondern Formel 1“ – Schumacher-Aus bei Haas besiegelt?

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Von: Vinzent Fischer

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Steht die Zukunft in der Formel 1 auf dem Spiel? Mick Schumacher muss nach den schwachen Ergebnissen zuletzt bangen.
Steht die Zukunft in der Formel 1 auf dem Spiel? Mick Schumacher muss nach den schwachen Ergebnissen zuletzt bangen. © IMAGO / Eibner

Düstere Zeiten für Mick Schumacher. Der Druck von Rennstall Haas auf den Schumi-Sohn steigt. Sein Aus in der Formel 1 wird immer wahrscheinlicher.

Austin – Für Mick Schumacher wird es immer enger. Die Zukunft des Haas-Piloten in der Formel 1 steht mehr denn je auf dem Spiel. Den Großen Preis in Austin/Texas beendete Schumacher auf einem enttäuschenden 15. Rang, während Teamkollege Kevin Magnussen in den Punkten landete. Das Rennen wurde für den Rennstall wieder einmal zum Fiasko.

Formel 1: Haas patzt erneut mit Reifen-Strategie – Druck auf Mick Schumacher steigt

Das Team scheint für Schumacher einfach nicht die richtige Strategie zu finden. Schon beim Großen Preis von Suzuka patzten die Ingenieure, als sie viel zu lange an Regenreifen festhielten und den Deutschen damit um eine deutlich bessere Platzierung brachten. Und auch in Austin traf das Team unglückliche Entscheidungen.

Lange stand Schumacher nämlich sogar vor Teamkollege Magnussen, bis ihn Haas in Runde 33 in die Box holte und auf harte Reifen wechselte. Die Taktik erwies sich jedoch als Fehler, denn der 23-Jährige konnte danach nicht mehr auf die Punkte angreifen. Doch eine Platzierung in den Top Ten ist das ausgerufene Ziel von Haas mit Schumacher. Teameigner Gene Haas höchstpersönlich hatte zuletzt den Druck auf den 23-Jährigen deutlich erhöht.

Die Uhr tickt für Mick Schumacher – nur noch eine Option für Formel-1-Zukunft

Doch die Kritik scheint Schumacher eher zu lähmen. Denn zu den Strategie-Patzern des Teams leistete sich der Deutsche auch noch einige Fahrfehler und weitere Unfallschäden am Haas-Boliden. „Ich denke, heute wären Punkte drin gewesen“, konstatierte Schumacher im Anschluss an das Rennen: „Es scheint, als hätten wir ein großes Trümmerteil mitgenommen, was das Auto deutlich beschädigt hat. Danach konnten wir nicht mehr das Maximum rausholen.“

Die Uhr tickt unaufhörlich für Mick Schumacher. Will der Sohn von Motorsport-Legende Michael Schumacher auch in der kommenden Saison in der Formel 1 antreten, muss er in den drei verbleibenden Rennen (Mexiko, Brasilien, Abu Dhabi) abliefern. Denn Schumacher bleibt nur noch eine Option übrig.

Williams entscheidet sich für Nachwuchsfahrer – Haas sondiert den Markt nach Schumacher-Alternativen

Schon früh hatten sich die meisten Rennställe in ihren Fahrerduos für die kommende Saison festgelegt. Neben Haas war nur noch Williams auf der Suche nach einem Piloten. Die Briten galten lange als Plan B für Schumacher, sollte eine Vertragsverlängerung bei Haas platzen. Doch Williams scheint nun einen Nachfolger für Nicholas Latifi gefunden zu haben: Nachwuchsfahrer Logan Sargeant, der beim freien Training in Austin erstmals vorfahren durfte.

Video: Formel-1-Pilot Mick Schumacher reagiert auf Kritik von Gene Haas

„Wir haben das Gefühl, dass (Sargeant) für die Formel 1 bereit ist“, vermeldete Teamchef Jost Capito am Wochenende. „Wenn er (am Saison-Ende, Anm. d. Red.) genug Super-Lizenz-Punkte hat, wird er nächstes Jahr unser zweiter Fahrer sein.“ Schumacher bleibt also nur noch eine Vertragsverlängerung bei Haas, wenn er auch der nächsten Saison Formel 1 fahren will. Doch Haas-Teamchef Günther Steiner, lange ein Fürsprecher Schumachers, sondiert den Markt nach Alternativen.

So beschäftigt sich der Rennstall ausgerechnet mit dem Deutschen Nico Hülkenberg. Im Anschluss an das verpatzte Rennen in Austin forderte Steiner, Fortschritte zu machen. „Das können wir nur, wenn unsere Fahrer konstant Leistung bringen und idealerweise regelmäßig punkten“, so der 57-Jährige. Klingt eher nach dem erfahrenen Hülkenberg als nach Schumacher, dem das Team oftmals die fehlenden Konstanz angekreidete.

Onkel Ralf Schumacher stichelt gegen Haas-Teamchef Steiner: „Verstehe nicht, was das soll“

Ralf Schumacher sprang seinem Neffen Mick daraufhin zur Seite. „Ich verstehe nicht, was das alles soll. Er sollte sich vielleicht mal seine eigenen Interviews anhören“, lederte der Experte bei Sky gegen Steiner.

„Die jetzigen Haas-Fahrer machen einen guten Job, und ich glaube, Haas täte gut daran, an beiden festzuhalten und – wenn man schon so kritisch gegenüber den Fahrern ist – vielleicht auch mal etwas Selbstkritik zu üben“, so der 47-Jährige weiter: „Das ist hier nicht Netflix, das ist die Formel 1.“ Die Nerven liegen also blank in der Familie Schumacher. Aktuell sieht es für die Zukunft von Mick in der Formel 1 düster aus.

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