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3:2. So hieß nicht nur der Bestseller eines großen Poeten des Fußballs (sein zweiter: »Spiele, die ich nie vergesse«), sondern so steht es auch aktuell im großen Duell FCB - BVB. Die Bayern können noch drei, die Borussen nur noch zwei Titel holen. Vor der Fortsetzungs-Serie um den wertvollsten Titel (auch pekuniär) sorgt sich der BVB um Reus, und Liverpool, auf kleiner Abwärtswelle surfend, sorgt sich vor dem Duell mit den Bayern um alles. International also ein kleiner Bayern-Vorteil, national in der Liga ein großer für die Borussen. Exakt gemessen mit einer »7« auf der Punkte-Skala. Stand heute.

Von GW

3:2. So hieß nicht nur der Bestseller eines großen Poeten des Fußballs (sein zweiter: »Spiele, die ich nie vergesse«), sondern so steht es auch aktuell im großen Duell FCB - BVB. Die Bayern können noch drei, die Borussen nur noch zwei Titel holen. Vor der Fortsetzungs-Serie um den wertvollsten Titel (auch pekuniär) sorgt sich der BVB um Reus, und Liverpool, auf kleiner Abwärtswelle surfend, sorgt sich vor dem Duell mit den Bayern um alles. International also ein kleiner Bayern-Vorteil, national in der Liga ein großer für die Borussen. Exakt gemessen mit einer »7« auf der Punkte-Skala. Stand heute.

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Falls keiner von beiden irgendeinen der Titel holt, lacht in der Liga ein Dritter. Am Niederrhein. Oder gar ein Vierter? Dann braust es, und es graust zumindest allen, die den Fußball-Poeten des »3:2« kennen. Obwohl der einst in Leipzig ein Tor des Jahrhunderts geschossen hat, im freien Vorwärtsflug mit der Hacke. Wer war’s? Aber das ist keine neue »Wer bin ich?«-Frage, da mit »Fritz Walter« viel zu leicht zu beantworten.

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Weg vom Fußball. Leser-Post. Zunächst zu Halla, der Zeitgenossin unseres Fußball-Poeten (der er nur am Ball war, nicht mit der Feder, die führte für ihn ein anderer). Am vergangenen Samstag erwähnte ich, dass Horst Stern meine schöne Kindheits-Wahrheit von Hallas selbstständigem Ritt zum Olympia-Gold 1956, mit dem fast bewusstlosen H.G. Winkler als Ballast auf dem Buckel, brutal zerstört hat. Aber »die Wahrheit liegt wie immer irgendwo in der Mitte. Und selbst dort ist Hallas Leistung immer noch grandios. Ich glaube jedenfalls immer noch an Halla ... und bin glücklich damit«, mailt Albrecht Heinemann aus Laubach »mit besten Grüßen und einem ›ermunternden weiter so‹«.

Dankeschön. Überhaupt bedanke ich mich für sehr freundliche Leser-Worte. Meistens behalte ich sie für mich. Zwei diesmal nicht, denn sie entsprechen meinen Wunschvorstellungen beim Schreiben. So gehört für Friedhelm Duchs »Lieblingsbeschäftigungen während meiner Frühstückspause das regelmäßige Lesen Ihrer Beiträge«. Online, denn der Leser wohnt in Maintal. Er wirft mir ein Vorurteil vor (es geht um einen Blog-Text über Klimawandel und Schüler-Proteste; Näheres führe hier zu weit; bei Interesse bitte in Blog und Mailbox nachlesen), er bleibt aber »dennoch weiter mit Vergnügen Ihr Leser«. – So soll’s sein! Denn ich errege zwar gerne »Ansto?, möchte damit aber keinen Leser verprellen.

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Vorurteile. Sie halten sich hartnäckig. Eine Form von ihnen ist aber leicht und erfolgreich zu bekämpfen: die eigenen. Ich arbeite dran.

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Beate Knigge »wollte nur mal sagen, als Wetterauer-Zeitung-Leser, leider nicht als Sportkenner, finde ich ihre Kolumnen fantastisch. Sie bringen einem den Sport launig nahe. Gerade die letzte Kolumne wieder, mit dem humoristischen Schlusssatz über die Gleitsicht. Danke.« – Bitteschön! Das erfüllt meine schönsten Hoffnungen: Mit einer Sport-Kolumne die liebste Zielgruppe, die den ihr uninteressanten Sportteil ansonsten mit spitzen Fingern aus dem Blatt heraus zuppelt, für ein paar Momente vom Zuppeln abhalten zu können.

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Leider gelingt es der mir Nahestehendsten der liebsten Zielgruppe oft, mich in schwere Sinnkrisen zu stürzen, wenn sie meine Sportkolumne enttäuscht kritisiert: »Heute ist ja viel zu viel Sport dabei.«

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Ein fast valentineskes Dilemma. Sie ahnen, wohin ich mit diesem Übergang holpere. Zu Andreas Galibier. Nein, das ist ja ein Alpenpass. Wie heißt er? Kavalier? Nee, jetzt hab ich’s: Galabier. Oder? Zur Sicherheit gebe ich den Namen bei Google ein ... »Andreas« ... schon klickt der Nachname von alleine auf .... »Gabalier«. Der Junge muss also weltberühmt sein. Ich habe zwar schon vage von ihm gehört, aber noch nichts von ihm Gesungenes, offenbar singt er in Sendern und Sendungen, die ich nicht frequentiere. Nun hat Andreas Gabalier den Karl-Valentin-Preis bekommen, und Fans des skurril widersinnigen und widerborstigen Valentin-Humors schäumen vor Wut. Offenbar singt Gabalier in der rechten Ecke oder wird in sie gestellt. Oder die Wahrheit, siehe Halla, liegt irgendwo in der Mitte. Mir egal. Jedenfalls zeugt die Liste früherer Preisträger von echtem Valentin-Humor. Ich meine nicht einmal die üblichen Verdächtigen von Franz Josef Strauß bis Edmund Stoiber, sondern: Selbst Philip Lahm gehört zu den Preisträgern. Skurriler geht’s ja nun wirklich nicht.

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Doch. Aus Protest wollen die Münchner Grünen einen eigenen Valentin-Preis vergeben. Die Grünen! Hintersinniger Humor! Dadaeske Selbstironie! Karl Valentin rotiert im Grab. Nicht aus Wut. Sondern weil er sich schippelig lacht.

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Vielleicht hätte sich Karl Valentin auch über mich gefreut, als Opa im Kurs »Erste Hilfe beim Kind«. Beim Beatmen des Baby-Dummies tief Luft geholt und so fest und lange wie möglich geblasen. Rüffel: »Sie blasen hier doch keinen Frosch auf!« Gelernt und als ernsthafter Hinweis weitergegeben: Beim Beatmen nur kleine, kurze Atemstöße.

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Man lernt nie aus. Im Herbst stand ich in Stralsund vor der Gorch Fock, die dort vor Anker liegt, zum Besuch freigegeben. Kurz darauf las ich über Bundeswehr-Skandale rund um das berühmte Segelschulschiff und wunderte mich, dass die Gorch Fock schwer lädiert im Trockendock bei Bremerhaven liegt. So schnell geht das? Jetzt erfahre ich: Die Skandal-Gorch-Fock ist nur ein Nachbau aus den 50er Jahren. »Meine« Gorch Fock von Stralsund ist die echte, 1933 gebaute. Seit 1951 fuhr sie unter dem Namen »Towarischtsch« (= Genosse) jahrzehntelang für die UdSSR-Handelsmarine. Jetzt liegt sie adrett herausgeputzt vor Stralsund, der bundesrepublikanische Nachbau zerlegt im Trockendock, auf unabsehbare Zeit, trotz vieler teurer Not- und Schönheitsoperationen. Ihre ältere Schwester hat wenigstens noch Wasser unterm Kiel. Das würde Karl Valentin gefallen. Stimmt’s, Towarischtsch!? (gw)

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(www.anstoss-gw.de mit gw-Blog »Sport, Gott & die Welt« / Mail: gw@anstoss-gw.de)

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