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Schon ist von Machtwechsel die Rede. Wegen der paar Törchen? Genauso könnte man eine Wahl-Umfrage zum Endergebnis erklären. Aber natürlich, wenn aus neun Punkten Rückstand zwei Tore Vorsprung werden, ist der Trend für Bayern ein Friend – auch im zweiten Wortsinn als Kletterhilfe nach oben. Auch Klemmbacke genannt. Rat für den BVB: Backen zusammenklemmen! Arsch huh! Und für seine hessischen Fans: als weider!

Schon ist von Machtwechsel die Rede. Wegen der paar Törchen? Genauso könnte man eine Wahl-Umfrage zum Endergebnis erklären. Aber natürlich, wenn aus neun Punkten Rückstand zwei Tore Vorsprung werden, ist der Trend für Bayern ein Friend – auch im zweiten Wortsinn als Kletterhilfe nach oben. Auch Klemmbacke genannt. Rat für den BVB: Backen zusammenklemmen! Arsch huh! Und für seine hessischen Fans: als weider!

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Die Kenntnis von Klemmbacke und Kletterhilfe verdanke ich Wikipedia. Keine Fremdhilfe benötige ich zur Überzeugung, dass Bayern gegen Klopp DAS entscheidende Spiel der Saison wird. Für beide. Hier wie dort beginnt sich die Stimmung zu drehen, in umgekehrte Richtungen. Wie auf der Schaukel: Wer am Mittwoch unten ist, wippt den anderen steil nach oben.

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Na ja, schiefer Vergleich. Auf der Schaukel lässt der Schwergewichtigere sein Gegenüber mutwillig oben zappeln. Wie auch immer: Ob die Bayern dreifach durchmarschieren oder mehrfach enttäuschen, ob Hummels, Boateng und Müller triumphieren oder versagen, alles, was möglich und was dazwischen wahrscheinlich ist, ändert nichts an der Beurteilung des Löwschen Stils. Und der ist mau und mies.

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Dazu zwei Leser-Stimmen. "Dankeschön für ihren sehr kritischen Artikel in Bezug auf die unmögliche Entscheidung des Jogi Löw" (Ingrid Segieth/Rosbach). – "Das Krisenmanagement der Führung ist erbärmlich, egal ob sportlich nachvollziehbar oder nicht" (Wolfgang Fertsch). Für ihn war "die Nationalmannschaft" bisher "Rückzugsort meiner romantischen Fußballträume", aber jetzt ist seine "letzte Bastion gefallen". Übrigens auch wegen der wachsweichen Stellungnahme des Doppel-Kapitäns Neuer (im Gegensatz zum erstaunlich mutigen Kimmich).

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Bleiben wir bei der Nationalmannschaft. Als beflissenes altes weißes Männlein patsche ich freudig Beifall, weil endlich und erstmals für die Frauen-WM ein Trikot mit frauenfreundlichem Design entworfen worden ist. Besonders gespannt bin ich auf die Beflockung der Trikots bei den FanInnen. Welche KickerInnen werden sie bevorzugen? Ronaldo, Messi – oder gar den schönen Mats?

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SAP-Gründer Dietmar Hopp kritisiert in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung "knausrige Milliardäre" und verkündet: "Ich würde auch 80 Prozent Steuern zahlen." Ich auch. Ich wär so gerne Milliardär, denn dann würde ich mit ein paar Fantastilllionen meiner 20 Prozent die Frankfurter Eintracht bis in die Fußball-Galaxis sponsern, dass den Scheichs die Ohren nur so schlackern.

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Die müssten auch den Juristen des DOSB schlackern, zudem schamrot, denn sie wollten tatsächlich einen DOSB-Alleinvertretungsanspruch auf die Begriffe "olympiaverdächtig" und "olympiareif" durchsetzen, mit denen ein Textilunternehmen geworben hatte. Dafür gab es eine Ohrfeige vom Bundesgerichtshof ... und höhnisches Gelächter vom Olymp, wo Zeus & Co. schenkelklopfend lästern und den Götterboten Hermes (das Original, nicht die vierrädrigen) mit der Nachricht zum DOSB schicken, dass alle Begriffe rund um Olympia ihnen gehören, nach 2500 Jahren aber Allgemeingut sind und ganz gewiss kein alleiniger Besitz von epigonalen Sportfunktionären.

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Funktionäre, Frauentrikots und die Moneten der Milliardäre – zu populistisch heute? Das kann ich ändern. Denn ich habe eine Allergie. Egal ob die "gelbe Wand" des BVB stampft und singt, Eintracht-Fans ihre "Choreos" zelebrieren oder die Mütter aller "Never walk alone"-Hymnen durch "The Kop" schallt, sogar, wenn nur "La Ola" durch das Stadion schwappt, bekomme ich "Gänsehaut". Na und, bekommen doch fast alle? Ja, aber ich aus anderem Grund. Mir kommen dann immer zwei "N" in den Sinn. Nordkorea und Nürnberg.

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Bitte nicht böse sein, liebe Choreo-Künstler. Ist nur ne Allergie. Auch Friseurinnen möchte ich vorab um Entschuldigung bitten. Die große alte Schauspielerin Nadja Tiller (89) wollte, wie sie jetzt sagt, eigentlich Friseurin werden. So ändern sich die Zeiten. Heute will jede Friseurin Schauspielerin werden. Oder zumindest Model. Falls alle Stricke reißen: Spielerfrau.

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Noch mal sorry, nur ein Scherz. Auch meine Tante, Gott hab sie selig, war Friseurin. Eine kluge, rechtschaffene Frau. In Nazi-Deutschland eine Außenseiterin, denn sie verachtete Hitler von Anfang an, alleine schon, weil er für sie ein furchtbarer "Räudo" war. Ein Begriff, den ich in meiner Kindheit nur in der männlichen Form kannte. Benutzt noch ohne Gender-Wahn, alleine aus dem feinen weiblichen Gefühl heraus für unsympathische, schmierige, auftrumpfende, großspurige, kleingeistige primitive Männer. Der zeitlose Typ also.

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Meine alte Tante Gretel. Was sie ganz gewiss nie werden wollte, war Schauspielerin oder Model. Und nie-nie-niemals Spielerfrau. (gw)

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(www.anstoss-gw.de mit gw-Blog "Sport, Gott & die Welt" / Mail: gw@anstoss-gw.de)

Quelle: Gießener Allgemeine

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