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Wohl dem, der in der Not Freunde hat. Besonderes Glück hat in dieser Hinsicht Jan Ullrich. (...) Die »Bild«-Zeitung steht jedenfalls stets an seiner Seite. Wie das konkret aussieht, wenn die »Bild«-Zeitung einen nicht fallen lässt, erfuhren die Leser in den vergangenen Tagen. Sie sahen Fotos, die Ullrich in Handschellen auf dem Weg zum Haftrichter und mit halb nasser Hose an seinem Pool in Mallorca zeigten. (Ralf Neukirch in der Spiegel-Kolumne »So gesehen«)

Von GW

Wohl dem, der in der Not Freunde hat. Besonderes Glück hat in dieser Hinsicht Jan Ullrich. (...) Die »Bild«-Zeitung steht jedenfalls stets an seiner Seite. Wie das konkret aussieht, wenn die »Bild«-Zeitung einen nicht fallen lässt, erfuhren die Leser in den vergangenen Tagen. Sie sahen Fotos, die Ullrich in Handschellen auf dem Weg zum Haftrichter und mit halb nasser Hose an seinem Pool in Mallorca zeigten. (Ralf Neukirch in der Spiegel-Kolumne »So gesehen«)

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Was haben wir alle an Lebenszeit an ihn verloren, an Ulle, unseren strampelnden Superhelden, wie viele kostbare Stunden an heißen Julitagen im abgedunkelten Wohnzimmer. (...) Manchmal ertappe ich mich bei diesem Gedanken: Wie gerne würde ich noch einmal eintauchen in diese langen Sommer mit Ulle, in das Gefühl, bei etwas wahrhaft Weltbewegendem dabei zu sein. (Johannes Ehrmann auf Zeit online)

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Sagen wir es so: Ganz egal, wie tief Jan Ullrich noch fallen mag, auf eines kann er sich verlassen. Seine Freunde von der »Bild«-Zeitung werden an seiner Seite sein. (Neukirch/Spiegel)

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Und Ulle war doch einer von uns. Eben das ist ja vielleicht der eigentliche Kern unserer unergründlichen Liebe zu diesem begnadeten Sportler und ewig verhätschelten Menschen Jan Ullrich (...), in dem so viel steckte und der so wenig davon zeigte: Man konnte sich selbst ja nur allzu gut in ihm wiedererkennen. (...) Er war Ulle, unser Dickerchen. Und er taumelte genauso verträumt und vertrottelt durchs Leben wie wir. (Ehrmann/Zeit)

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Wie die »Bild«-Zeitung berichtete, gehört zum Team Ullrich »ein kroatischer Boxpromoter«, außerdem (...) Lance Armstrong, der durch sein geniales Doping das deutsche Jahrhunderttalent überhaupt erst dahin gebracht hat, wo es jetzt ist. (Timo Frasch in der »Das war’s«-Kolumne im Magazin in der FAZ-»Woche«)

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Ein allumfassender Nullpunkt, an dem außer ihm auch andere Menschen schon standen. Von einer sportlichen zur großen menschlichen Tragödie wurde Ullrichs Leben erst in der Folge. Weil er nie aus der eigenen Rolle fand. Weil er (...) bis heute nicht erwachsen wurde, sich seinen Fehlern und Schwächen nie ernsthaft gestellt hat, ja, sich ihrer vielleicht nicht einmal bewusst geworden ist. (Ehrmann/Zeit)

Nicht zu vergessen der Genusstrinker Til Schweiger, der offenbar bereit ist, Ullrich zu verzeihen, was freilich nicht allzu schwer sein dürfte, da dessen angeblicher Angriff auf das Schweigersche mallorquinische Anwesen mit einem Besenstiel ungefähr so furchterregend gewesen sein muss wie der angebliche Versuch eines Attentats auf den venezolanischen Präsidenten Maduro oder Stuntszenen in Schweiger- »Tatorten«. (Frasch/FAZ-Woche)

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Vielleicht also, und das schmerzt am meisten, haben wir uns doch in ihm getäuscht. Da steckte gar nicht so viel mehr in ihm. Da war vielleicht einfach gar nichts weiter. Nichts außer der großen, stickigen Leere des dunklen Wohnzimmers an einem Tag im Juli. (Ehrmann/Zeit)

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»Ich kann nachvollziehen, dass man daran zerbrechen kann. Es tut mir für den Menschen Jan Ullrich unheimlich leid.« (Magdalena Neuner im FAZ-Interview/ausnahmsweise mit weiteren Worten: Nur Zufall, dass Empathie für viele Journalisten ein Fremdwort im doppelten Sinn zu sein scheint, für eine Sportlerin aber nicht?)

»Jealous«, also neidisch, seien viele deutsche Fans auf die Profis. (...) Özil redete (...) nur ein einziges Mal (oder er lässt durch seine Berater reden) und schwingt wortmächtig die Rassismus-Keule – Schürrle schlägt jetzt laut mit dem Neid-Keulchen hinterher. (Klaus Hoeltzenbein in der Süddeutschen Zeitung)

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Okay, bisher dachte man, Schürrle sei nach Fulham ins Ausland gegangen, weil es sich in Deutschland mittlerweile herumgesprochen hat, dass er für horrende Gehälter konstant miserable Leistungen bringt. (Michael Eder in der »Schluss für heute«-Kolumne der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung)

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Das hier klingt schon dramatischer: »Krebs-Fluch! Große Sorgen um Steffi Graf«, titelt Freizeitrevue. Gottlob ist auch diesmal die Geschichte dahinter komplett luftleer: Steffi Graf wird bald fünfzig, und »ab diesem Alter erhöht sich das Risiko einer Krebserkrankung«. Wie übrigens auch das Risiko für Bluthochdruck, Übergewicht und, was war noch mal das Dritte? Ach ja, immer mehr Dinge zu vergessen. Wir wissen, wovon wir reden. (Jörg Thomann in den »Herzblatt-Geschichten« der FAS) (gw)

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(www.anstoss-gw.de mit gw-Blog »Sport, Gott & die Welt« / Mail: gw@anstoss-gw.de)

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