Der nächste Streich: Vierfach-Torschütze Erling Haaland überwindet Hertha-Torhüter Alexander Schwolow zum zwischenzeitlichen 3:1 (Endstand 5:2). FOTO: DPA
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Der nächste Streich: Vierfach-Torschütze Erling Haaland überwindet Hertha-Torhüter Alexander Schwolow zum zwischenzeitlichen 3:1 (Endstand 5:2). FOTO: DPA

Haaland-Gala und Moukoko-Debüt

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Viererpacker Erling Haaland feierte die nächste aberwitzige Glanzleistung, Youssoufa Moukoko sein historisches Debüt: Borussia Dortmunds Sturm-Juwele drängten beim denkwürdigen 5:2 über Hertha BSC ins Scheinwerferlicht.

Als "Golden Boy" Erling Haaland vor den TV-Mikrofonen seine abenteuerliche Nacht von Berlin erklärte, legte Borussia Dortmunds Rekord-Debütant Youssoufa Moukoko fleißig Extraschichten ein. Mit einem Affenzahn wetzte der jüngste Spieler der Bundesliga-Historie beim Auslaufen über den Rasen des Olympiastadions. Früh übt sich, mindestens Haaland-Level wird erwartet. Und jener erschütterte am Samstag mit einem aberwitzigen Viererpack einmal mehr die Fußball-Welt.

Moukoko wird noch ein bisschen brauchen, bis er Ähnliches zu leisten imstande ist. Aber Haaland, der für den 16-Jährigen in der 85. Minute die Bühne geräumt hatte, ersann bereits einen Wunschtraum, der Abwehrreihen in der Bundesrepublik den Schlaf rauben dürfte: Haaland und Moukoko - zusammen!

"Ich würde liebend gerne mit ihm zusammenspielen", sagte der Norweger nach dem 5:2 (0:1) bei Hertha BSC bei DAZN: "Ich denke, dass er derzeit das größte Talent auf der Welt ist. Er ist erst 16 Jahre und einen Tag alt, das ist außergewöhnlich."

Exakt. 16 Jahre und einen Tag. Jünger war noch keiner bei der Premiere unter Deutschlands Besten. Nicht einmal der bisherige Spitzenreiter Nuri Sahin, der 2005 bei seinem Debüt 16 Jahre, elf Monate und einen Tag auf dem Buckel hatte.

Auch Moukoko selbst umriss recht schnell, wie besonders dieser Moment war. "Was für eine Nacht! Sehr glücklich, mein Debüt gegeben zu haben", schrieb er auf Instagram: "Aber noch glücklicher bin ich über die drei Punkte. Nichts kann dieses Gefühl beschreiben."

Sein Trainer Lucien Favre schloss sich dagegen Sportdirektor Michael Zorc an, der vor dem Spiel bereits den Hype um Moukoko kritisiert hatte. "Keiner hat ihn gesehen. Keiner. Aber alle sagen: Oh, er wird das und das! Wir müssen aufpassen", warnte der Schweizer im Aktuellen Sportstudio des ZDF. Es ist davon auszugehen, dass er das Supertalent behutsam aufbauen wird - und Haaland so lange die Aufmerksamkeit auf sich zieht.

Schwer fällt dem Norweger das bekanntlich nicht. Diesmal war es ein Viererpack inklusive Hattrick, mit dem er einen 0:1-Rückstand in einen völlig ungefährdeten Triumph drehte. Ein Naturschauspiel. Es scheint dem Norweger eine Leichtigkeit, gestandene Männer in Schachfiguren in einem Spiel zu verwandeln, das nur einen Gewinner kennt - ihn selbst.

"Erling ist unglaublich. Den sieht man manchmal 30 Minuten nicht - und in den nächsten 30 Minuten schießt er vier Tore", staunte Mittelfeld-Stratege Axel Witsel.

Natürlich hatte Haaland die Wahl der italienischen Zeitung "Tuttosport" zum "Golden Boy", dem besten U21-Spieler Europas, gewonnen, aber Hertha mit seinen Saisontreffern sieben bis zehn (47./49./62./79.) in einer solchen Manier zu versenken, hat eine neue Qualität. Doch der 20-Jährige, dem in der ersten Halbzeit wirklich nicht viel gelungen war, gab sich trotzdem so locker wie sonst auch.

"Ich habe in der Halbzeit ein Red Bull getrunken, dann habe ich Flügel bekommen und alles war gut", sagte er. Den Trick sollte er auch seinen Mannschaftskollegen verraten. Will Dortmund in dieser Saison nachhaltig erfolgreich sein, kann sich der BVB nicht nur auf Haaland verlassen, der alleine bislang die Hälfte der 20 Saisontore erzielte.

"Er ist uns momentan eine verdammt große Hilfe", gestand Nationalspieler Julian Brandt. Um Tabellenführer Bayern München zu jagen, der nur einen Punkt entfernt ist, muss das Favre-Team breiter aufgestellt sein. Der Coach aber wollte "nicht über Bayern sprechen". Dank des neuen Traum-Duos Haaland und Moukoko gibt es ohnehin genug Gesprächsstoff.

Quelle: Gießener Allgemeine

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