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Gräfe erhält Entschädigung

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(dpa). Der ehemalige Bundesliga-Schiedsrichter Manuel Gräfe prüft nach dem Urteil des Landgerichts Frankfurt zur Altersdiskriminierung durch den Deutschen Fußball-Bund (DFB) den Gang vor das Oberlandesgericht. »Ob wir wegen der Höhe des Schadenersatzes in die nächste Instanz gehen, wird Manuel Gräfe mit uns nach dem Erhalt und der Prüfung des schriftlichen Urteils entscheiden«, teilte sein Anwalt Olaf Methner mit.

Das Landgericht hatte zuvor entschieden, dass die Altersgrenze von 47 Jahren für DFB-Spitzenschiedsrichter nicht rechtmäßig ist. Der frühere Bundesliga-Referee aus Berlin erhält eine Entschädigung von 48 500 Euro aufgrund von Altersdiskriminierung. »Zu begrüßen ist, dass das Gericht den DFB immerhin zu einer ›symbolischen‹ Entschädigungszahlung an Gräfe verurteilt hat. Eine wirkungsvolle Sanktion stellt dies aber noch nicht dar«, begründete der Anwalt die mögliche Anrufung der nächsthöheren Instanz.

Auch der DFB schließt nicht aus, vor das Oberlandesgericht zu ziehen. »Wir haben das erstinstanzliche Urteil zur Kenntnis genommen und werden die schriftliche Begründung des Landgerichts abwarten, um das Urteil anschließend juristisch prüfen zu können«, teilte der Verband mit.

Laut dem Urteil des Landgerichts hat der inzwischen 49 Jahre alte Gräfe jedoch keinen Anspruch darauf, wieder auf die DFB-Liste der Spielleiter zu kommen. Dieser Feststellungsantrag sei zu Unrecht gestellt worden, sagte Landgerichts-Präsident Wilhelm Wolf. Das Urteil war vom Verband und den Referees der 1. und 2. Liga mit Spannung erwartet worden. Gräfe hatte seine Bundesliga-Karriere nach 289 Einsätzen am Ende der Saison 2020/21 wegen der Altersbeschränkung beenden müssen. Er hatte den Verband auf eine Entschädigung wegen Altersdiskriminierung und den potenziellen Verdienstausfall für die Saison 2021/22 in Höhe von 190 000 Euro verklagt.

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