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Tauwetter: Die Bedingungen machen den Helfern des Ski-Weltcups auf der Kandahar in Garmisch-Partenkirchen das Leben schwer. FOTO: DPA

Gewaltiger Kraftakt

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(dpa). Pünktlich zum einzigen Training vor der Abfahrt in Garmisch-Partenkirchen war das Wetter WM-reif. Nach heftigen Regenschauern am Morgen und einer Woche voll Hoffen und Bangen um den Weltcup auf der Kandahar waren die Sonne und der blaue Himmel am Freitagmittag eine willkommene Belohnung für all die Helfer und Organisatoren des wichtigsten deutschen Skirennens der Saison. Denn neben einer fairen und sicheren Abfahrt am Samstag und dem Riesenslalom am Sonntag geht es um noch mehr: Nämlich einen guten Eindruck vor der Vergabeentscheidung für die Ski-WM 2025.

Im Mai benennt der Skiweltverband den Gastgeber für die Titelkämpfe in fünf Jahren, neben Garmisch-Partenkirchen haben sich noch Crans-Montana in der Schweiz und Saalbach-Hinterglemm in Österreich beworben. "Wenn es wirklich heißt, die bekommen wir, dann würde ich die Arschbacken zusammenkneifen und darauf hintrainieren", sagte der 31 Jahre alte Josef Ferstl.

Mit der viertbesten Zeit des Tages von Ferstl, Dominik Schwaiger auf Rang elf und Thomas Dreßen auf Platz 14 des Abfahrtstrainings gibt es Hoffnung auf ein gutes Abschneiden der deutschen Sportler. Und das wäre auch für die WM-Vergabe wichtig. "Je besser wir fahren, desto mehr Leute kommen und es verkauft sich besser", sagte Dreßen, der nach dem schwachen Wochenende in Kitzbühel wieder nach vorne will. Damit die Athleten aber überhaupt für gute Ergebnisse sorgen können zu Hause, hat Garmisch in dieser Woche einen gewaltigen Kraftakt zu bewältigen. Der Ski-Klassiker stemmt sich gegen eine erneute Absage der Herren-Rennen nach der Nullnummer 2019 - weil es für die Organisatoren nicht nur um diesen Weltcup geht. Ein gut organisierter Event kann ein Trumpf sein für die Oberbayern, die zuletzt 2011 WM-Gastgeber waren.

Die Schussfahrt im Schatten der Zugspitze ist der Abschluss des spektakulären Speed-Dreierpacks im Januar nach den Rennen in Wengen und Kitzbühel. "Garmisch ist eine klassische Männerabfahrt, sehr hoch im Kurs, aber auch kräfteraubend. Das ist für mich eine der schwersten Abfahrten", sagte Ferst. Der im nahe gelegenen Mittenwald aufgewachsene Dreßen zeigte sich beeindruckt von der Arbeit an der Strecke. "Ich bin ganz ehrlich: Vor zwei Wochen habe ich ein Foto von der Kreuzeckbahn und der Kandahar gesehen, wo alles grün war. Ich habe sehr daran gezweifelt, dass wir einen Heim-Weltcup erleben dürfen", sagte er.

Nachdem die Piste eigentlich dank Kunstschnees gut präpariert war, sorgte zunächst der weiche Neuschnee für Ärger. Dieser musste von der harten, unteren Schicht wieder weggeschoben werden. Der Regen weichte die Piste dann weiter auf. Allerdings bekamen die Arbeiter dieses Problem in den Griff, indem sie am Freitagmorgen viel Salz in den Untergrund kippten, wodurch das Terrain wieder härter wurde.

Quelle: Gießener Allgemeine

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