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Geistig frisch mit Mario Götze

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Eintracht-Trainer Oliver Glasner kann beim Schlusslicht in Bochum wieder auf Mario Götze zählen. © Imago Sportfotodienst GmbH

Natürlich dreht sich im Vorfeld einer eigentlich ungleichen Partie - Champions League-Team trifft auf sieglosen Tabellenletzten - vieles, wenn nicht alles, um die Frage der Motivation des Favoriten. Wie legt man den Schalter um von der bestens ausgeleuchteten Königsklasse hin zum grauen Alltag in der Fußball-Bundesliga, wie bekommt man »gute Energie und Leidenschaft« auf den hart umkämpften Platz des VfL Bochum?

Trainer Oliver Glasner, der Trainer der Frankfurter Eintracht, weiß wie: »Mit geistiger Frische.«

Und die kann man sich auf vielerlei Art und Weise holen, durch Siege, durch positive Ergebnisse oder einfach durch die Tatsache, dass man, sagen wir, an einem Donnerstagvormittag bei 15 Grad und Sonnenschein auf sattgrünem Rasen trainieren darf. »Es kann einen im Leben«, sagt der Fußballlehrer, »schlimmer erwischen, als Fußballprofi zu sein.« Was sind da schon 35 000 Zusehende in einem »Sandwich-Spiel« zwischen zwei Partien binnen einer Woche gegen Tottenham?

Geistige Frische also. Leichter gesagt als erreicht. Immerhin kann Eintracht Frankfurt für sich beanspruchen, gefestigter zu sein, der positive Trend, den die Mannschaft nach der 0:1-Heimniederlage gegen den VfL Wolfsburg an den Tag gelegt hat, soll fortgeführt werden. Anfang September habe man eben nicht jene geistige Frische aufgebracht, jene Konzentration, jenen Willen und Mut, um »unser Spiel durchzubringen«. Das sei jetzt anders, sein Team habe in den letzten Wochen einen Reifeprozess durchlaufen, der Glasner zuversichtlich stimmt, dass sich ein Leistungsknick wie gegen Wolfsburg nicht mehr so einfach ereignet. Einen der größten Fehler, den sein Team machen kann, ist, auf die Tabelle zu schauen, er jedenfalls tue dies nicht. »Wenn wir den Tabellenersten schlagen können, dann könne man auch gegen den Letzten verlieren. Die Eintracht ist ja in dieser Hinsicht ein bisschen vorbelastet, den Schwachen hilft man gerne kurzfristig auf die Beine, Beispiele gibt es zuhauf.

Dass Glasner seine Elf umbauen wird, ist angesichts der Gelb-Rot-Sperre von Randal Kolo Muani klar. Lucas Alario oder Rafael Borré seien beide »sehr nah dran«, sagt der Coach, denkbar ist, dass Alario zu seinem zweiten Startelfeinsatz kommt. Sicher ist, dass der gegen Tottenham verletzte Mario Götze ins Team zurückkehrt, seine Probleme am Sprunggelenk sind behoben. Ansonsten hat sich Glasner natürlich personell nicht in die Karten schauen lassen, er verriet nicht, ob er rotieren und etwa Oldie Makoto Hasebe eine Verschnaufpause geben wird. THOMAS KILCHENSTEIN

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