Erst Team Moliwood dann nur noch Molinari

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Als ausgerechnet der italienische Teufelskerl Francesco Molinari das europäische Golf-Märchen vom Ryder-Cup-Triumph perfekt gemacht hatte, fiel ihm Kapitän Thomas Björn freudestrahlend in die Arme. Der Däne wusste, bei wem er sich zu bedanken hatte. Als erster Europäer holte British-Open-Champion Molinari alle fünf möglichen Punkte und schwang sich mit seinen 1,72 m zum Leader eines großen Teams auf, das den favorisierten Titelverteidiger USA vor den Toren von Paris mit 17,5:10,5 förmlich von den Grüns gefegt hatte.

Als ausgerechnet der italienische Teufelskerl Francesco Molinari das europäische Golf-Märchen vom Ryder-Cup-Triumph perfekt gemacht hatte, fiel ihm Kapitän Thomas Björn freudestrahlend in die Arme. Der Däne wusste, bei wem er sich zu bedanken hatte. Als erster Europäer holte British-Open-Champion Molinari alle fünf möglichen Punkte und schwang sich mit seinen 1,72 m zum Leader eines großen Teams auf, das den favorisierten Titelverteidiger USA vor den Toren von Paris mit 17,5:10,5 förmlich von den Grüns gefegt hatte.

»Das ist unglaublich. Wie sie es gemacht haben, war wunderbar. Es war für mich ein einfacher Job, sie haben die Arbeit gemacht«, sagte Thomas Björn, der den Cup selbst als Spieler dreimal gewonnen hatte. Molinari war ebenfalls sichtlich aufgewühlt. »Das bedeutet mir mehr als der Majorsieg. Es war eine unglaubliche Woche, es wirkt nicht real«, sagte der 35-Jährige mit feuchten Augen nach seiner Großtat, die zuvor nur dem Amerikaner Larry Nelson 1979 geglückt war.

Zudem schwang sich der Spanier Sergio Garcia durch seinen Sieg gegen seinen Trauzeugen Rickie Fowler mit 25,5 Punkten zum erfolgreichsten Ryder-Cup-Spieler überhaupt auf. Garcia löste den Engländer Sir Nick Faldo (25) ab.

Für die insgesamt mehr als 150 000 Fans wurde der Albatros Course im Le Golf National an den drei Tagen zu einer Insel der Glückseligkeit, für die Gäste setzte sich dagegen der Auswärtsfluch fort. Die USA, die 2016 in Chaska/Minnesota mit einem 17:11 die Siegesserie der Europäer beendet hatten, warten damit weiter auf den ersten Sieg jenseits des Atlantiks seit 1993 im englischen Sutton Coldfield.

Nach einem schwachen Start am Freitagmorgen (1:3) schlug der Herausforderer zurück, angeführt vom »Team Moliwood«. Molinari und Tommy Fleetwood (England) ließen ihren Konkurrenten in allen vier Vierern nicht die Spur einer Chance, dreimal gehörte Superstar Tiger Woods zu ihren Opfern. Es war das erste Mal, dass ein europäisches Duo die maximale Ausbeute in der Vierern holte.

Dagegen passten Woods und der Ryder Cup auch in diesem Jahr nicht zusammen. Der 14-malige Majorsieger war am Freitagnachmittag entsprechend angefressen: »Ich bin ziemlich angepisst, dass ich drei Matches verloren habe. Ich hatte dabei nicht einmal das Gefühl, schlecht gespielt zu haben.«

Die Negativserie setzte sich am Sonntag fort, Woods verlor auch sein Einzel gegen den Spanier Jon Rahm (2 und 1) und blieb erstmals im Ryder Cup ohne Punkte. Zum siebten Mal ging er mit dem US-Team als Verlierer vom Kurs, nur 1999 konnte er gewinnen.

Am Schlusstag erlebten die Fans Ryder Cup pur. Um 14.45 Uhr waren die Europäer auf dem Weg zu einem möglichen Rekordsieg (18,5:9,5), doch nicht einmal eine Stunde später drohte die Wende. Die Amerikaner hatten plötzlich sogar den benötigten 14:14-Ausgleich vor Augen.

Doch die Europäer behielten die Nerven. Als der Däne Thorbjörn Olesen Jordan Spieth mit 5 und 4 deklassierte und den ersten Sieg des Tages einfuhr, brandete Jubel auf der Anlage auf. Für die zum Triumph notwendigen Erfolge sorgten danach Jon Rahm, »Mr. Ryder Cup« Ian Poulter (England) gegen den Weltranglistenersten Dustin Johnson und letztlich Molinari.

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