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Elfmal die Höchstnote Das war’s für die Mavericks Werth triumphiert im Wilden Westen Huck saft- und kraftlos München im DEL-Finale

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Marco Huck wollte richtiger Weltmeister werden und sich den Gürtel des WBC sichern. Durch eine Niederlage gegen den Letten Briedis hat er auch den WM-Gürtel der kleinen IBO verloren. Wie geht es weiter?

Sprungkünstler Yuzuru Hanyu staunte über sich, die Konkurrenten und die rasante Entwicklung des Herren-Eiskunstlaufs. »Es wird schwer sein, bei Olympia zwei saubere Programme abzurufen«, sagte der Japaner nach seinem zweiten Weltmeistertitel und kündigte zugleich an, ein fünftes Element vierfach auf das Eis zaubern zu wollen. »Aber man muss auch das gesundheitliche Risiko bedenken«, meinte der 22 Jahre alte Eislauf-Star in Helsinki, wo die Preisrichter elfmal die Höchstnote zehn zückten.

Die Hatz nach vierfachen Sprüngen ist so dominant geworden, dass kein Europäer oder Amerikaner mit der Elite mithalten konnte. Erstmals gab es ein Podium mit drei Asiaten – und Hanyu ist nun klarer Favorit auf seinen zweiten Olympiasieg. Sogar Titelverteidiger Javier Fernandez aus Spanien versagten die Nerven, er wurde nach einem Sturz nur Vierter. »Die Asiaten sind von ihrem Körperbau schon prädestiniert für diese Entwicklung zu immer schwierigeren Programmen«, sagte Udo Dönsdorf, Sportdirektor der Deutschen Eislauf-Union (DEU).

Er war heilfroh, dass Paul Fentz einen deutschen Quotenplatz für die Winterspiele im Februar 2018 sicherte. Mit dem 20. Rang allerdings den letzten Startplatz. Während der 24-Jährige in den Katakomben über den kleinen Achtungserfolg bei seiner ersten WM jubelte, forderte Dönsdorf schon eine Leistungssteigerung.

Zwar gelangen Fentz in seiner Pink-Floyd-Kür zwei vierfache Toeloops, dringend muss nun aber der Salchow her. Den hat der Sportsoldat zwischen EM im Januar und WM zwar schon geübt, als Folge der Überlastung stellten sich Schienbeinprobleme ein. In der neuen Saison will der Olympia-Achte Peter Liebers nach Verletzung wiederkommen und Fentz schon im Training Druck machen. »Dann wird’s ja umso lustiger, da habe ich mega Bock drauf«, sagte der gut gelaunte Berliner.

Im Eistanz verpassten die Oberstdorfer Kavita Lorenz und Panagiotis Polizoakis auf Platz 19 das Olympia-Ticket und müssen bei der Nebelhorn-Trophy im September einen erneuten Versuch starten. »Ich sehe das Potenzial des Paares und bin sicher, dass wir uns in allen Disziplinen bei Olympia präsentieren können«, betonte Dönsdorf. Die Weltspitze um die Kanadier Tessa Virtue/Scott Moir ist allerdings weit weg.

Die 20-jährige Nicole Schott holte auch das ersehnte Ticket, mehr als ein Mittelfeldplatz wird in Zukunft nicht drin sein. In eine exzellente Ausgangsposition sind nur Aljona Savchenko und Bruno Massot als Vizeweltmeister gelaufen.

Dirk Nowitzki kann mit den Dallas Mavericks nun auch rechnerisch nicht mehr in die Playoffs der nordamerikanischen Basketball-Liga NBA einziehen. Durch den 130:117-Erfolg des Rivalen Portland Trail Blazers über die Phoenix Suns ist der Meister von 2011 offiziell aus dem Rennen um einen der ersten acht Plätze in der Western Conference.

Die Texaner hatten am Freitag (Ortszeit) bei den Memphis Grizzlies mit 90:99 die vierte Niederlage nacheinander bezogen. Zuletzt hatte Dallas vor vier Jahren die Playoffs verpasst, als Nowitzki einen großen Teil der Saison nach einer Knieoperation fehlte. In dieser Spielzeit musste der 38-jährige Würzburger zunächst wegen Achillessehnenproblemen pausieren. Die Mavericks waren daraufhin schwach in die Saison gestartet.

Paul Zipser und Dennis Schröder können dagegen noch die Playoffs erreichen. Zipser siegte mit den Chicago Bulls daheim 106:104 gegen die Atlanta Hawks um den überragenden Schröder, dessen 29 Punkte den Gästen nicht zum Sieg reichten. Zipser kam nach starkem Beginn auf zehn Punkte.

Für die Gastgeber sorgte Jimmy Butler mit zwei verwandelten Freiwürfen zwei Sekunden vor Schluss für den Sieg. Butler war mit 33 Zählern auch bester Werfer für Chicago, das sich mit nun 37 Erfolgen bei 39 Niederlagen auf einen Playoff-Platz im Osten der Nordamerika-Liga verbesserte.

Für eine wilde Feier im Wilden Westen blieb keine Zeit. Nur zwei Stunden nach ihrem dritten Weltcup-Sieg saß Isabell Werth im Flieger, um Omaha möglichst schnell zu verlassen. »Ich habe mein Kind eine Woche nicht gesehen«, sagte die Seriensiegerin – und fügte fröhlich an: »Im Flugzeug gibt es ja auch Champagner.«

Vor dem schnellen Abflug hatte die erfolgreichste Reiterin der Welt den Gewinn des Dressur-Weltcups trotzdem zelebriert, als wenn es ihr erster Sieg gewesen wäre. Werth riss nach dem Ende des Rittes mit Weihegold die rechte Hand nach oben und zeigte strahlend mit dem Zeigefinger in die Luft. Kurz danach ballte die 47-Jährige aus Rheinberg beide Fäuste, und später rannen ihr Freudentränen über die Wangen.

»Es war elektrisierend und spektakulär, hier zu reiten – ich bin einfach nur happy«, schwärmte Werth. Bei der Premiere im US-Bundesstaat Nebraska ritt sie vor 9000 Zuschauern im CenturyLink-Center mit Weihegold unangefochten zum Sieg und erhielt für den Auftritt mit ihrer zwölfjährigen Stute 90,704 Prozentpunkte.

Auf dem Abreiteplatz hüpfte Werth vergnügt, umarmte und küsste mehr als ein Dutzend Menschen. Dass große Siege auch für sie keine Routine sind, zeigte sich später bei der Siegerehrung. Zu früh kletterte sie auf das Podium und hatte die Lacher auf ihrer Seite. »Das habe ich wohl falsch verstanden«, kommentierte sie lachend.

Erst nach der Reiterin aus Rheinberg stiegen die Platzierten auf das Podest. Zweite wurde die US-Amerikanerin Laura Graves mit Verdades (85,307). Auf Platz drei kam der Brite Carl Hester mit Nip Tuck (83,757). Nach der Siegerehrung flößte Werth beiden den Champagner persönlich aus der Flasche ein. Die Champagner-Party ging bei der Pressekonferenz weiter.

Werth durfte feiern, weil sie sich auch vom tosenden Beifall für die amerikanische Lokalheldin nicht nervös machen ließ. »Ich habe den Applaus gehört«, sagte die Siegerin grinsend. Aber das »pushte« Werth genauso wie die Kampfansage, die Graves gemacht hatte: »Sie hat gesagt, sie will gewinnen. Ich wollte das verhindern.« Graves war dennoch zufrieden. »Hinter Isabell Zweite zu sein, das fühlt sich wie ein Sieg an«, sagte die US-Amerikanerin. Auch für Graves ist die deutsche Reiterin so etwas wie eine lebende Legende. Ihren ersten Weltcup-Sieg hatte Werth vor 25 Jahren in Göteborg mit Fabienne gefeiert.

Das deutsche Profiboxen hängt in den Seilen. Mit einer kläglichen Vorstellung hat Marco Huck den vorletzten Weltmeistertitel im Lager der deutschen Faustkämpfer verloren. Der Berliner Cruisergewichtler unterlag Samstagnacht in Dortmund dem Letten Mairis Briedis nach energieloser Leistung deutlich mit 111:116, 110:117, 109:118 Punkten. Das eingebüßte Titelchen war zwar nur vom Nischenverband IBO, aber immerhin ein Türöffner für Kämpfe um richtige Titel der vier anerkannten Weltverbände WBC, WBA, IBF und WBO. Jetzt ist nur noch Sauerland-Boxer Tyron Zeuge Champion.

Eigentlich wollte sich Käptn Huck mit einem Sieg gegen Briedis den vakanten Gürtel des geschätzten WBC holen. »Aber ich kam nicht zum Zuge«, gestand der 32 Jahre alte einstige WBO-Champion konsterniert und mutmaßte: »Vielleicht war der Druck zu groß.« Von seiner einstigen Explosivität war nichts mehr zu sehen. Briedis unterband mögliche Ausbrüche des Deutschen im Nahkampf. Der Lette, der sich nachts im Krankenhaus eine herausgesprungene Rippe einrenken lassen musste, war der bessere, variablere Boxer mit guter Führhand. Alle seine 22 Kämpfe hat der 32 Jahre alte Polizist aus Riga gewonnen.

Nach der Offenbarung im Ring eröffnete Hucks Bruder und Manager Kenan Hukic, dass der IBO-Titel in der Familie bleiben könnte. Briedis soll die geforderte Gebühr der IBO für deren Titelkampf nicht bezahlt haben. Als ihm ein Vertreter des Verbandes zusätzlich zum WBC-Gürtel den Bauschschmuck der IBO überreichen wollte, winkte der Lette ab. Diesen Gürtel wollte er partout nicht. »Wir werden jetzt mit der IBO sprechen«, sagte Manager Hukic. Wenn der Riemen trotz der Niederlage erneut an Huck ginge, wäre das eine weitere Tollheit, die wohl nur das Profiboxen inszenieren kann.

Seit seiner Trennung vom Sauerland-Stall Ende 2014 ist es mit Hucks Leistungsvermögen peu à peu abwärts gegangen. Der gebürtige Serbe, dessen Stärke nicht filigranes Boxen, sondern erdrückende Physis Marke Mike Tyson war, hatte in Trainer Ulli Wegner den passenden Lehrmeister. Ohne ihn läuft es nicht mehr. Der schwierige, weil bisweilen trainingsfaule Boxer brauchte die harte Hand Wegners. Seit der Flucht in die Eigenständigkeit hat Huck in zweieinhalb Jahren vier Trainer ausprobiert. Oktay Urkal, der frühere Olympia-Zweite und Profi-Europameister, durfte sich in den letzten sechs Wochen versuchen. Der »Ali vom Kreuzberg«, wie Urkal sich nennt, schrie sich in der Ringecke zwar heiser, war mit seinem Latein aber schnell am Ende: »Ich verstehe auch nicht, warum er nicht so frisch war.«

Meister EHC Red Bull München steht erneut im Playoff-Finale der Deutschen Eishockey Liga (DEL). Am Sonntag gewann das Team von Trainer Don Jackson durch ein 2:1 (0:1, 1:0, 0:0, 1:0) nach Verlängerung vorzeitig die Halbfinalserie gegen die Eisbären Berlin mit 4:1 Siegen. Das entscheidende Tor schoss Kapitän Michael Wolf in der zwölften Minute der Verlängerung in Überzahl. »Wir sind am Ende einfach nur froh, das Spiel gewonnen zu haben. Das ist ein super Gefühl«, sagte der Matchwinner.

Zuvor hatte ein Feueralarm im dritten Drittel für eine unfreiwillige mehrminütige Pause gesorgt. In der regulären Spielzeit hatte Laurin Braun (14.) die erneut starken Eisbären in Führung geschossen. Dank eines beherzten Alleingangs von Nationalstürmer Frank Mauer (33.) kam München aber noch in die Overtime.

In der kommenden Woche kann der Titelverteidiger nun auf seinen Finalgegner warten, da Vizemeister Grizzlys Wolfsburg in der anderen Halbfinalserie die vorzeitige Entscheidung verpasste. Bei den Nürnberg Ice Tigers verlor das Team von Trainer Pavel Gross mit 1:4 (0:1, 1:2, 0:1).

In der »Best-of-seven«-Serie steht es damit nur noch 3:2 nach Siegen für die Niedersachsen, die am Dienstag (19 Uhr) wieder vor eigenem Publikum den noch notwendigen vierten Erfolg sichern können.

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