+
Für Thomas Röhler beginnt die neue Saison am Samstag.

Eine gute Planung ist alles

  • schließen

(dpa). Die Speere fliegen wieder - und mit ihnen die Träume der deutschen Leichtathletik. Olympiasieger und Europameister Thomas Röhler, Vize-Europameister Andreas Hofmann und EM-Goldmedaillengewinnerin Christin Hussong starten an diesem Samstag beim Diamond-League-Meeting in Shanghai in die Saison. Mit einem intensiven Trainingslager im türkischen Belek in den Beinen messen sich die Asse erstmals mit der internationalen Konkurrenz. "Pro Trainingseinheit habe ich etwa 80 Würfe gemacht, hochgerechnet dürften das rund 800 während des gesamten Trainingslagers gewesen sein", sagte Röhler.

"Aber da werden nicht alle voll durchgezogen, vielleicht zehn Prozent haben Wettkampf-Schönheit", ergänzte der 27-Jährige aus Jena. Nach einem ersten Camp in Südafrika mit viel Grundlagentraining arbeiteten Röhler und Co. zuletzt vor allem an der Abwurfgeschwindigkeit. "Alle sind gesund durch die Vorbereitung gekommen und gut drauf", sagte Männer-Bundestrainer Boris Obergföll. Einzig der Mainzer Julian Weber ist nach einer Fuß-Operation im Vorjahr noch etwas hinterher. Weltmeister Johannes Vetter musste seinen Start in China sowie bei allen Wettkämpfen in den kommenden Wochen dagegen kurzfristig absagen. Der Offenburger leidet laut "leichtathletik.de" unter einer schmerzhaften Sehnenentzündung im Fuß.

Der deutsche Rekordhalter Vetter - 2017 gelangen ihm in Luzern 94,44 Meter - hat eine schwierige Zeit hinter sich: Bei der Heim-EM 2018 in Berlin ging der Mitfavorit als Fünfter leer aus; Hofmann zog in der internen Hierarchie an ihm vorbei. Zuletzt musste der 26-Jährige noch den Tod seiner Mutter verkraften. "Er hat wahnsinnig viel trainiert", sagte Obergföll. Doch nun muss Vetter erst einmal kürzer treten.

Für die noch ferne Leichtathletik-WM vom 27. September bis 6. Oktober in Doha hat der frühere Weltklasse-Werfer klare Ziele: "Alle vier Deutschen unter den besten Acht! Und so viele Medaillen, wie es geht - aber am besten drei!" Die ungewöhnlich späte WM erfordert von den Athleten einen langen Atem. "Am Ende zählt nur: Wer hat die Diamond League gewonnen, wer hat die WM gewonnen?" Sieger werde am Ende wohl der sein, "der die cleverste Planung hatte".

Für Christin Hussong hatte das Jahr bereits im März begonnen. Beim Winterwurf-Europacup kam die 24-Jährige auf 65,47 Meter und übertraf klar die WM-Norm für Doha. Hussong trainiert - auch mangels Konkurrenz bei den deutschen Frauen - bereits seit 2018 mit Röhler und Co.

Quelle: Gießener Allgemeine

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare