Djokovic’ siebter Streich

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Novak Djokovic gewinnt auch sein siebtes Finale bei den Australian Open und fügt Rafael Nadal eine schwere Niederlage zu. Während der Serbe nun alleiniger Rekordmann ist, gelingt Naomi Osaka zuvor der erste Sieg in Melbourne. Beide sind jetzt die Nummer eins.

Rekord für Novak Djokovic, Premiere für Naomi Osaka: Die alte und die neue Nummer eins der Tennis-Welt haben sich die Titel bei den Australian Open geholt und nach dem ersten Grand-Slam-Turnier die beste Ausgangsposition für die weitere Saison. Djokovic gelang mit dem eindrucksvollen 6:3, 6:2, 6:3 im Gipfel über den chancenlosen Rafael Nadal am Sonntag als erstem Spieler der siebte Triumph in Melbourne. Naomi Osaka musste am Samstag härter kämpfen, ehe in einem Duell auch um Platz eins der Weltrangliste der 7:6 (7:2), 5:7, 6:4-Sieg über die Tschechin Petra Kvitova feststand.

Djokovic fügte Nadal die klarste Niederlage in einem Grand-Slam-Finale zu. "Das war definitiv eines der besten, wenn nicht das beste Match von mir in einem Grand-Slam-Finale", erklärte der 31-Jährige, den die zahlreichen serbischen Fans stürmisch feierten. Der 15. Triumph bei einem der vier wichtigsten Turniere soll auf keinen Fall der letzte bleiben.

Bei den Ende Mai beginnenden French Open kann er zum zweiten Mal alle vier Grand-Slam-Titel zur gleichen Zeit in seinen Besitz bringen – und das nach einer Ellenbogenoperation, die ihn zu einer langen Pause zwang. "Ich hatte die Operation genau vor zwölf Monaten. Hier zu stehen mit dieser Trophäe und drei von vier Slams zu gewinnen, ist großartig. Ich bin sprachlos", erklärte Djokovic, nachdem ihm Ivan Lendl den Norman Brooks Challenge Cup überreicht hatte, dazu gibt es umgerechnet knapp 2,6 Millionen Euro Preisgeld.

Der 32 Jahre alte Nadal verlor seit seinem einzigen Australien-Triumph vor zehn Jahren zum vierten Mal dort ein Finale und verpasste seinen 18. Erfolg bei einem der vier wichtigsten Turniere. Rekordgewinner ist der Schweizer Roger Federer mit 20.

Nadal wirkte von Beginn an seltsam lethargisch und stellte fest, ihm hätten das Besondere und vielleicht auch die Herausforderungen in den Runden davor gefehlt. "Gratulation Novak, das war ein großartiges Niveau heute Abend und in den vergangenen beiden Wochen. Es waren zwei sehr emotionale Wochen, auch wenn es heute nicht mein Abend war", sagte Nadal. Seit der Aufgabe im Halbfinale bei den US Open im vorigen September war es sein erstes Turnier.

Nadal habe nicht die Mittel und die Strategie gefunden, sagte Boris Becker bei Eurosport. "Es ist frustrierend für ihn, so vom Platz geschossen zu werden. Djokovic hat die meisten Grand Slams auf Hartplatz gewonnen. Hier fühlt er sich zu Hause und kann immer sein bestes Tennis spielen." So war das Endspiel in 2:04 Stunden 23 Minuten kürzer als das spannende und hochklassige Damen-Finale.

Osaka wusste im Anschluss nicht mehr, was sie sich für die Pokal-Übergabe zuvor notiert hatte. So war auch die Siegerehrung für den zweiten Grand-Slam-Titel ein wenig bizarr, nachdem bei den US Open im vorigen September die erzürnte Verliererin Serena Williams die Hauptrolle spielte. Am Sonntagmorgen präsentierte sich Osaka den Fotografen am Strand von Melbourne dann gelöster und von sanften Wellen umspült den erstmals gewonnenen Daphne Akhurst Memorial Cup.

Am Abend zuvor kam der 21-Jährigen alles noch surreal vor. "Vielleicht fühle ich etwas beim nächsten Turnier, wenn hinter meinem Namen die Nummer eins steht. Im Moment bin ich glücklicher, diese Trophäe gewonnen zu haben", sagte sie. Ihre mentale Stärke, die sie schon in New York im Endspiel zeigte, half ihr diesmal, drei ungenutzte Matchbälle beim Stand von 5:3 im zweiten Satz abzuhaken.

Ikonen einstiger Tage zeigten sich beeindruckt. "Du hast eine strahlende Zukunft vor dir. Dein Talent, dein Schwung, dein Wille werden dich weit bringen", schrieb Damen-Tennis-Pionierin Billie Jean King bei Twitter. Martina Navratilova meinte, nach dem US-Open-Sieg sei die in Florida lebende Tochter eines Haitianers und einer Japanerin ein Star geworden, nun sei sie ein Superstar. "Glückwunsch, Champ – und Petra Kvitova: Du bist ein Champion des Lebens", schrieb die gebürtige Tschechin an die tapfere Verliererin gerichtet.

Quelle: Gießener Allgemeine

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