Die Zeit für Keller läuft ab

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(dpa). Die Streitigkeiten bei Deutschlands Fußball-Funktionären haben eine neue Stufe erreicht. Inmitten aller Spekulationen über einen möglichen Rücktritt des schwer beschädigten DFB-Präsidenten Fritz Keller attackieren sich Vizepräsident Rainer Koch und DFL-Boss Christian Seifert nun auch noch mit Briefen, die nicht nur an die Vereine gingen, sondern an die Medien durchgesteckt wurden und somit Aufmerksamkeit erhielten.

In einem Antwortschreiben, das der dpa vorliegt, konterte Koch sämtliche Vorwürfe des Profilagers um Seifert.

Inmitten dieser Grabenkämpfe gerät selbst der Nazi-Vergleich von Verbandsboss Keller, für welchen dieser sich nun in einer nicht-öffentlichen Sitzung vor dem DFB-Sportgericht verantworten muss, kurzzeitig zur Nebensache. Der 64-Jährige ist dennoch stärker unter Druck geraten und muss Sanktionen befürchten, nachdem die Ethikkommission ihre Ergebnisse an das dreiköpfige Gremium verwiesen hat. Mit einer Entscheidung sei noch im Mai zu rechnen, allerdings nicht in dieser und nicht in der nächsten Woche.

Nach ZDF-Informationen will sich Keller in den kommenden Tagen zu seiner Zukunft äußern. Trotz seiner heftig kritisierten verbalen Entgleisung gegenüber Koch, den er auf der DFB-Präsidiumssitzung am 23. April mit dem früheren Nazi-Richter Roland Freisler verglichen hatte, erbat sich der DFB-Boss bislang Bedenkzeit über einen möglichen Rücktritt.

Vor dem Abschied steht dagegen Schatzmeister Osnabrügge, der im Führungsstreit dem Curtius-Lager zugeordnet werden kann. Der Funktionär werde auf dem nächsten DFB-Bundestag 2022 nicht mehr antreten, twitterte das ZDF am Dienstag. Nach dpa-Informationen hatte Osnabrügge dies bei der Konferenz in Potsdam angekündigt.

Kellers Gegenspieler Friedrich Curtius, mit dem der Präsident seit Monaten eine öffentliche Fehde austrägt, hatte bereits am Montag seine Bereitschaft zu einem Rückzug aus dem Amt des Generalsekretärs signalisiert. Die DFB-Ethikkommission hatte auch zwei Anträge gegen Curtius beraten. Auch diese Ergebnisse wurden dem Sportgericht vorgelegt.

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