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Via Bundeskanzleramt zur EM-Quali nach Polen

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Besonders für die vier deutschen Nationalspieler von Pokalsieger THW Kiel hatte sich die kurze Nacht mit anschließender früher Fahrt nach Berlin ins Kanzleramt gelohnt. Angela Merkel schwärmte am Montag beim Empfang der deutschen Handballer nicht nur über den leidenschaftlichen Auftritt bei der Heim-WM, sondern machte die Kieler in ihrem Grußwort kurzerhand auch gleich schon zum deutschen Meister.

Besonders für die vier deutschen Nationalspieler von Pokalsieger THW Kiel hatte sich die kurze Nacht mit anschließender früher Fahrt nach Berlin ins Kanzleramt gelohnt. Angela Merkel schwärmte am Montag beim Empfang der deutschen Handballer nicht nur über den leidenschaftlichen Auftritt bei der Heim-WM, sondern machte die Kieler in ihrem Grußwort kurzerhand auch gleich schon zum deutschen Meister.

Wie vor drei Jahren als Europameister durfte sich die DHB-Auswahl über reichlich Lob der als Sport-Fan bekannten Bundeskanzlerin freuen. Die Mannschaft von Bundestrainer Christian Prokop habe "Sportmomente hervorgebracht für viele, viele Menschen bei uns im Lande", sagte die CDU-Politikerin in Berlin. "Und das deshalb, weil sie so sympathisch, bodenständig an die Sache rangegangen sind und vor allem mit Leidenschaft. Und deshalb können sie stolz sein, obwohl Sie wahrscheinlich nicht besonders zufrieden waren."

Die meisten Akteure der Nationalmannschaft konnten sich an ihren bislang letzten Besuch bei der Bundeskanzlerin noch gut erinnern. 2016 machten sie als Europameister ihrem damaligen Markennamen "Bad Boys" alle Ehre: Kapitän Uwe Gensheimer imitierte Merkels markante Raute, und es gab die geliebten Mini-Burger. Nach Platz vier bei der Heimweltmeisterschaft im Januar gab sich die DHB-Auswahl diesmal äußerst brav. Gensheimer behielt die Arme konsequent auf dem Rücken, Vizepräsident Bob Hanning hielt sich im schlichten schwarzen Jackett an die Kleiderordnung. Als Präsente hatte die Mannschaft einen unterschriebenen Handball, ein Buch zu 100 Jahren Handball sowie ein großformatiges Foto dabei – und die Pokalsieger des THW Kiel sahen auch recht frisch aus.

Um die Pflege der Party-Geschädigten muss sich Bundestrainer Prokop kümmern. Er bereitet sein Team auf die nächsten EM-Qualifikationsspiele am Mittwoch in Gleiwitz und am Samstag in Halle/Westfalen gegen Polen vor. So recht in Stimmung für den nächsten Höhepunkt sind die Kieler Spieler wie auch Matthias Musche vom unterlegenen Pokalfinalisten SC Magdeburg noch nicht. "Heute ist mir das scheißegal", sagte THW-Kreisläufer Hendrik Pekeler nach dem 28:24-Pokalsieg gegen den SCM über den ewigen Streitpunkt Terminfülle. "Aber die Ansetzung ist schon katastrophal. Ich bin es wirklich leid."

"Polen ist der stärkste Gegner in dieser Gruppe", warnt unterdessen Prokop. "Unser nächstes großes Ziel ist die EM 2020. Hierfür wollen wir in Polen bestehen und den Grundstein für eine erfolgreiche Qualifikation legen." Da lässt der Bundestrainer auch nicht mit sich handeln. In beiden Partien "brauchen wir eine Top-Leistung in der aktuell stärksten Besetzung", forderte er. Bis dahin sollte der Partyrausch des Kieler Quartetts auch restlos verflogen sein. Auch wenn sie von der Kanzlerin gleich noch zum Meister gekürt wurden.

Quelle: Gießener Allgemeine

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