Der bescheidene Nationalheld

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Als Ikone der englischen Fußball-Nationalmannschaft und von Rekordmeister Manchester United ist Bobby Charlton auf der Insel ein Nationalheld. Er überlebte ein Flugzeugunglück und feierte mit Verein und Nationalteam die größten Erfolge. Am Mittwoch wird er 80.

Sir Bobby Charlton staunt auch heute noch, wenn er auf das Denkmal der "United Trinity" vor dem Stadion Old Trafford von Manchester United blickt. "Manchmal kann ich gar nicht glauben, dass ich das da oben bin", sagt die Fußball-Ikone in einer neuen Dokumentation des Senders BBC. Als er über den Rasen des Stadions spaziert, auf dem er früher die Gegner austanzte, wird er sentimental: "Das Beste, was ich je gemacht habe, war bei diesem Club zu unterschreiben. Das ist einfach Magie."

Anlässlich des 80. Geburtstags von Sir Bobby Charlton am heutigen Mittwoch gratuliert in diesen Tagen die Fußball-Prominenz. Ex-Nationalspieler David Beckham erklärte, er habe Charlton alles zu verdanken. "Ich war in der Bobby-Charlton-Fußballschule und habe das Turnier gewonnen", erzählte Beckham. "Daraufhin rief Sir Bobby bei Manchester United an und sagte: "Vielleicht solltet ihr euch diesen Jungen mal anschauen." So begann meine Karriere."

Charltons Karriere begann 1956, als er von United entdeckt wurde. Nur zwei Jahre später erlebte er mit der Mannschaft seine schwärzesten Stunden. "Ja, das hat mein Leben verändert", erinnert er sich fast 60 Jahre später immer noch sichtlich bewegt an die Katastrophe von München. Bei dem Flugzeugunglück auf dem Heimweg von einem Europapokal-Spiel in Belgrad verlor Charlton 1958 mehrere Freunde. 23 Menschen kamen ums Leben. "Ich hatte einfach Glück, dass ich auf dem richtigen Platz sa?, sagt er als einer von 21 Überlebenden.

"Ich habe mich danach gefragt, wie wir uns davon erholen sollen und was wir machen", erzählt der frühere Mittelfeldspieler. "Wir mussten uns besonders anstrengen." Das sollte sich lohnen.

Mitte der 60er kamen die besten Jahre für Charlton. 1965 gewann er mit den Red Devils die englische Meisterschaft. Ein Jahr später feierte er den größten Triumph seiner Karriere, als er im Wembley-Stadion vor den Augen von Königin Elizabeth II. mit dem 4:2 gegen Deutschland den bislang einzigen Weltmeister-Titel der Three Lions feierte. "Es war war das Paradies, einfach nur das Paradies", schwärmt Charlton. 1968 folgte der Europapokal-Sieg mit Manchester United. Beim 4:1 im Finale gegen Benfica Lissabon erzielte er zwei Tore. 1973 beendete Bobby Charlton seine aktive Karriere – als Rekordtorschütze für England (49 Tore) und Manchester United (249), als Rekordspieler für den Club (758 Pflichtspiele). Erst Jahrzehnte später wurden diese Rekorde von Wayne Rooney und Ryan Giggs überholt.

1994 wurde er von der Queen zum Ritter geschlagen und darf sich seither "Sir" nennen. Mit seiner Stiftung "Find A Better Way" setzt sich Bobby Charlton gegen Landminen ein und unterstützt die Prothesen-Forschung. Der gute Zweck liegt dem bescheidenen Star am Herzen. "Er war immer erfolgreich – aber vor allem darin, anderen Menschen zu helfen", brachte es Beckham anlässlich des Jubiläums auf den Punkt.

Quelle: Gießener Allgemeine

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