Reiten

Beim CHIO ist vieles anders

(dpa). Das Besondere am CHIO 2021 ist, dass er stattfindet. Ein Jahr nach der Absage wegen Corona ist nicht nur bei den Veranstaltern die Erleichterung groß, dass bei dem als Weltfest des Pferdesports gefeierten Turnier in der Aachener Soers wieder geritten wird. »Dass es stattfindet, ist für uns und für den Reitsport sehr wichtig. Das ist ein gutes Zeichen«, sagte die siebenmalige Dressur-Olympiasiegerin Isabell Werth.

Denn schon für die bevorstehende Hallensaison deutet sich angesichts zahlreicher Turnierabsagen ein Corona-Desaster an.

Auch für die Deutsche Reiterliche Vereinigung FN ist der CHIO von großer Bedeutung. »Eine erneute Absage wäre ganz bitter gewesen. Zum berühmten CHIO schaut die ganze Sportwelt«, meinte FN-Sportchef Dennis Peiler. Zwar versichern die Organisatoren, dass die Ausgabe 2021 ein CHIO wird, »wie ihn die Menschen kennen und lieben«. Dennoch wird vieles anders sein. Allein schon der Zeitpunkt im September statt wie üblich zu Beginn des Sommers ist ungewöhnlich. Dazu kommen unter anderem die Corona-Maßnahmen, die um die Hälfte zugelassene Zuschauerzahl und die 3G-Regel.

Und manchmal zeigt sich das coronabedingte Ungewohnte im Detail. »Ich habe noch nie so viel Plexiglas gesehen wie hier auf dem Gelände«, sagte Turnierdirektor Frank Kemperman vor der offiziellen Eröffnungsveranstaltung am Dienstagabend. Der Gesamtetat liegt auch in diesem Jahr bei etwa 18 Millionen Euro. Das Preisgeld in den Wettbewerben stieg sogar auf die Rekordhöhe von fast 3,4 Millionen Euro. Allein die Springreit-Elite kämpft um 2,7 Millionen Euro. Die Dotierung im Nationenpreis am Donnerstagabend wurde auf eine Million Euro erhöht, der Große Preis am Sonntag ist wie sonst auch mit einer Million Euro ausgeschrieben.

Durch die Verlegung hat sich der sportliche Wert geändert. Sonst liegt der CHIO immer vor Olympischen Spielen und Championaten und ist eine Standortbestimmung für die Weltklasse. Dennoch zeigen sich in Aachen die Dressur-Olympiasiegerinnen Jessica von Bredow-Werndl und Werth, Vielseitigkeits-Olympiasiegerin Julia Krajewski und Springreit-Olympiasieger Ben Maher. Doch nur der Brite bringt sein Gold-Pferd mit.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare