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Kaum aufzuhalten ist derzeit Frankfurts quirliger Mittelfeldspieler Amin Younes (l./r. der Kölner Ellyes Skhiri).

Außergewöhnliche Fähigkeiten

  • vonSID
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Eintracht Frankfurt will sich auf dem Weg in die Champions League auch heute Abend von Werder Bremen nicht aufhalten lassen. Der sensationelle Aufschwung der Hessen hängt eng mit Amin Younes zusammen.

Adi Hütter wirkte irritiert. Seine Eintracht ein echter Meisterschaftsanwärter? So weit wollte der Österreicher dann doch nicht gehen. »Ich weiß nicht, ob das einen Vierkampf geben wird«, sagte der Trainer der Hessen über die Konstellation an der Spitze der Fußball-Bundesliga: »Dort, wo wir jetzt stehen, ist es schon hervorragend.« Doch der schier unglaubliche Aufschwung könnte Eintracht Frankfurt sogar noch weiter nach oben führen - auch dank der Galaform von Amin Younes.

Vor dem Auswärtsspiel bei Werder Bremen am heutigen Freitag (20.30 Uhr/DAZN) liegt der Tabellenvierte nur noch sieben Punkte hinter dem zuletzt schwächelnden Spitzenreiter Bayern München. Und ein Ende des Höhenflugs ist nicht in Sicht, mit Younes in der Startformation ist die Eintracht bislang unschlagbar. Die positive Entwicklung der Hessen hängt eng mit der Leistungsexplosion des quirligen Dribblers zusammen.

»Er ist gewissermaßen der Gamechanger, den wir für unser Spiel benötigen«, lobte Torhüter Kevin Trapp. Dabei blieb Younes zunächst nur die Jokerrolle, nach zwei Jahren nahezu ohne Spielpraxis beim SSC Neapel hatte er Anlaufschwierigkeiten. Ohne ihn in der ersten Elf gelangen in den ersten elf Saisonspielen nur zwei Siege, es drohte eine Saison im grauen Mittelmaß.

Doch dann stellte Hütter das System um, in neuer Formation mit zwei Zehnern bekam Younes das Vertrauen. Seit dessen Startelfdebüt am 15. Dezember gegen Borussia Mönchengladbach zeigt die launische Diva vom Main ein anderes Gesicht. Seit elf Bundesligaspielen ungeschlagen, dabei neun Siege - im neuen Jahr sind die Frankfurter mit Abstand das beste Team. Younes sei genau der Spielertyp, der gefehlt habe, erklärte Sportdirektor Bruno Hübner: »Ein Spieler, mit dem man im Zentrum durch die Dribbelstärke Überzahl bekommt, sodass man auch Räume für Filip Kostic schafft.« Coach Hütter holte gar zum Ritterschlag aus. »Ich kann mich nicht erinnern, einen Spieler mit dieser Qualität jemals trainiert zu haben«, sagte der 51-Jährige: »Er hat eine unglaubliche Technik und Energie, ist ein toller Mensch und geiler Kicker.«

An blanken Zahlen lässt sich der Wert von Younes gar nicht ablesen, drei Tore und zwei Vorlagen bei elf Startelfeinsätzen klingen nicht berauschend. Und doch sagte er bei Sky von sich selbst, »dass ich in einer sehr guten Form bin und gefühlt auch in der besten bisher in meiner Karriere«.

Denn Younes, so Hübner, beeindrucke nicht mit Statistiken, sondern durch »außergewöhnliche Fähigkeiten mit seinen Dribblings, seinen kurzen Haken und kleinen Übersetzungen«. Deshalb müsse auch Bundestrainer Joachim Löw wieder über ihn nachdenken. In der DFB-Elf gebe es »keinen, der im Eins-gegen-Eins so unangenehm sein kann«, so der 60-Jährige weiter.

Doch erst soll Younes die Eintracht in die Königsklasse führen. Das wäre »der absolute Wahnsinn«, betonte Hütter: »Wir sehen die Chance und die Möglichkeit«. Und vielleicht geht der Blick des zurückhaltenden Österreichers nach einem weiteren Sieg gegen zuletzt schwache Bremer sogar noch weiter nach oben.

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