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Gemeinsam sind wir stark: Franz Wagner (l.) und Kapitän Dennis Schröder klatschen sich ab. Die deutsche Basketball-Nationalmannschaft steigt heute mit dem Spiel gegen Frankreich in die EM ein. © Imago Sportfotodienst GmbH

Köln putzt sich raus für die Basketball-EM. Innerhalb von einer Woche warten insgesamt 15 Spiele. Für das deutsche Team um Kapitän Schröder soll die Arena nur Zwischenstation sein. Das große Ziel Medaille wird nach vielen Absagen zur Extremherausforderung.

In der Hammergruppe wird es jetzt ernst für Deutschlands Basketballer. Die schwer geschwächte Truppe um Neu-Kapitän Dennis Schröder muss innerhalb von sieben Tagen gegen den Olympia-Zweiten Frankreich, Europameister Slowenien mit Luka Doncic und Mitfavorit Litauen bestehen. Dennoch herrscht kurz vor dem EM-Auftakt Zuversicht im deutschen Lager.

»Frankreich und Slowenien müssen sich auch einen Kopf machen über Deutschland«, sagte Schröder vor dem Start am Donnerstagabend (20.30 Uhr/Magentasport) gegen Frankreich. Zum Pluspunkt soll das Heimpublikum werden: Erst die rund 18 000 Fans in der Vorrunde in Köln, dann die Finalrunde, die ab dem 10. September ausschließlich in Berlin steigt.

Um dort dabei zu sein, muss das Nationalteam in der kniffligen Sechsergruppe unter die besten vier kommen. Bundestrainer Gordon Herbert verlor deshalb nach der Ankunft in Köln nicht viel Zeit und vertiefte an seinem Laptop in der Hotel-Lobby die Vorbereitung auf Frankreich. »Das Team sieht gut aus und freut sich auf Donnerstag. Wir müssen noch besser werden«, forderte Herbert, für den die EM das erste große Turnier wird. Das 90:71 über Slowenien und Doncic am Sonntag in München war zwar ein Mutmacher. Nach der misslungenen WM 2019 mit dem Vorrunden-Aus gibt es aber noch einiges mehr gutzumachen.

Bei dem von NBA-Superstars wie Nikola Jokic (Serbien), Giannis Antetokounmpo (Griechenland) und Doncic geprägten Turnier ruhen Deutschlands Hoffnungen auf Schröder und NBA-Jungstar Franz Wagner. »So eine Heim-EM passiert nicht so oft. Es ist schon mal etwas Besonderes für den Sport an sich. Es ist eine Super-Ehre, dabei zu sein«, sagte der 21 Jahre alte Wagner. An der Arena in Köln wurden bis zuletzt Plakate aufgehängt, Technik installiert und gewerkelt, damit zum Start des siebentägigen Spektakels alles bereit ist.

Das mit Spannung erwartete Kräftemessen mit den Franzosen wird erst Wagners sechstes Länderspiel - aber das bisher gewaltigste, denn der Sport ist nur ein Teil des Abendprogramms. Vor Spielbeginn wird die deutsche Legende Dirk Nowitzki für seine Verdienste im Basketball gewürdigt. Das Trikot wird unter die Hallendecke gezogen, die Nummer 14 nicht mehr vergeben. »Das ist eine extreme Freude für mich«, sagte Wagner, der Nowitzki ein Vorbild seiner Kindheit und Jugend nennt.

Doch dann soll Schluss sein mit Pathos - und im besten Fall die erste EM-Medaille seit der Nowitzki-Ära im Jahr 2005 geholt werden. »Wir wollen es irgendwie schaffen, eine Euphorie zu entfachen. Wie das gelingt, wird sich zeigen. Das hängt natürlich auch vom sportlichen Erfolg ab«, sagte Center Johannes Voigtmann im Wissen, dass es ein hartes Ringen um öffentliche Wahrnehmung wird. Im Gegensatz zur Fußball-EM der Frauen und den European Championships in München übertragen die Öffentlich-Rechtlichen nicht live. Zwar zeigt Magentasport die deutschen Spiele kostenlos, doch droht ein Turnier in der Nische.

Das klar formulierte Ziel Medaille hatten Herbert, Voigtmann und Wagner am Dienstag bei der großen Auftakt-Pressekonferenz noch mal demonstrativ wiederholt. Das wird trotz des Heimvorteils schwer, denn außer Schröder und Wagner haben fast alle Stützen mit NBA-Erfahrung abgesagt. Szenarien, wonach mehr als die Hälfte des zwölfköpfigen Aufgebots aus den USA kommen könnte, zerschlugen sich schnell.

Unterdessen hat Center Daniel Theis den Wettlauf mit der Zeit gewonnen und seine Knieprobleme rechtzeitig auskuriert. Der 30 Jahre alte NBA-Profi von den Indiana Pacers steht daher im zwölf Spieler umfassenden Kader für das Turnier. Das teilte der Deutsche Basketball-Bund am Mittwoch kurz vor dem Fristablauf für die Nennung der offiziellen Aufgebote mit. Als letzten Spieler strich Bundestrainer Gordon Herbert Center Gavin Schilling aus dem Kader.

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