+
Die Herren 70 des TC Rot-Weiß Bad Nauheim: (v. l.) Karl-Egon Dickenberger, Manfred Käfer, Hans-Joachim Meinecke, Werner Genz, Wolfgang Lueger, Rolf Hübschmann und Hans-Joachim Richter.

Tennis

Zum zweiten Mal: Tennis-Oldies verpassen Meisterschaft extrem knapp

  • schließen

Es hat schon wieder nicht sein sollen. Die Herren 70 des TC Rot-Weiß Bad Nauheim sind extrem knapp an der Hessenmeisterschaft vorbeigeschrammt. Der Ehrgeiz ist aber ungebrochen.

Die Enttäuschung ist schon lange der Angriffslust gewichen. "Wir treten auch im nächsten Jahr an", sagt Wolfgang Lueger und grinst. Der Mannschaftsleiter der Herren 70 des TC Rot-Weiß Bad Nauheim grinst nicht, weil er sich übermäßig darüber freut, einen weiteren Anlauf in der Tennis-Hessenliga nehmen zu müssen. Vielmehr ist es beim 80-Jährigen ein Ausdruck von großem Ehrgeiz - und dem Wissen, dass sein Traum noch realisierbar ist.

Die abgelaufene Medenrunde wollten Lueger und seine Mitstreiter auf Rang drei beenden. Am Ende wurden sie Zweiter - punktgleich mit dem Meister FTC Palmengarten. Die Frankfurter hatten vier Matchpunkte mehr, zudem den direkten Vergleich gegen den TC Rot-Weiß mit 5:1 gewonnen. Im Übrigen die einzige Saisonniederlage für die Mannschaft von Lueger. Damit wiederholten die TC-Senioren den Erfolg aus dem Vorjahr, doch schon wieder fehlte nur ein Wimpernschlag zum großen Wurf. Vor einem Jahr war es "durch eine blöde Spielverlegung", wie Lueger sagte, diesmal war es ein Champions-Tiebreak.

Beim Auswärtsspiel der Frankfurter in Kronberg am zwei Spieltag entscheidet im zweiten Doppel der Tiebreak im dritten Satz über den Ausgang der Partie. Kronberg führte nach fünf Matches mit 3:2, doch das zweite Palmengarten-Doppel rettete mit einem 12:10 im Entscheidungssatz das Unentschieden - letztlich entscheidend im Kampf um die Meisterschaft. "Hätte Kronberg gewonnen, wären wir Meister geworden", sagt Lueger. Die Hoffnung, dass sich Palmengarten am letzten Spieltag beim TEC Darmstadt einen entscheidenden Ausrutscher leistet, erfüllte sich nur zur Hälfte. Durch das 3:3 auf der Anlage am Darmstädter Böllenfalltor waren die Frankfurter zwar punktgleich, hatten über die Saison gesehen aber eben jene vier Matches mehr gewonnen.

"Mein Traum ist es, einmal Hessenmeister zu sein", sagte Lueger vor der Medenrunde, und daran hat sich nichts geändert, wie er betont. Mit dem Wissen über die eigene Stärke folgt im kommenden Sommer der dritte Anlauf. Nach einem Wanderurlaub in den Dolomiten, gemeinsam mit den Mannschaftskollegen Rolf Hübschmann und Hans-Joachim Meinecke, hat Lueger mit den Planungen für das kommende Jahr schon begonnen: "Wir wollen uns auf mindestens einer Position verstärken", sagt Lueger. Er selbst sei kein Punktegarant mehr, spielte zudem in nur drei von sieben Partien. Dafür haben Rolf Hübschmann, Werner Genz und Karl-Egon Dickenberger, die jeweils nur ein Einzel in der Medenrunde verloren haben, ihre Bereitschaft für die kommende Saison schon signalisiert. In den kommenden Wochen soll auf einer Mannschaftssitzung alles final geklärt werden.

Die Suche nach Neuzugängen ist wohl der schwierigere Part. "Der Pool an Spielern in dem hohen Alter, die noch mal Hessenliga spielen wollen, ist nicht sehr groß", weiß Lueger. Zudem spielt der gesundheitliche Faktor in der höchsten Altersklasse eine große Rolle. Über eine Spielerbörse beim Hessischen Tennis-Verband will er demnächst dennoch einen Aufruf für den nächsten Anlauf starten. Aller guten Dinge sind drei.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare