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»Zwei Zähler verschenkt«

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Für Peter Rübenach, der am Samstag beim ersten KSV-Heimspiel des Jahres 2009 gegen Eintracht Stadtallendorf wieder einmal für Amir Mustafic den Platz auf der Klein-Karbener Trainerbank einnahm, war die Sache sonnenklar. »Wir haben heute zwei Zähler verschenkt«, meinte er unmittelbar nach dem 1:1-Remis seiner Mannschaft gegen den Neuling aus dem Landkreis Marburg-Biedenkopf.

In Anbetracht der Tatsache, dass der Ausgleich für die Besucher erst drei Minuten vor Schluss fiel und gleich danach Selim Aljusevic auch noch den Karbener Siegtreffer auf dem Fuß hatte, lag Rübenach mit seiner Meinung keineswegs falsch. Wenn man den Maßstab allerdings über die gesamten 90 Minuten anlegt, dürfte das Unentschieden wohl noch am ehesten dem Spielverlauf entsprechen. Die Akteure des KSV schienen mit ihren Gedanken noch in der Kabine, wie anders ist es sonst zu erklären, dass die kampfstarke Truppe von Trainer Robert Backes gleich zu Beginn zwei Riesenmöglichkeiten hatte. Die ohne die Langzeitverletzten Sven Kunisch und Christian Männel angetretenen Gastgeber wussten sich dann aber mit zunehmender Spieldauer immer besser in Szene zu setzen, wenngleich beim KSV am Samstagnachmittag in spielerischer Hinsicht einige Prozentpunkte fehlten. Bis zur 30. Minute mussten sich die wieder einmal nur knapp 100 KSV-Fans in Geduld üben, ehe Torjäger Salvatore Bari erstmals gefährlich im Stadtallendorfer Strafraum auftauchte. Der Schuss des Ex-Griesheimers verfehlte im Anschluss an einen Alleingang aber um Haaresbreite das Ziel.

»Strafsto? forderte der Klein-Karbener Anhang kurz vor dem Pausenpfiff, als Eintracht-Akteur Manuel Rasiejewski den Karbener Mittelfeldspieler Florian Decise an der Strafraumgrenze unsanft von den Beinen holte. Der Pfiff von Schiri Sven Willmann blieb aber aus.

Auf dem Kunstrasen ließ der KSV auch nach dem Seitenwechsel keinen Zweifel darüber aufkommen, dass er am Ende als Sieger den Platz verlassen wollte. Es fehlte jedoch seitens des Karbener Mittelfeldes oftmals die zündende Idee bzw. der entscheidende Pass in die von Salvatore Bari besetzte Sturmspitze.

Endlich Grund zum Torjubel gab es für die KSV-Anhängerschaft dann in der 76. Minute. Jens Paetzold, der ansonsten eher unauffällig agierte, bediente mit einer Traumvorlage seinen Mitspieler Salvatore Bari, der unwiderstehlich auf das gegnerische Gehäuse zusteuerte, um anschließend das Leder am herausstürzenden Torwart Dusan Olujic vorbei zum 1:0 über die Linie zu befördern.

Drei Minuten vor Feierabend startete der für Daniel Hainmüller eingewechselte Fabio Monaco über die rechte Seite einen unwiderstehlichen Alleingang. Sein genauer Rückpass nahm Maximillian Koch volley, Der Ball schlug unhaltbar für KSV-Keeper Turgay Dikmen zum 1:1-Endstand im langen Eck ein. Gleich im Gegenzug tauchte Selim Aljusevic urplötzlich frei vor dem Statdtallendorfer Zerberus auf, brachte jedoch das Kunststück fertig, das Streitobjekt aus kurzer Entfernung am Gäste-Tor vorbeizuschießen. »Wir hatten uns für die Partie in Klein-Karben sehr viel vorgenommen. Der KSV kam dann aber zunehmend besser zur Geltung. Insgesamt war es ein leistungsgerechtes Unentschieden«, so das Fazit des Stadtallendorfer Trainers Robert Backes. Dem wollte auch sein Klein-Karbener Kollege Amir Mustafic nicht widersprechen. »Wenn man erst nach einer längeren Anlaufzeit zur gewohnten Form findet, muss man selbst vor eigenem Publikum mit einem Punkt zufrieden sein.«

KSV Klein-Karben: Turgay Dikmen – Klopp, Strenkert, Simmons, Emre Yasaroglu – Decise (ab 83. Costa Pires), Kaya, Mustafic, Paetzold (ab 82. May) – Bari, Aljusevic. – Eintracht Stadtallendorf: Olujic – Kasseckert, Schilhabl, Bloess – Hainmueller (ab 82. Monaco), Rasiejewski, Hodaj, Koch, Sohn – Yildiran, Eidelwein

Schiedsrichter: Sven Willmann (Münster). – Tore: 1:0 (76.) Bari, 1:1 (87.) Koch. – Zuschauer: 100.

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