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Regina Kaurisch wird Zweite in der W 60.

Ironman-EM

Zwei Hawaii-Tickets für die Wetterau

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Sie dürfen sich zurecht Eisenmänner und -frauen nennen: die Starter des Ironman Frankfurt. Unter den Finishern aus der Wetterau gab es gleich mehrfach beste Gründe zum Jubeln.

Extreme Temperaturen mit Hitze und Wind, rund 1000 Sportler, die nicht den Weg ins Ziel am Frankfurter Römer fanden. Die Ironman-Europameisterschaft am Sonntag verlangte den rund 3000 Athleten alles ab. 3,8 Kilometer Schwimmen ohne Neoprenanzug im Langener Waldsee, da dieser über 25 Grad warm war, 185 Kilometer Radfahren mit 1500 Höhenmetern, unter anderem durch die Wetterau, und 42,195 Kilometer Laufen in der prallen Sonne den Main entlang. Am Ende gab es aus heimischer Sicht gleich sechs Eisenmänner und -frauen, wobei Thomas Beisswenger als Sieger der M 65 und Regina Kaurisch als Zweite der W 60 die Wetterau am 12. Oktober bei der WM in Hawaii vertreten werden.

Regina Kaurisch (Triathlon Wetterau):Strahlend kam Regina Kaurisch vom Tisch ihrer Mitstreiterin Riitta Knodt bei der Siegerehrung in der Frankfurter Eissporthalle zurück: "Sie fährt nicht nach Hawaii, damit habe ich den Slot für die WM", jubelte die 59-Jährige. Damit hat sich Kaurisch, die am Samstag ihren 60. Geburtstag feiert, das größte Geburtstagsgeschenk vorab wohl schon selbst gemacht. Sie war zuvor Vize-Europameisterin der W60 geworden. "Mein Trainer Oliver Weber hat mich perfekt vorbereitet und mich genau wie Vereinskollege und Internist Thomas Meyer darauf gebrieft, an jeder Verpflegungsstelle zu trinken und meinen Kopf mit Eis zu kühlen. Sonst hätte ich das nie so durchgestanden", erzählte sie. "Besonders die letzten Radkilometer von Friedberg nach Frankfurt waren schlimm. Aber in Petterweil war es super. Da gab es ein richtiges Stimmungsnest und ich hatte gleich wieder mehr Druck auf den Pedalen." Als Kaurisch um 20.30 Uhr über die Ziellinie lief, hatte sie Gänsehaut. 13:49 Stunden benötigte sie insgesamt. Mit einem 29er-Schnitt fuhr sie die 185 profilierten Kilometer und war sie als erste W 60-lerin auf die Laufstrecke gegangen. Bei Kilometer 20 zog dann Riitta Knodt (Spiridon Frankfurt) an ihr vorbei. "Ich wusste, ich liege auf Medaillenkurs", sagt Kaurisch hinterher. "Aufgeben war nie eine Option."

Thomas Beisswenger (SV Fun-Ball Dortelweil):Thomas Beisswenger ist erst 2017 in den Triathlonsport eingestiegen. Schwimmen und Radfahren musste sich der seit 1988 aktive Läufer erst antrainieren. Nun ist er Europameister der M 65. Vor dem abschließenden Marathon war Beisswenger noch Dritter gewesen. In der zweiten Radrunde hatte er Wadenkrämpfe gehabt, doch beim Laufen lockerten sich die Beine wieder. "Zu Beginn der Laufstrecke hatte ich 40 Minuten Rückstand auf den Ersten", sagt Beisswenger. Nach der Hälfte der Strecke waren es immer noch 28 Minuten. "Mein Vereinskollege Joe Kopp rief mir zu, ich müsse lediglich 1:45 Minuten schneller pro Kilometer laufen. Das war zwar unrealistisch, aber ich habe alles gegeben, meine Schmerzen ausgeblendet und mich auf das Finish auf dem roten Teppich fokussiert", erzählte er. Und so lief Beisswenger schließlich 4:24 Stunden (Gesamt: 12:49:20 Stunden) und damit knapp eine Stunde schneller als der spätere Zweitplatzierte Raimund Schultz. Lediglich vier er zwölf Athleten der M 65 erreichten überhaupt die Ziellinie. "Natürlich nehme ich den Hawaii-Slot an", freut er sich.

Jürgen Braun (SV Fun-Ball Dortelweil):Jürgen Braun finishte nach 11:33 Stunden als 42. der M 50. "Mein Schwimmen war aufgrund des Neo-Verbotes 17 Minuten langsamer als 2017", sagte Braun. Auf den ersten 55 Radkilometern hatte er zunächst nicht mehr schalten können und war so scharenweise überholt worden. Doch nachdem das Problem behoben war, startete er durch. Das Laufen verlief die ersten drei Kilometer zäh, aber durch permanentes Kühlen und Trinken ging es immer weiter. "Zwar habe ich mein Ziel, unter 10:30 Stunden zu finishen, nicht erreicht, aber wenn man die äußeren Bedingungen betrachtet, bin ich zufrieden", sagt Braun. "Schließlich bin ich deutlich besser als 2017 platziert, da war ich noch 67."

Anna-Lena Mattheis (SV Fun-Ball Dortelweil):Anna-Lena Mattheis gehörte zu den Rookies. In ihrem ersten Start über die Langdistanz finishte sie in 13:13:48 Stunden als 22. der W 30. "Es ist ein unbeschreibliches Gefühl, voller Emotionen, Dankbarkeit, Durchhaltevermögen und ein mega Endorphin-Kick über den roten Teppich zu laufen. Das mit den Menschen, die mich auf meinen Weg begleitet haben, zu teilen ist die Krönung", sagt die Bad Vilbelerin.

Andreas Klause (Eintracht Frankfurt):Ebenfalls aus Bad Vilbel kommt Routinier Andreas Klause. Der mehrfache Hawaii-Finisher zog sein Rennen konstant durch: In der M 55 wurde Klause in 11:31:41 Stunden schließlich starker Zwölfter.

Klaus Scheer (Triathlon Wetterau):Ein Drama erlebte Klaus Scheer. Der Bruchenbrückener hatte zwölf Tage vor dem Start die Diagnose Sehnenscheidentzündung an der Schienbeinkante erhalten. Er ging dennoch an den Start und versuchte die 3,8 Kilometer ohne Beinschlag zu schwimmen. Nach zwei Krämpfen erreichte er das Ufer. "Wäre das Kajak beim zweiten Mal nicht in der Nähe gewesen, ich weiß nicht, was passiert wäre", sagte Scheer. Auf dem Rad machte sich die Sehne ab Kilometer 100 bemerkbar, doch beim Laufen stellte er nach der Hälfte fest, dass ein Finish vor dem offiziellen Schluss um 22 Uhr noch möglich war und zog durch: 14:48 Stunden zeigte die Uhr im Ziel für ihn an, er wurde 243. in der M 50. "You are an Ironman" - Das konnte auch er trotz Schmerzen mit nach Hause nehmen.

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