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Zwei Friedberger treffen sich am Traumziel

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Zwei Friedberger in Peking: Till Helmke und Günter Eisinger sind die beiden Wetterauer, die für die Olympischen Spiele nominiert worden sind. Der Sprinter vom TSV Friedberg-Fauerbach und der Hochsprung-Trainer von der LG Eintracht Frankfurt sind international erfahren, dennoch sind die Spiele etwas ganz Besonderes für die beiden Leichtathleten. Beide sind nicht das erste Mal bei den Olympischen Spielen dabei. Während Till Helmke 2004 in Athen über 200 und 4x100-Meter an den Start ging, war Hochsprung-Coach Eisinger bereits 1984 in Los Angeles als Bundestrainer, 1992 als Wettkampfmanager von Heike Henkel in Barcelona und 1996 als Trainer einer Slowakin in Atlanta. Sein größtes Erlebnis hatte er in Spanien vor 16 Jahren, als sein Schützling Heike Henkel Gold im Hochsprung mit 2,02 Meter holte.

Erstmals wohnt der Sportlehrer des Burggymnasiums jedoch im olympischen Dorf und gehört offiziell zum Olympiateam. Nachfolgend einige Fakten und Informationen zu den beiden Wetterauern in Peking:

Geburts- und Wohnort: Helmke ist in Friedberg geboren und lebte rund 22 Jahre in Ober-Rosbach. Seit 2006 wohnt er in der Kreisstadt in der »Sprinter-WG« mit Vereinskollege Florian Schwalm – und damit nur unweit von Eisinger.

Der 58-Jährige lebt quasi an seinem Arbeitsplatz, unter seiner Wohnung befinden sich Klassenräume des Burggymnasiums. Dort ist er seit 37 Jahren Lehrer. Geboren ist Eisinger in Eberstadt im Landkreis Heilbronn.

Verein: Vor zehn Jahren wechselte Till Helmke von der LG Rosbach-Rodheim zum TSV Friedberg-Fauerbach und ist seither in der deutschen Spitze vertreten.

Sportlich gesehen war auch Eisinger einst ein Friedberger, er gehörte zu den Initiatoren der Leichtathletik-Gemeinschaft Friedberg in den 1970ern. Er trainierte seinerzeit unter anderem die schnelle Eva Kratzsch, Tochter der ehemaligen Adolf-Reichwein-Schule-Rektorin Mimi Kratzsch und Mutter der talentierten B-Jugendlichen Gesa Katharina Kratzsch. 1974 ging er nach Frankfurt und nahm dort ein Angebot als Trainer an. Zum TSV Friedberg-Fauerbach pflegt er seither ein freundschaftliches Verhältnis, unterstützte beispielsweise TSV-Coach Sieglinde Weber seinerzeit bei der Betreuung von Zwei-Meter-Hochspringer Thomas Vogel. Und auf dem Burgfeld trainiert er nicht nur seine Schüler. Auch Ariane Friedrich, seine aktuelle Top-Athletin, floppte schon unter der Friedberger Burg über die Latte. Athlet/Trainer: Der 24-jährige Helmke gehört zu den sechs Sprintern, die für die 4x100-Meter-Staffel vorgesehen sind. Dort hat der Schützling von Sieglinde Weber in diesem Jahr einen Stammplatz, verpasste kein Staffelrennen. In Peking möchte Helmke nach eigener Aussage »das Finale erreichen«.

Dies hat auch Günter Eisingers Athletin Ariane Friedrich vor, die zudem um eine Medaille kämpfen möchte. Friedrich reist mit 2,03 Meter als Zweite der Jahresweltbestenliste hinter »Überfliegerin« Blanka Vlasic (2,06 m) nach Peking. Letzter Wettkampf: Sowohl Friedrich als auch Helmke absolvierten bei der DAK-Gala in Wattenscheid am 1. August ihren letzten Test vor Peking. Friedrich beendete dabei zum zehnten Mal in dieser Saison einen Wettbewerb mit einer zwei vor dem Komma. Ihr bestes Resultat, und damit ihre persönliche Bestleitung, erzielte sie als Siegerin beim Europacup im französischen Annecy mit 2,03 m. In Wattenscheid überquerte die 24-Jährige im ersten Versuch 2,01 m. Helmke lief mit der DLV-Staffel in der bewährten Formation mit Tobias Unger (Kornwestheim), Alexander Kosenkow (Wattenscheid) und Martin Keller (Chemnitz) 38,82 Sekunden bei Wechseln ohne volles Risiko. Danach wurden die deutschen Leichtathleten vor 6000 Zuschauern mit einem Feuerwerk nach Peking verabschiedet.

Zeitplan: Eisinger und Helmke sind bereits ins »Akklimatisierungs-Trainingslager« nach Japan gereist, schon vor der Weltmeisterschaft 2007 in Osaka bereiteten sich die deutschen Leichtathleten dort vor. Am 17. August beziehen sie ihr Zimmer im olympischen Dorf. Bereits zwei Tage zuvor starten die Leichtathletik-Wettkämpfe in Peking.

Die Friedberger sind allerdings erst am Donnerstag, 21. August, gefordert. Friedrichs Qualifikation im Hochsprung der Frauen startet unter den Argusaugen von Günter Eisinger um 3.50 Uhr (alle Uhrzeiten MESZ). Die 4x100-Meter-Vorläufe der Männer mit Helmke sind ab 14.20 Uhr angesetzt. Einen Tag später (22. August/16.10 Uhr) steigt das Staffelfinale, der Hochsprung-Endkampf läuft am Samstag, 23. August, ab 13 Uhr. Michael Wiener

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