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Alexander Baum wurde als Hauptamtlicher Nachwuchstrainer von den Roten Teufeln entlassen. FOTO: CHUC

Rote Teufel Bad Nauheim

Zerreißprobe: Wie die Entlassung von Alex Baum den Nachwuchsverein spaltet

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Der Nachwuchsverein Rote Teufel Bad Nauheim hat Alex Baum als Hauptamtlichen Trainer entlassen. Der Vorstand wird nach dieser Entscheidung mit Vorwürfen aus den eigenen Reihen konfrontiert.

Die Meldung auf der Homepage der Roten Teufel Bad Nauheim umfasst gerade einmal zwei Sätze - doch diese spalten den Eishockey-Nachwuchsverein derzeit in zwei Lager. Ex-Profi Alexander Baum ist als Hauptamtlicher Trainer entlassen worden. Innerhalb des Klubs führte diese Entscheidung in den vergangenen Tagen zu emotionalen Diskussionen, schweren Vorwürfen gegen den Vorstand mit Torsten Sacher an der Spitze bis hin zur Forderung nach einer außerordentlichen Mitgliederversammlung.

"Ich bin natürlich enttäuscht. Und die Situation tut weh. Ich habe sehr viel Herz in diese Aufgabe investiert, hänge an diesem Verein und hätte auch gerne weitergemacht", sagt Baum auf Nachfrage unserer Redaktion. Im Jahr 2007 war er nach Bad Nauheim gekommen und hatte bis zum Ende der Profi-Laufbahn 472 DEL2- und Oberliga-Partien für die Roten Teufel bestritten. Mit einem Abschiedsspiel wurden im November 2016 die Verdienste des Verteidigers gewürdigt. Bereits von 2012 an unterstützte "Baumi" die Jugendarbeit, absolvierte im Nachwuchsverein eine kaufmännische Ausbildung und legte zudem die Prüfung zur Trainer-A-Lizenz ab. Von 2016 an war er hauptamtlich im Klub tätig; zuletzt unter anderem als Chef-Trainer der U20 und der U11 und assistierend in vier weiteren Altersklassen.

"Alex Baum ist ein hervorragender Trainer, der die Kinder weiterentwickelt hat. Sein Job umfasst aber mehr als nur die Tätigkeit auf dem Eis. Dazu gehören auch administrative Aufgaben; Dinge, die zu wichtig sind für den Verein, als dass man sie liegen lassen kann", erhellt Marco Veith, Vorstandsmitglied des Klubs, auf Nachfrage ein wenig die Hintergründe, nachdem der Nachwuchsverein in punkto Außendarstellung und interner Kommunikation gegenüber den Mitgliedern in den letzten Tagen ein schwaches Bild abgegeben hatte.

Konflikte hatten den Klub schon länger Sommer begleitet. Das Verhältnis zwischen Sacher und Baum war - so haben Recherchen ergeben - zunehmend belastet. Der sogenannte Lenkungsausschuss mit Geschäftsführer Andreas Ortwein und zwei Aufsichtsratsmitgliedern der kooperierenden GmbH war in Schlichtungsbemühungen ebenso eingebunden wie ein Mediator. In die Entlassung selbst war die GmbH nicht involviert. "Personalentscheidungen im Nachwuchs sind vereinsinterne Vorgänge und liegen in der eigenständigen Verantwortung des Vereins", betont Ortwein.

Reaktionen auf die Entlassung des Ex-Profis folgten prompt und mit Schärfe. So macht eine Mail eines Mitgliedes die Runde, in der Sacher "mangelnde fachliche Eignung und Kompetenz in der Konfliktlösung", "eigene Präferenzen in der Personalführung" und "respektloses Kommunikationsverhalten" angekreidet werden. Das sind nur einige von vielen Vorwürfen (die Mail liegt der Redaktion vor). Auch die inzwischen fehlende sportliche Kompetenz der Vorstandsriege (mit Ex-Profi Dennis Cardona war der Nachfolger von Martin Flemming während der Saison zurückgetreten) wird bemängelt.

Die Vorwürfe an die Vereinsführung bezeichnet Veith als "teils einfach Quatsch" und "teils nur von einer Seite betrachtet. Wenn man die ganze Geschichte kennt, ergibt sich ein anderes Bild." Und dann gebe es auch Punkte, "die wir auf unsere Kappe nehmen müssen, wo Fehler gemacht wurden"

.Weder Emails noch Videokonferenzen seien nun aber in der momentanen Situation tauglich, um Aufklärung zu schaffen. Man werde sich deshalb - sobald es die Umstände zulassen - den Mitgliedern (rund 350 sind es) in einer außerordentliche Versammlung stellen, verspricht Veith.

Ein Nachfolger von Baum als zweiter Hauptamtlicher Nachwuchsrainer neben Radek Krestan sei im übrigen noch nicht gefunden.

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