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Die zehnjährige Josephina Neumann aus Petterweil hat sich beim TTC Staffel eingelebt. Dort kann sie in der Frauenmannschaft in der Regionalliga an die Platte gehen - und ab und an Erfahrungen in der 3. Liga sammeln. FOTO: JAUX

Einsatz in Liga drei

Mit zehn Jahren in der dritten Liga: Nächster Schritt für Wetterauer "Tischtennis-Wunderkind"

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Josephina Neumann ist das "Tischtennis-Wunderkind", fegt die erst Zehnjährige doch bereits gestandene Cracks von der Platte. Nun hat die Petterweilerin den nächsten Schritt ihrer Karriere gemacht.

Das erste Spiel ging zwar verloren, trotzdem war beim ersten Auftritt der zehnjährigen Josephina Neumann in der 3. Tischtennis-Bundesliga Nord für den TTC Grün-Weiß Staffel beim 4:6 gegen den TSV Schwarzenbek schon zu erkennen, dass "Josi" auch auf diesem Niveau problemlos mithalten kann. "Das war heute ganz knapp, es ging teilweise in die Verlängerung. Da war Josi manchmal noch etwas zu emotional", sagte ihre Mutter Cornelia Neumann-Reckziegel.

Das Talent wurde Josephina Neumann in die Wiege gelegt

Das Talent wurde "Josi", die ihre ersten Schritte beim TV Okarben machte, quasi in die Wiege gelegt. Mutter Cornelia spielte selbst in der Bundesliga, auch Vater Sven war an der Platte sehr erfolgreich. "Die ersten Bälle spielte Josephina im Alter von drei, vier Jahren", erzählt Neumann-Reckziegel. "Sie hat den Tischtennisschläger in die Hand genommen und konnte es. Sie hat sich schon früh vieles abgeschaut." Sie hat mit ihrer Tochter daheim in der Garage in Petterweil etliche Stunden an der Platte verbracht.

Ihr großes Talent wurde schließlich auch von Elke Schall-Süß, zu dieser Zeit Landestrainerin des Hessischen Tischtennis-Verbandes, entdeckt, die die damals Fünfjährige an den Olympiastützpunkt nach Frankfurt brachte. "Josi war zu diesem Zeitpunkt nie im Verein gewesen, sondern kam quasi aus unserer Garage direkt ins Landesleistungszentrum", beschreibt die Mutter die "Entdeckung" Josephinas im Jahr 2015. "Wir hatten viele andere Sportarten ausprobiert. Turnen, Reiten, Fußball."

Weitere Einsätze in der dritten Liga sollen folgen

Für die Viertklässlerin stehen neben der Schule dreimal in der Woche je zwei Einheiten Tischtennis auf dem Trainingsplan. Dazukommen Kraft- und Koordinationstraining. An den Wochenenden sind "Josi" und ihre Mutter ohnehin gemeinsam bei Spieltagen des TTC Staffel II in der Regionalliga an der Platte, außerdem nimmt die Zehnjährige an internationalen und Ranglistenturnieren teil. "Mal sehen, wie das nach den Sommerferien aussieht, wenn sie auf Lehrgängen und Turnieren ist", sagt Reckziegel-Neumann. Dann nämlich geht Josephina auf eine weiterführende Schule. "Da braucht es eine Schule, die den Sport unterstützt."

Ihrem ersten Einsatz in der 3. Liga sollen in jedem Fall weitere folgen - mindestens noch einer in dieser Saison. In der zweiten Mannschaft der Grün-Weißen aus Limburg in der Regionalliga spielt sie nach der Winterpause an Position zwei statt vier. "Da kann sie viel lernen", sagt ihre Mama. "Zum Beispiel auch das Verlieren." Los geht’s am heutigen Samstag (19.30 Uhr), beim Heimspiel gegen den TTC Langen. Dann gilt es die Bilanz von 10:4 Siegen zu bestätigen. In der kommenden Saison soll dann die Anzahl ihrer Einsätze in der ersten Mannschaft gesteigert werden. Unnötigen Druck möchte Neumann-Reckziegel aber nicht aufbauen. Auch deshalb fühlen sich die Neumanns, die gemeinsam vom TSV Langstadt nach Staffel gewechselt waren, pudelwohl. "So wie es derzeit beim TTC Staffel läuft, ist es super. Alle sind total nett." Dass mit Josephina Neumann das wohl größte Tischtennis-Talent Deutschlands, das nicht selten als "Wunderkind" bezeichnet wird, bei den Grün-Weißen spielt, wird bei einem Blick auf die bundesweite Jahrgangs-Rangliste klar. Sie führt nicht nur den 2010er Jahrgang an, sondern auch die der Jahrgänge 2009, 2008 und 2007. Nimmt man die Mädchen mit dem Geburtsjahr 2006 hinzu, belegt "Josi" Platz sieben. Sogar auf europäischer Ebene hatte die Nachwuchshoffnung bei einem Turnier in Prag aufhorchen lassen, als sie gegen die teilweise zwei Jahre älteren Konkurrentinnen gewann.

Eltern wollen keinen Druck auf ihr Kind aufbauen

Bei all den Vorschusslorbeeren will die Familie aber auf dem Boden bleiben. "Wir versuchen, die Euphorie zu bremsen", sagt Reckziegel-Neumann. "Wir wissen nicht, wohin der Weg führt. Sie hat alles, was sie braucht: die Anlagen, die Unterstützung, das Talent. Aber Josi ist Josi."

Und überhaupt wissen die Neumanns sehr wohl, dass es noch ein ganz weiter Weg ist. "Wir arbeiten im Hier und Jetzt. Wenn das, was prognostiziert wird, klappt, ist das schön. Ansonsten geht das Leben für uns aber auch weiter." Yannick Wenig

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