1. Wetterauer Zeitung
  2. Sport
  3. Lokalsport

Yannik Dauth: Erst »Schubbelsche«, dann Aufstieg

Erstellt: Aktualisiert:

Kommentare

Hinsetzen und erstmal den Erfolg genießen: Yannik Dauth am Samstag auf dem Rasenplatz des SC Teutonia Watzenborn-Steinberg, während im Hintergrund die Feierlichkeiten anlässlich des gewonnenen Hessenmeistertitels laufen. 	(Foto: ras)
Hinsetzen und erstmal den Erfolg genießen: Yannik Dauth am Samstag auf dem Rasenplatz des SC Teutonia Watzenborn-Steinberg, während im Hintergrund die Feierlichkeiten anlässlich des gewonnenen Hessenmeistertitels laufen. (Foto: ras) © Rainer Schmidt

Yannik Dauths gefühlte Heimat ist Klein-Karben, auch wenn er den KSV schon lange verlassen hat und nicht mehr in der Wetterau wohnt. Doch die Verbindungen sind eng, durch Freunde und die Familie. Im Interview spricht der Fußball-Torhüter des Hessenmeisters Teut. Watzenborn-Steinberg über seine Rendeler Jungs, seine Saison und seinen Vater Thorsten.

Yannik Dauth wechselte im Sommer 2009 vom KSV Klein-Karben zum FSV Mainz 05 in die B-Jugend. Zu seinen Trainern gehörten dort die heute erfolgreichen Fußball-Lehrer Thomas Tuchel und Martin Schmidt, unter dem heutigen BVB-Coach wurde Dauth als Ersatztorwart Deutscher A-Jugendmeister im Jahr 2009. Sein Konkurrent um einen Stammplatz war damals unter anderem Christian Mathenia, der dieser Tage von Darmstadt zum HSV wechselte. 35 Spiele in der Regionalliga hat der Sohn von Olympiateilnehmer Thorsten Dauth (siehe Kasten unten) für Mainz U23, die Sportfreunde Siegen und die Sportfreunde Lotte absolviert, ehe er vor dieser Saison zum frisch in die Hessenliga aufgestiegenen SC Teutonia Watzenborn-Steinberg nach Mittelhessen wechselte. Dauth ist in Frankfurt geboren und lebt nach der langen Station Klein-Karben und dem kurzen Intermezzo in Lotte nun wieder dort, mit seiner Freundin im Stadtteil Bornheim. Sein Patenonkel ist Jürgen Klopp, den Vater Thorsten zu Studienzeiten kennengelernt hatte; ein Kontakt besteht heute nicht mehr.

Was war das für eine Saison aus Ihrer Sicht?

Yannik Dauth: Sehr komisch. Ich hatte Lotte verlassen und wollte eigentlich den Fußball ein bisschen hinten anstellen. Dann kam der Kontakt nach Watzenborn und ich dachte, das passt. Hier ein bisschen Schubbelsche, bisschen in der Hessenliga im Mittelfeld rumkicken, nicht mehr ganz so professionell. Die Spannung ist ein bisschen abgefallen, nachdem ich vorher in der Regionalliga war. So habe ich mich die ersten paar Tage hier präsentiert. Dann habe ich relativ schnell gemerkt: das reicht nicht. Das war auch ganz gut. Das ist nicht mein Anspruch. Ich will immer das Beste geben. Ich habe mich reingekämpft, bin in die Mannschaft gekommen.

Wie hat diese Mannschaft den Durchmarsch geschafft?

Dauth: Wir sind eine überragende Truppe. Ich habe selten so etwas erlebt. Die Zweite feuert uns an wie Hooligans. Die Jungs haben viel Albereien im Kopf, wissen aber auch, wann es drauf ankommt. Als wir zur Winterpause Erster waren, wollte es natürlich jeder durchziehen. Über die Mannschaftsleistung haben wir es geschafft.

Sie kehren nun in die Regionalliga zurück. Also doch wieder professioneller Fußball.

Dauth: Ich habe gedacht, Regionalliga oder höher ist nichts mehr für mich. Dann habe ich gemerkt, wie viel Spaß Fußball wieder machen kann. Ich freue mich und habe für zwei Jahre verlängert.

Sie haben in diesem Semester angefangen, Bauingenieurwesen zu studieren. Wie vereinbaren Sie das mit dem Fußball?

Dauth: Eigentlich wollte ich zur Polizei. Noch ist es in der Schwebe, ob ich da anfangen kann. Das zieht sich hin. Regionalliga-Fußball lässt sich mit dem Studium natürlich besser vereinbaren. Zumal unser Geschäftsführer Jörg Fischer eine Baufirma betreibt.

Wie ist Ihre Verbindung nach Karben?

Dauth: Ich werde immer dort zu Hause sein. Im Herzen bin ich immer Karbener, dort habe ich alle meine Freunde, die Familie. Meine Eltern kümmern sich ab und zu um unseren Hund. Die Jungs vom FC Rendel würden menschlich super nach Watzenborn passen.

Was haben Sie von Ihrem Vater gelernt?

Dauth: Sehr viel. Er hat mir natürlich viele Tipps gegeben. Es war schon immer gut, wenn man einen Vater hat, der weiß, was man durchmacht im Tor. Aber wichtiger war und ist für mich, dass er immer hinter mir steht. Auch in schweren Zeiten, wie im vergangenen Sommer. Ich habe sehr viel von ihm mitgenommen.

Sie haben auch sein Sporttalent geerbt.

Dauth: Ohne Sport geht nichts bei uns in der Familie. In diesem Jahr bin ich zum ersten Mal Bob gefahren, Europacup für die Österreicher. Der Kontakt kam natürlich über meinen Vater zustande. Sein ehemaliger Pilot ist für Österreich tätig. Es macht Laune. Aber zeitlich wird es aber schwierig mit der Regionalliga.

Der SC Teutonia Watzenborn-Steinberg wird seine Heimspiele künftig in Wetzlar austragen. Wie sehen Sie das?

Dauth: Ich habe mir noch keine Gedanken darüber gemacht. Ich war noch nie da. Aber das wird uns nicht beeinflussen. Unsere Fans werden auch nach Wetzlar kommen.

Auch interessant

Kommentare