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Wulf-Kritik folgt Rübenach-Vereinsaustritt

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Unter einem denkbar ungünstigen Stern stand das Wochenende für die Oberliga-Kicker des KSV Klein-Karben. Weniger die einkalkulierte Niederlage gegen den U 23-Nachwuchs des Zweitbundesligisten SV Wiesbaden-Wehen schmerzte, vielmehr sorgte der völlig überraschende Rücktritt des früheren Abteilungsleiters Peter Rübenach von seinem Amt als Beisitzer für große Unruhe.

Anlass war am letzten Freitagabend die Versammlung des Hauptvereins, in deren Verlauf es seitens des Vorsitzenden Jörg Wulf Kritik an die Adresse der Fußball-Abteilung und speziell an deren langjährigen Leiter Peter Rübenach hagelte. Rübenach, der am Samstag nicht bei der Partie in Wehen anwesend war, ließ auf WZ-Nachfrage keinerlei Zweifel an seinem Entschluss. »Wegen unüberbrückbarer Differenzen mit Jörg Wulf trete ich ab sofort nicht nur von meinem Posten als Beisitzer zurück, sondern trete auch mit sofortiger Wirkung beim KSV Klein-Karben aus«, sagte Rübenach.

Weder der neugewählte Klein-Karbener Fußball-Chef Harald Wilke noch sein Stellvertreter Axel Jörg wollten am Samstag zu den aktuellen Ereignissen des Vortages einen Kommentar abgeben. Am Freitag sei der Eindruck entstanden, dass die Fußball-Abteilung im Verein nicht mehr erwünscht sei, war von einigen KSV-Fans zu hören. Rund um das Günter-Reutzel-Sportfeld dürfte in den nächsten Wochen für reichlich Gesprächsstoff und auch Handlungsbedarf gesorgt sein, zumal die Planungen für die kommende Spielrunde vorangetrieben werden müssen.

Keinen positiven Beitrag konnte am Samstag die Oberliga-Truppe des KSV beisteuern. Gegen die Reserve des gastgebenden Zweitbundesligisten SV Wiesbaden-Wehen unterlag man erwartungsgemäß mit 3:5, wobei man allerdings ab der 20. Minute einen Spieler weniger auf dem Feld hatte, weil Sebastian Gayda wegen Handspiels die Rote Karte des Unparteiischen Mathias Kristek (Büdingen) sah.

Eigentlich war die Partie schon nach sechs Minuten zugunsten der im ersten Akt spielerisch klar dominierenden Taunussteiner entschieden, die zu dieser frühen Zeit mit 2:0 in Führung lagen und dabei von Unzulänglichkeiten der im ersten Durchgang ungeordneten Klein-Karbener Hintermannschaft profitierten. In der vierten Minute verlängerte der völlig freistehende Robert Paul eine genau getimte Ecke von Enis Alushi per Kopf zum 1:0 in die Klein-Karbener Maschen. Nur 120 Sekunden später gab es abermals Grund zum Jubel für die Gastgeber. Nach einem steilen Zuspiel aus dem Wehener Mittelfeld spekulierte die KSV-Defensive vergeblich auf Abseits, so dass der frühere Eintrachtler Dominik Stroh-Engel allein auf das Karbener Tor zusteuerte, dann aber erst im zweiten Anlauf erfolgreich war - 2:0. Wie aus heiterem Himmel heraus verkürzte Sven Kunisch (15.) mit dem Kopf für den anfangs auch in der Offensive schwächelnden KSV Klein-Karben auf 1:2. Die für den weiteren Verlauf der zunächst völlig einseitigen Partie entscheidende Szene spielte sich in der 20. Minute ab. Im Anschluss an einen Eckball bewahrte der auf der Torlinie postierte Sebastian Gayda seine Mannschaft mit der Hand vor einem höheren Rückstand, so dass ihm der Unparteiische die Rote Karte vor die Nase hielt. Der überragende Wehener Kapitän Ertan Ekiz verwandelte den fälligen Strafstoß zum 3:1. Nach gut einer halben Stunde stellte abermals Ekiz seine enorme Schuss-kraft unter Beweis, indem er das Leder aus 25 Metern unhaltbar für KSV-Keeper Robert Cue zum 4:1-Halbzeitstand in den rechten Torwinkel setzte. »Unsere Abwehr hat die ersten 20 Minuten total verschlafen«, meinte der neugewählte Karbener Fußball-Chef Harald Wilke auf dem Wehener Halberg in der Halbzeitpause. Wesentlich besser und zielstrebiger wurden die Aktionen der Gäste nach dem Seitenwechsel durch die Einwechslungen von Hafid El-Jazouli und Mohamed Almalqui für die bis dahin kaum in Erscheinung getretenen Florian Decise und Abdelhalim Chehab. Der KSV konnte einen offenen Schlagabtausch erzwingen, wenngleich die Platzherren durch Dominik Stroh-Engel (51./53.) zunächst die besseren Einschussmöglichkeiten für sich verbuchen konnten. Der baumlange Wehener Sturmführer zeichnete nach 55 Minute auch für das 5:1 verantwortlich. Trotz dieses deprimierenden Rückstandes ließ sich die Truppe von Lars Isecke aber nicht entmutigen und verkürzte in der 69. Minute durch den agilen Amir Mustafic auf 2:5, wobei Mohamed Almalqui die sehenswerte Vorarbeit leistete. Der kurz zuvor für Sven Kunisch eingetauschte Nachwuchsakteur Till Sommerfeld (75.) stellte schließlich per Kopfball auf Flanke von Tarek Fouad den 3:5-Endstand her. Der junge Klein-Karbener Coach durfte vor allem im zweiten Akt mit der Leistung seines über weite Strecken der Begegnung dezimierten Teams hochzufrieden sein, weniger allerdings mit der Darbietung in den ersten 45 Minuten. Trotz des punktspielfreien Oster-Wochenendes muss die Mannschaft am Ostermontag ran, wenn es gegen den Bezirksoberligisten SV Nieder-Wöllstadt um das Weiterkommen im Kreispokal geht.

SV Wehen-Wiesaden U 23: Stahl – Hennig, Billick, Huebner (ab 60. Damm) – Goldhammer (ab 73. Sam), Ekiz, Grüter, Paul, Maus – Stroh-Engel (ab 89. Karapetian), Alushi.

KSV Klein-Karben: Cue – Klopp, Muftawu, Kunisch (ab 70. Sommerfeld), Gayda – Chehab (ab 46. El Jazouli), Mustafic, Kaya, Decise (ab 46. Almalqui), Fouad – Hiemer.

Tore: 1:0 (4.) Paul, 2:0 (6.) Stroh-Engel, 2:1(15.) Kunisch, 3:1 (20.) Ekiz (Foulelfmeter), 4:1 (31.) Ekiz, 5:1 (55.) Stroh-Engel, 5:2 (69.) Mustafic, 5:3 (75.) Sommerfeld. - Schiedsrichter: Mathias Kristek (Büdingen-Aulendiebach). - Rote Karte: Gayda (20./Klein-Karben). – Zuschauer: 150. Bernd Hofmann

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