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Wucherer: Jeder muss produzieren

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Von: Redaktion

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Doch Gießens Headcoach Denis Wucherer hebt mahnend den Finger. Für Rasta Vechta ist das Basketball-Bunde sliga-Heimspiel am heutigen Freitag um 19 Uhr (live auf telekombasketball.de) »der Knaller vor dem Knaller«. Der Titel an sich müsste schon Warnung genug für die 46ers sein, die natürlich die Hinrunde und das alte Jahr mit einem Sieg verabschieden wollen.

Januar und vor dem Allstar-Day eine Woche später in Sicht ist. »Die Jungs sind platt«, hat Wucherer ausgemacht. »Sie müssen unbedingt die Akkus aufladen.« Dass die kräftezehrenden Spiele der letzten Wochen nicht spurlos an Benjamin Lischka und Co. vorbeigegangen sind, wurde am zweiten Weihnachtsfeiertag in Bonn deutlich. Das robuste, körperbetonte Auftreten der Männer in Magenta schmeckte den 46ers nicht, die mit dem 68:90 eine ganz schöne Abreibung erhielten. Für den Tabellenneunten heißt es nun, noch einmal alle Kräfte zu mobilisieren, um einen Sieg in Vechta einzufahren, der die Gießener weiter im Rennen um die Playoffs mitfahren lässt.

Deswegen betont Wucherer immer wieder: »Wir brauchen jeden. Jeder muss produzieren und der Mannschaft auf seine Weise helfen.« In Bonn schwächelten die Guards Cameron Wells und Skyler Bowlin, die Brettspieler Maurice Pluskota, Marco Völler, Justin Sears und Benjamin Lischka hatten massive Probleme mit den physisch starken Gegenspielern. In Vechta müssen alle noch einmal an ihr Limit gehen, wollen die Gießener eine Gewinnchance haben. Zudem muss einfach besser gepasst werden. Vor allem Bowlin sollte sich zweimal überlegen, wann er den Ball weitergibt. Vermeiden die 46ers die leichten Fehler wegen schlechter Pässe, wird ihr Angriffsspiel sicherer und sie kommen einfacher in ihren Rhythmus. Eine Bilanz, die nicht für die Niedersachsen spricht. Doch in den vergangenen Wochen hat sich die Mannschaft von Coach Andreas Wagner gemausert. In Bonn hat sie den Sieg in den letzten Sekunden hergeschenkt, gegen Berlin drei Viertel lang auf Augenhöhe agiert. Die Auftritte haben Rasta Mut gemacht. Der Rangvorletzte aus der 32 000-Einwohner-Stadt will am heutigen Freitag in der zum 80. Mal hintereinander ausverkauften Halle (Fassungsvermögen knapp 3200 Zuschauer) den Turnaround einläuten. Qualität und viel Bundesligaerfahrung haben die Vechtarer in den Big Men Derrick Allen (36 Jahre, 2,01 m), Christian Standardinger (2,06), Nationalspieler Philipp Neumann (2,09) und Devin Searcy (2,08). Im Backcourt dagegen tummelt sich notgedrungen junge Unbekümmertheit. Da die Verantwortlichen immer noch auf der Suche nach einem etatmäßigen Aufbauspieler sind (Scott Machado wurde entlassen), dabei scheinen sie aber durchaus bereit zu sein, viel Geld in die Hand zu nehmen, ziehen die jungen Wilden Niklas Geske und der in Gießen bekannte Besnik Bekteshi die Fäden im Angriff. Und die beiden machen das richtig gut: Zusammen erzielen sie im Schnitt 16 Punkte, verteilen zehn Assists und produzieren nur vier Turnover. Bester Scorer ist aber Frank Gaines, der von der Position zwei aus 13,1 Punkte pro Spiel markiert. Vechta hat deutlich mehr Potenzial, als es der aktuelle Tabellenstand aussagt. Sie haben in den letzten Wochen gut gespielt. Es ist nur eine Frage der Zeit, wann Vechta anfängt, Spiele zu gewinnen.

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