"Wollen uns weiterentwickeln"

(jms) "Es kribbelt wieder. Ich freue mich, dass es wieder los geht." Nach einer knapp vierwöchigen Fußballpause ist Michael Götz, der Trainer des Kreisoberliga-Dritten der vergangenen Saison richtig heiß auf das runde Leder.

Auch seine Spieler freuen sich auf das Training, welches nun schon seit einigen Wochen wieder läuft.

Denn für die konditionellen Grundlagen waren die Akteure in den vergangenen Wochen selbst verantwortlich. Im Götz´schen Trainingsplan stehen die Ballarbeit, die richtigen Laufwege und das Einstudieren essentieller Spielzüge klar im Vordergrund.

Bis zum Saisonstart am ersten August-Wochenende werden die Weiseler in der Regel fünfmal wöchentlich trainieren. "Wir wollen uns natürlich weiterentwickeln und verbessern. Um am System zu arbeiten und schneller von hinten herauszuspielen, benötigt man eben ein bisschen Zeit. Das wissen die Spieler auch. Ich erwarte, dass sie alle richtig mitziehen und Gas geben", meint Götz, der den verpassten Aufstieg bereits abgehakt hat. Doch in der Saisonnachbetrachtung stößt es dem Fußballlehrer schon bitter auf, dass der SV seine großartigen Voraussetzungen leichtfertig vertendelte. "Wir hatten es ja selbst in der Hand. Eine bessere Ausgangssituation kann man sich eigentlich gar nicht vorstellen. Leider haben wir in einer Woche alles verspielt. Nimmt man die Spiele in Ockstadt und Ober-Mörlen, so bleibt festzustellen, dass wir den möglichen Aufstieg in wenigen - vielleicht sechs oder sieben Minuten - verspielt haben", ärgert sich Götz.

Nichtsdestotrotz sind sich die Weiseler Fußballfachleute im Klaren, dass die abgelaufene Saison trotz des leichtfertig verspielten Aufstiegs in die Gruppenliga ein voller Erfolg war. Pressesprecher Gunthard Krausgrill etwa formulierte vor dem Rundenbeginn das Saisonziel recht breit gefächert: "Wir wollen einfach wieder einen besseren Fußball von den Jungs sehen. Die Platzierung ist zweitrangig."

Fußballerisch machte die junge Truppe einen ungemein guten Eindruck. Ein schnelles Kurzpassspiel, viele gute Aktionen in der Offensive und eine sehr effiziente und intelligente Arbeit in der Raumaufteilung bescherten der Weiseler Anhängerschaft einige illustre Fußballnachmittage.

Unter dem neuen Trainer explodierten einige Spieler förmlich. Vor allem Florian Krimmel auf der Liberoposition erschien besonders stark. "Ich weiß ja nicht, wie die Spieler vor meiner Zeit gespielt haben. Aber Florian hat eine sehr starke Saison gespielt. Mir wurde auch gesagt, dass er sich extrem gut entwickelt habe. Er ist immer mit einem sehr hohen Tempo in die Spitze gegangen und war dadurch immer sehr torgefährlich", lobt Götz seinen Libero, an dem wortwörtlich kein Weg vorbeiführte. Nun gilt es für den Studenten der Wirtschaftswissenschaften, sein Potenzial erneut über eine lange Saison abzurufen und die Topleistungen zu bestätigen.

Gleiches gilt auch für Steffen Häuser. Der "Sechser" wurde in der vergangene Saison oftmals gelobt und spielte über lange Zeit der Runde sehr stark.

Verzichten muss der SV in der kommenden Saison dagegen auf den beim SV Nieder-Wöllstadt eine neue Herausforderung suchenden Jannik Müller und etwas überraschend auf Dominik Strasheim. Der schnelle Angreifer verändert sich beruflich, hat weniger Zeit für das Training wechselt daher zur SG Oppershofen in die A-Liga.

Externe Neuzugänge verbuchen die Weiseler aus Ober-Mörlen, von wo Martin Krüger in das Johanniterdorf wechselt. "Er macht bereits einen sehr guten Eindruck. Martin hat bereits bei Feierlichkeiten teilgenommen und auch schon mittrainiert. Er integriert sich sehr gut", lobt Götz. Keine Integrationsschwierigkeiten dürfte es auch bei Christopher Wanzke geben. Von dem SVP Fauerbach kommt das Talent, das mit einem starken linken Fuß einige Spieloptionen eröffnen soll. Zudem erhofft sich Janos Milek den Durchbruch beim SV. In der vergangenen Saison hatte der flinke Mittelfeldmann immer wieder mit Verletzungen zu kämpfen. Somit ist er in dieser Runde auch ein Neuzugang.

Ansonsten verfolgen die Nieder-Weiseler weiterhin den proklamierten Jugendstil. Die A-Junioren Patrick Berschick und Patrick Czolnik wurden bereits in der vergangenen Saison sporadisch eingesetzt. Nun sind sie gänzlich im Kader der ersten Mannschaft. Aus der gemeinsamen Jugendspielgemeinschaft mit Bingenheim treten mit Dennis Büchner und Steffen Dieterle zwei weitere Spieler mit einem großen Potenzial hervor.

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